Ronny Rößler

interviewed im Mai 2007

Steckbrief

PD Dr. rer. nat. habil. Ronny Rößler
Direktor des Museums für Naturkunde Chemnitz
Studienrichtung: Geologie/Mineralogie

Vita

  • 1987-1992: Studium der Geologie an der Bergakademie Freiberg, Abschluss als Diplom-Geologe
  • 1992-1995: Projektangestellter an der TU Bergakademie (Drittmittel von der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle)
  • 1995: Berufung zum Direktor des Museums für Naturkunde Chemnitz
  • 1995: Promotion in Geologie/Stratigraphie (summa cum laude)
  • 2003: Habilitation in Paläobotanik und Venia legendi in Paläobotanik

Interview

Was machen Sie heute beruflich und was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer Tätigkeit?

Ich bin Direktor des Museums für Naturkunde in Chemnitz.

Der Reiz der Tätigkeit erklärt sich aus ihrer Vielfalt bestehend aus selbst bestimmtem wissenschaftlichem Engagement, einer motivierenden Tätigkeit im Team von Pädagogen und Naturwissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen (Zoologie, Ökologie, Geologie) und dem ständigen Kontakt zur Öffentlichkeit. Das Berufsbild musealer Tätigkeit reicht vom Bewahren überlieferter Kostbarkeiten über das eigene Sammeln und Forschen bis hin zum Präsentieren der Ergebnisse in Vorträgen, Veranstaltungen und Ausstellungen. Die Kooperationsbeziehungen reichen von Freizeitforschern bis hin zu Forschungseinrichtungen anderer Länder. Dies schärft den Blick für die eigene Position und vervielfacht die begrenzten eigenen Möglichkeiten.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Studienzeit in Freiberg?

Da das Studium damals weniger individualistisch geprägt war, erinnere ich mich gern an die Gemeinsamkeiten der zunächst „bunt zusammen gewürfelten“ Teams im Studentenwohnheim, die trotz verschiedener Einzelcharaktere und Interessen ein gemeinsames Ziel verfolgt und schließlich auch erreicht haben. Die Trennung zwischen Pflicht und Freizeit war stets fließend, vieles im Alltag war als Kür zu verstehen. Die Tagesform des Einzelnen wurde dadurch aufgefangen oder kam allen zugute.

Eine weitere Erinnerung betrifft die aussichtslose Lage, abends in einer kleinen Kneipe (z. B. Ofenblase) einen Platz zu bekommen, schließlich landete man nach einem größeren (und sicher die Gesundheit fördernden) Stadtrundgang immer im Brauhof.

Der Küchendienst in der Mensa war zwar eine große Sauerei (vor allem im Bereich Abwasch) und die weißen Kittel behielten nicht allzu lang ihre Farbe – doch manchem Kandidaten der Wissenschaft von heute würde dies gut tun!

Welches eigene Lebensmotto würden Sie jungen Menschen, die heute studieren, vermitteln wollen?

Man sollte nur dann studieren, wenn man auch damit eines Tages auch sein Geld verdienen will. Engagiert und neugierig sein, viel fragen und alle Möglichkeiten (auch anderer Institute) nutzen, konsequent das eigene Ziel verfolgen, denn der eigene Wille ist die stärkste Kraft, die es gibt. Wenn man etwas tut, was man wirklich will und was Spaß macht, dann wird man schließlich auch erfolgreich sein.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Jede Menge! Seit 14 Jahre lese ich die Paläobotanik am Institut für Geologie, fachliche Kontakte und Zusammenarbeit gibt es mit verschiedenen Instituten und Kollegen und die Meinung meines Doktorvaters ist mir auch heute noch sehr wichtig.