Die Freiberger Eisenhüttenkunde. Ein historischer Abriss mit biografischen Skizzen

Titel zu „Die Freiberger Eisenhüttenkunde. Ein historischer Abriss mit biografischen Skizzen“Der Eisen- und Stahltechnologie Freiberg e. V. würdigt mit diesem Band die Jahrzehnte währende erfolgreiche Forschungs- und Lehrtätigkeit unter besonderer Berücksichtigung der persönlichen Leistungen der Direktoren des Eisenhütteninstituts von 1874 bis 1967.

Der Entstehungsweg der Eisenhüttenkunde in Freiberg ist eng mit der Geschichte der Bergakademie verknüpft; erste Ansätze der Lehre auf eisenhüttenkundlichem Gebiet reichen bis in die Gründungszeit der 250-jährigen Lehr- und Forschungseinrichtung zurück. Spätestens mit der Institutionalisierung der Wissenschaft durch die Gründung des eisenhüttenkundlichen Instituts im Jahr 1874 erfolgte schließlich ihre Aufnahme in den Kanon der Lehr- und Forschungsgebiete der Freiberger Akademie, verbunden mit dem Wirken namhafter Wissenschaftler. Der Eisen- und Stahltechnologie Freiberg e. V. publiziert mit dem vorliegenden Band eine umfangreiche Darstellung der Geschichte der Eisenhüttenkunde an der Freiberger Bergakademie. Eingebettet in die ökonomische und gesellschaftliche Entwicklung wird einführend ein Überblick von der ersten Unterrichtung auf eisenhüttenkundlichem Gebiet 1789 bis in die Anfangsjahre unseres Jahrhunderts gegeben. Die im ersten Teil des Bandes versammelten Beiträge zeichnen die wechselvolle Genese von Lehre und Forschung, eingebettet in die ökonomischen Potenzen der jeweiligen Machthaber und beeinflusst von der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stahlindustrie.

Vor dem Hintergrund dieses Werdegangs werden im zweiten Teil des Bandes Biografien der Direktoren des Eisenhütteninstituts von seiner Gründung 1874 bis zum Jahr 1967 skizziert. Mit den Viten der Professoren Adolf Ledebur, Johannes Galli, Eduard Maurer, Ernst Diepschlag, Wolfgang Küntscher und Karl-Friedrich Lüdemann wird nicht allein die chronografische Abfolge der Besetzung des Lehrstuhls über fast einhundert Jahre erlebbar. Vielmehr ließen einige Autoren — denen es noch vergönnt war, den jeweils Porträtierten als Lehrer oder Vorgesetzten zu erleben —  ein von persönlichen Erinnerungen geprägtes Bild entstehen.

Bernd Lychatz und Ralf-Peter Bösler vom Eisen- und Stahltechnologie Freiberg e. V. gelang es als Herausgebern, vor allem ehemalige und aktive Mitglieder des Eisenhütteninstituts bzw. seines Nachfolgers, des heutigen Instituts für Eisen- und Stahltechnologie, als Autoren zu gewinnen.

In akribischer Archivarbeit erschlossen sie Dokumente zu Lebensläufen, die zum Teil Unbekanntes zur Person mitteilen und helfen, Sprünge in der jeweiligen Biografie zu erklären bzw. das Verhalten in privaten wie gesellschaftlichen Umbruchssituationen zu verdeutlichen. Ein besonderer Wert der biografischen Skizzen liegt dabei in der Fülle der ausgewerteten Dokumente sowie im offenen und authentischen Umgang mit eigenen Erinnerungen und neuen Erkenntnissen. Sie lassen persönliche Fehler wie Schwächen nicht aus und legen damit Zeugnis vom hohen Respekt für die Porträtierten ab, die in einigen Fällen Mentoren der Autoren waren.

Mit der Herausgabe des Buches "Die Freiberger Eisenhüttenkunde. Ein historischer Abriss mit biografischen Skizzen" im Dezember 2014 fährt der Eisen- und Stahltechnologie Freiberg e. V. in seiner Tradition fort, die Geschichte des Eisenhütteninstituts an der TU Bergakademie Freiberg lebendig zu halten, wie er es bereits mit der Herausgabe der Festschrift zum 125-jährigen Bestehen des Instituts für Eisen- und Stahltechnologie getan hat. 

Text von Dr.-Ing. Bernd Lychatz, Quelle: ACAMONTA 2014

„Die Freiberger Eisenhüttenkunde. Ein historischer Abriss mit biografischen Skizzen“ (288 Seiten) ist zum Preis von 39,90 Euro in der Akademischen Buchhandlung, im Freiberger Taschenbuchladen sowie über den Eisen- und Stahltechnologie Freiberg e. V., bernd [dot] lychatzatiest [dot] tu-freiberg [dot] dezu beziehen.

Pressemitteilung zum Erscheinen der Publikation