Roberto Mallea Correa

interviewed im Dezember 2008

Steckbrief

Dr. Roberto Mallea Correa
wissenschaftlicher Berater am Centro de Investigacion Minera y Metalurgica (CIMM) Santiago de Chile
Studienrichtung: Metallurgie

Vita

  • 1971-1976: Studium der Metallurgie / Nichteisen-Metalle
  • 1976-1986: Tätigkeit am Forschungsinstitut für Nichteisen-Metalle Freiberg
  • 1986: Promotion, anschließend Rückkehr nach Chile, Tätigkeiten u. a. in Kupferbergbau und Düngemittelindustrie in Iquique (Nordchile)
  • seit 2005: selbstständiger technischer Berater
  • seit 2006: wissenschaftlicher Berater am Centro de Investigacion Minera y Metalurgica (CIMM) Santiago de Chile

Interview

Was machen Sie heute beruflich?

Ich arbeite als selbstständiger wissenschaftlicher Berater am Centro de Investigacion Minera y Metalurgica in Santiago de Chile. Dort leite ich eine Gruppe, die sich mit Geo-Metallurgie beschäftigt. Das ist eine relativ junge Disziplin, die sich ganz vielseitig mit der Beleuchtung von metallurgischen Prozessen befasst. Ziel ist es, Lagerstätten besser erkunden und so effektiver nutzen zu können. Auch Umweltverträglichkeit und Rekultivierung spielen eine Rolle.

Welche Erinnerungen haben Sie an Freiberg und die Bergakademie?

Ich war 19 Jahre alt, als ich nach Deutschland kam und bin insgesamt 17 Jahre geblieben, 15 davon in Freiberg. Ich habe also meine besten Jahre hier verbracht. Es war eine Zeit, in der in meiner Heimat Chile wichtige politische Ereignisse stattfanden, etwa der Militärputsch 1973 durch Augusto Pinochet. Das haben wir auch von hier aus ganz intensiv erlebt.

In Freiberg habe ich wunderbare Leute kennen gelernt. Nicht nur Deutsche, sondern auch Studenten und Wissenschaftler aus vielen anderen Ländern. Ich glaube nicht, dass ich noch einmal dazu die Gelegenheit haben werde. Und was natürlich auch sehr wichtig ist: In Freiberg habe ich meine Frau, die auch aus Chile stammt, kennen gelernt und geheiratet. Unsere beiden Kinder sind hier geboren. Da sind es natürlich viele alltägliche Kleinigkeiten, an die man sich erinnert, z. B. die lieben Tanten aus dem Kindergarten.

Ein Studium und die Promotion, so wie ich es in Freiberg machen konnte, wären  für mich in Chile undenkbar gewesen. An der Bergakademie habe ich sämtliche fachliche Grundlagen gelernt, die ich bis heute immer wieder brauche. Auch meine Deutschkenntnisse sind für mich in Chile von großem Vorteil. Denn gerade im Bereich Metallurgie und Salzgewinnung ist enormer Teil der Fachliteratur auf Deutsch.

Welche Verbindungen habe Sie heute noch zur TU Bergakademie Freiberg?

Ich habe die ganze Zeit über den Kontakt nach Freiberg gehalten. Und die TU Bergakademie kooperiert schon länger mit Chile. 2007 war eine Delegation aus Freiberg am Centro de Investigacion Minera y Metalurgica (CIMM) in Santiago de Chile. Mittlerweile gibt es einen Kooperationsvertrag zwischen der Bergakademie und dem CIMM, das ich in Freiberg vertrete. Zudem haben wir in Santiago de Chile einen Freiberger Alumni-Club gegründet.

Welches Lebensmotto haben sie?

Man sollte jede Möglichkeit nutzen, die einem über den Weg läuft. Auch wenn es schwierig wird – umsonst ist nichts!