Hans Lesny

Hans Dampf in allen Gassen

Hans Lesny beim Interview in den Räumen des EACWenn man mit Hans Lesny ein Interview führt, kommt einem unweigerlich der Spruch „Hans Dampf in allen Gassen“ in den Sinn. Hans treffen wir im Studentenclub EAC, mit diesem Ort verbindet er viele Erinnerungen und eine tolle Zeit. Doch warum fiel unsere Wahl ausgerechnet auf ihn? Hans wurde uns mehrfach vorgeschlagen, seine Geschichte sei spannend und er außergewöhnlich aktiv. Außerdem gibt es besondere Fotos von ihm, über deren Entstehung wir unbedingt mehr erfahren wollten. Aber der Reihe nach.

Hans Lesny kommt 2007 nach Freiberg. Er sagt von sich selbst, er sei ein Dorfkind und Freiberg habe ihm als Stadt gereicht. Das meint er nicht abwertend, sondern ihm gefallen die Stadt, die Möglichkeiten und das familiäre Miteinander. Zum Tag der Abiturienten an seinem Heimatgymnasium war auch die TU Bergakademie Freiberg vertreten. Dort entscheidet er sich, an einer Schüleruniversität teilzunehmen und kurz danach steht der Entschluss fest, hier zu studieren. Eingeschrieben hat sich Hans in den Studiengang Verfahrenstechnik, wechselt dann aber zu Angewandte Naturwissenschaften. Während der ersten Semester ist er nicht nur im Studium aktiv. Hans wird Clubmitglied im ErdAlchemistenClub Freiberg und agiert dort auch zwei Jahre im Vorstand. Über Bardienst, Einkauf und der eigenständigen Organisation von Partys geht er so richtig im Clubleben auf und wächst an seinen Aufgaben. „So viele Soft Skills wie hier eignet man sich in keinem Leadership-Training an. Im EAC habe ich viel fürs Leben gelernt.“

Hans ist ebenso ein leidenschaftlicher Musiker. Die Liste der Instrumente, die er selber spielt, ist lang – und ungewöhnlich. Nennenswert sind auf jeden Fall die Blasinstrumente Dudelsack, Jagdhorn und die Okarina. Letzteres ist eine Gefäßflöte, auch Kugelflöte, aus gebranntem und glasiertem Ton. Zu hören bekommt man sein Können regelmäßig bei der Folk-Band Urtrunk, der er seit 2008 angehört.

„Durch mein Engagement im Studentenclub habe ich fürs Leben gelernt!“

Campusgeschichten_Hans LesnyDamit nicht genug, im Jahr 2009 gelingt Hans unverhofft auch der Einstieg in die darstellenden Künste. Zum AKA-Fasching fällt kurzfristig ein Mitglied des Männerballettes aus und kein geringerer als Hans springt als Ersatz ein. Ihm macht das solchen Spaß, dass er kurzerhand dabei bleibt. Die Bilanz sind einige Pokale und der Titel der Miss Campus 2010. Nein, das ist kein Schreibfehler – Hans Lesny ist die Miss Campus 2010. Aus einer Bierlaune heraus hatte man beschlossen, Hans zu dieser Wahl anzumelden, die im Rahmen der Freiberger Studententage stattgefunden hat. In einem spannenden Finale kann sich Hans tatsächlich gegen seine Konkurrentinnen behaupten und holt sich den Titel. „Ich hätte nie gedacht, dass ich eine Chance habe. Schließlich waren meine Mitbewerberinnen echt gut aussehend.“ Doch Hans hat eben Talent. Und das nicht nur im Männerballett, er tritt auch auf Events mit einer eigenen Feuershow auf. Da bekommt der Slogan „Campus on fire“ gleich eine andere Bedeutung.Campusgeschichten_Hans Lesny Im Gespräch wirft er immer wieder Begriffe in den Raum und fügt lachend an: „Das mache ich im Übrigen auch gerne!“. Irgendwie scheint es so, als habe er für jede Gelegenheit eine Aktivität gefunden. Von eher aktiven bis ruhigeren, wie Pen & Paper Rollenspielen, ist fast alles dabei.

„Dranbleiben lohnt sich!“

Zu dieser Vielzahl an Freizeitaktivitäten kommt natürlich noch sein Studium. Das musste aufgrund gesundheitlicher Probleme länger pausieren. Jedoch war seine Devise schon immer: „Dranbleiben lohnt sich!“ So fand er nach dieser ungewollten Auszeit wieder ganz neue Motivation für sein Studium, schrieb eine überzeugende Bachelorarbeit auf einem interdisziplinären Gebiet und suchte sich in diesem Zuge eine Masterarbeit in einer anderen Fakultät. Er hatte einfach Lust darauf und in Freiberg lässt sich für gute Ideen immer etwas einrichten. Sein Thema klingt auf jeden Fall spannend: Miniaturisierung von Chemiresistor-Arrays. Aktuell hofft er auf eine Doktorandenstelle am Institut für Elektronik- und Sensormaterialien. Und wenn es dort stressig wird, dann geht Hans einfach eine Runde laufen oder klettern. Das tut er nämlich auch gern!