Linus Walter

Linus Walter – Linus Vagabund

Linus WalterVagabund, das ist kein Schimpfwort. Linus bezeichnet sich selbst gern so und der Name wird ihm irgendwie auch gerecht. Linus ist ein moderner Landstreicher, ein Weltenbummler. Ob Summerschool in China, Roadtrip durch Georgien oder kürzlich die Reise in die Ukraine. Die Letzte verdeutlicht einmal mehr sein Engagement in der akademischen Selbstverwaltung. An der ukrainischen Hochschule Dnipro Polytechnik hielt Linus mit weiteren Studierenden der TU Bergakademie Freiberg Workshops über Demokratie in der studentischen Selbstverwaltung. Gerade ist er zurück von einer Studentenkonferenz aus Krakau. Dort hatte er die Möglichkeit einen Vortrag zum Thema „Rock burst in deep underground mines“ auf der 59. Conference of Student Scientific Circles of the Mining Division an der AGH Krakau zu halten – und erhält eine Auszeichnung für den besten Vortrag in der Kategorie „Technische Präsentation“ unter den englischen Präsentationen.

Über Freiberg sagt Linus, es sei seine „homebase“. Er freue sich immer wieder aufs Neue, nach den vielen Reisen und Trips am Bahnhof aus dem Zug zu steigen und in das Freiberger Studentenleben einzutauchen.

Unterricht an der China University of Mining and TechnologyLinus kommt 2014 aus seiner Heimat Erfurt nach Freiberg. Er studiert Geotechnik und Bergbau an der Bergakademie und wählt als Vertiefung die klassische Geotechnik bei Professor Konietzky.
„Eigentlich wollte ich nach der Schule Geografie studieren und fand Steine noch nie sonderlich spannend. Andererseits wollte ich ein Optimum zwischen eigenem Interesse und späteren beruflichen Perspektiven finden. Außerdem wusste ich, dass ich mich für so ziemlich alles begeistern kann, also haben auch die Steine eine Chance bekommen. Nun bin ich im 8. Semester und finde, dass die Geotechnik so vielseitig und höchst interessant ist, dass ich mir eigentlich keine bessere Branche vorstellen kann.“

"Ich kann mir keine bessere Branche vorstellen."

Zum ersten Mal nehmen wir Linus im Studentenrat wahr. Dort schreibt er wunderbar kurzweilige Newsletter und schafft es damit, mehr Aufmerksamkeit für die wichtige Arbeit der Studierendenvertretung zu schaffen. Damals war er im zweiten Semester. Mittlerweile vertritt er die Freiberger Studierendenschaft sowohl im Senat, als auch in der sächsischen Studierendenvertretung KSS.
Bei den aktuellen Hochschulwahlen kandidierte er erneut für den Erweiterten Senat, wo er bereits längere Zeit Mitglied ist.

Wenn er mal wieder gefragt wird, wozu die ganze Gremienarbeit später dienen soll, hat Linus schon die passende Antwort parat: „Über die Arbeit in den Gremien habe ich erst so richtig debattieren gelernt, Argumente anderer ordentlich einzuordnen und selbst die Studierendensichtweise in die Debatte einzubringen. Als ich mich das erste Mal im Senat gemeldet habe um etwas zu erwidern, war ich so aufgeregt, dass ich meinen Satz gar nicht richtig zu Ende formulieren konnte. Mittlerweile nehme ich gerne an den Debatten teil und merke auch, dass einem die Professoren und Mitarbeiter zuhören. So etwas lernt man im Ingenieursstudium auf jeden Fall nicht.“

Reise nach Georgien2017 verbringt er ein ERASMUS Semester an der NTNU Trondheim, um neue Erfahrungen zu sammeln. Von seiner aufregenden Zeit zwischen dunklem Winter, Polarlichtern und Mittsommernacht schwärmt er noch heute. „Die Zeit in Norwegen war tatsächlich nochmal ein richtiger Anschub für meine Abenteuerlust. Ich habe noch nie so viele Studierende in Wanderschuhen gesehen wie in Trondheim.“

Aber auch so hat man das Gefühl, dass Linus ständig unterwegs ist – StuRa, Senat, KSS, Studentenjob – und nicht zuletzt seine Tätigkeit bei den Campusgeschichten.

"Ich mache auch weiterhin, was mir Spaß macht."

Allerdings weiß er auch, dass man vor lauter Netzwerken das Studium nicht ganz aus den Augen verlieren darf. Für diesen Part hat Linus dann seinen Opa, der ihn in regelmäßigen WhatsApp-Sprachnachrichten darauf hinweist: „Linus, das Wichtigste im Leben ist die Konzentration auf das Wesentliche. Es ist an der Zeit mal wieder anständig zu studieren.“

„NaWorkshop mit Studierenden aus der Ukrainetürlich mache ich weiterhin, was mir Spaß macht. Jedoch werde ich in Zukunft die Gremientätigkeit wieder etwas runterfahren, um endlich auch etwas Zeit zu haben, um mich wissenschaftlich weiter entwickeln zu können.
Schließlich steckt die Geotechnik immer noch voller großer Herausforderungen - seien es Naturkatastrophen in Folge der Klimaerwärmung oder der Bau sicherer Endlager für Atommüll. Ich habe auf jeden Fall Lust mich an der Bewältigung der großen Fragen mit einzubringen.“

Die letzte Geschichte 2018 wollten wir daher gern Linus widmen. Als Fotograf ist er hier unerlässlich mit viel Engagement dabei gewesen. Er hat Ideen umgesetzt, sich Zeit genommen - auch wenn die manchmal wirklich knapp bemessen war - und hatte immer ein offenes Ohr. Ganz großen Dank dafür!