Die Bergakademie. 250 Jahre Alma Mater Fribergensis

Die TU Bergakademie Freiberg stellt im Kontext des deutschen Hochschulwesens sicherlich einen Sonderfall dar. Als älteste bestehende montanwissenschaftliche Hochschule der Welt hat sie im Verlauf ihrer nunmehr 250-jährigen Geschichte seit 1765 eine bewegte und in mancher Hinsicht einmalige Entwicklung von einer dem sächsischen Oberbergamt unterstellten Ausbildungseinrichtungen zu einer der profiliertesten technischen Universitäten der Gegenwart durchlaufen. Entstanden aus der Krise nach der Katastrophe des Siebenjährigen Krieges und dem Willen zur Reform des sächsischen Staatswesens entstand die Bergakademie als ein weltweit kopierter Prototyp einer Speziallehranstalt und entwickelte sich in Konkurrenz zu den neu entstehenden Polytechnischen und Technischen Hochschulen des 19. Jahrhunderts zu einer technischen Spezialhochschule, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts sich trotz Krisen und Kriegen behauptete, um schließlich nach der deutschen Wiedervereinigung als Technische Universität 1993 als weit über die Grenzen Sachsens hinaus national und international orientierte Ressourcen-Universität ihren Platz im deutschen Hochschulwesen zu finden.

Die Entwicklung der Bergakademie Freiberg vollzog sich über 250 Jahre im Spannungsfeld von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Sachsen, Deutschland, Europa und der Welt. Die Facetten dieser Entwicklung aufzuzeigen ist das Ziel einer Gesamtdarstellung der Geschichte der Bergakademie Freiberg zwischen dem Ancien Regime des 18. Jahrhunderts und dem Zeitalter der Globalisierung zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die nicht einer bloßen chronologischen Darstellung der Ereignisse folgt, sondern sich an den grundlegenden Aspekten und Perspektiven dieser Entwicklung orientiert. Aus den verschiedensten Blickwinkeln entsteht so ein facettenreiches Bild der komplexen historischen Entwicklung einer Lehr- und Forschungseinrichtung auf dem langen und steinigen Weg zwischen Tradition und Zukunft.

Text von Prof. Dr. Helmuth Albrecht, Quelle: ACAMONTA 2014

Erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2016.