Statements

Prof. Dr. Klaus Töpfer:

"Die TU Bergakademie Freiberg ist mit ihren nunmehr 250 Jahren die älteste Bergakademie weltweit. Auf diesen großartigen geschichtlichen Dimensionen ruht sich diese wichtige Universität aber nicht aus, im Gegenteil: Mehr denn je wird deutlich, wie groß die Herausforderungen unserer Zeit für die Frage von Energie und Rohstoffen mit den Kenntnissen und Angeboten dieser Bergakademie verbunden sind. Damit wird dem Hinweis Rechnung getragen, den Ernst Bloch zur Erinnerung uns mit auf den Weg gegeben hat: 'Nur das Erinnern ist fruchtbar, das daran erinnert, was noch zu tun ist.'

Für diese Ressourcenuniversität bleibt auch weiterhin viel zu tun. Dafür beste Wünsche und ein herzliches Glück auf!"

Christoph Hein:

"Die Bergakademie Freiberg ist als nationale Ressourcenuniversität ein Garant und besorgter Mahner für die Nachhaltigkeit menschlicher Forschung und Arbeit.

Immer erfolgreicher und effektiver nutzen wir die Schätze der Erde und beuten ihre nicht nachwachsenden Ressourcen aus, allein um den Profit besorgt und offenbar unbekümmert um die Folgen unseres Handelns für spätere Generationen. Um immer besser und luxuriöser leben zu können, zerstören wir in unserer Gier die Lebensgrundlagen unserer Nachfahren, löschen wir die bewohnbare Erde aus.

Umso wichtiger ist es für unsere Gesellschaft, für die Politiker, für jeden von uns, dass wir von einer Universität wie der Bergakademie über die Folgen unseres Tuns aufgeklärt werden. Ihre Forschungsergebnisse sind die Schrift an der Wand, das Menetekel, das uns den Untergang, die endgültige Zerstörung einer für den Menschen bewohnbaren Erde ankündigt.

Wir haben Verantwortung für diese Welt, wir haben die Pflicht, sie geschützt und bewahrt als wertvollsten Schatz unseren Kindern und Kindeskindern zu übergeben. Universitäten wie die Bergakademie Freiberg können uns den dafür notwendigen Weg zeigen."

Erika Krüger:

"Als Vorsitzende der Dr. Erich Krüger Stiftung betrachte ich es als große Ehre, dem Festkuratorium zum 250. Jubiläum der TU Bergakademie anzugehören.

Die TU ist zwar eine kleine Universität aber groß durch ihre Kompetenz auf allen naturwissenschaftlichen Gebieten; durch ihre konsequente Entwicklung zur Ressourcenuniversität findet sie nationale und internationale Anerkennung. Ihre Innovationen sind Teil unserer Zukunftsgestaltung."

Prof. Dr. Hans Michael Eßlinger:

"Die TU Bergakademie Freiberg blickt stolz auf außerordentliche Leistungen aus 250 Jahren Forschung und Lehre in den Montanwissenschaften zurück und richtet den Blick nach vorne auf neue Herausforderungen, glänzende Ideen und nachhaltige Erfindungen in allen ihren Disziplinen.

Man möchte geradezu noch einmal Student sein, um in der Silberstadt Deutschlands das Alleinstellungsmerkmal Rohstoffe zu erkunden und zu erforschen und im Berufsleben weltweit erfolgreich anzuwenden.

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum – ich wünsche unserer TU Bergakademie Freiberg ein gesundes Wachsen und Gedeihen und bin sicher, dass unsere Studenten unserer faszinierenden Bergstadt und Freiberger Pils lebenslang verbunden bleiben. Wie es in Abwandlung eines Studentenliedes von 1845 so trefflich heißt: „Freiberg, das ist ein Ort zum Schwärmen und zum Trinken…“

Prof. Dr. Helmut Schwarz:

"Einer der besonders berühmten Alumni der TU Bergakademie Freiberg ist Alexander von Humboldt, der Namensgeber der Alexander von Humboldt-Stiftung. Humboldts Studien In Freiberg gingen weit über den Bergbau hinaus und waren von unermesslichem Wert für die fachliche Vorbereitung seiner Forschungsreisen, außerdem schloss er in Freiberg wichtige Freundschaften und traf auf wissenschaftliche Lehrer, die ihn inspirierten und prägten. Vielleicht stimmen Studierende wie Forschende an der TU Bergakademie Freiberg Alexander von Humboldt zu, der über seine Zeit in Freiberg schrieb 'Ich treibe ein Metier, das man, um es zu lieben, nur leidenschaftlich treiben kann.'

Die TU Bergakademie Freiberg ist ein großartiger Ausgangspunkt, um Humboldts Spuren zu folgen. Zum einen ganz wörtlich, in dem man beispielsweise alte Schachtanlagen besichtigt, und zum anderen im übertragenen Sinn eines Forscherlebens – Humboldt folgen im ureigenen Streben eines Wissenschaftlers nach Erkenntnis, im Knüpfen von internationalen Netzwerken, und ganz besonders in der Nachwuchsförderung."

Prof. Dr. Udo E. Simonis:

"Die TU Bergakademie Freiberg hat mit ihren 250 Jahren Geschichte viele gute Gründe zum feiern. Als Ressourcenuniversität steht sie in Zukunft aber vor vielen Herausforderungen und der Suche nach neuen Ideen. ‚Urban Mining‘ ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist - wie Victor Hugo sagen würde. Es geht dabei um eine Aufgabe mit großer Zukunft und von globaler Bedeutung, weil die Urbanisierung rasch fortschreitet, die Rohstoffe aber knapper werden und weil um konzeptionelle Fragen - wie Kreislaufwirtschaft, Energie- und Ressourcenwende - kompetenter diskutiert werden muss.

Wenn neue Knappheiten ins Haus stehen, werden Interessenausgleich und Konfliktlösung wichtig, damit Frieden im Hause bleibt. Die Theorie des Urban Mining sollte daher fundiert, das Konzept spezifiziert und die Praxis optimiert werden. Für diese Aufgaben braucht man innovative Professoren und wissbegierige Studenten, aber auch gut geschulte Handwerker und motivierte Planer. Und um ein größeres Verständnis der Thematik und um die Unterstützung seitens der Bevölkerung wie von Sponsoren muss geworben werden. Freiberg - ein Ort für innovative Ideen!"

Prof. Dr. Johanna Wanka:

"Die weltweiten Energie- und Rohstoffreserven sind begrenzt. Damit Deutschland seine Technologieführerschaft im Bereich von Umwelttechnologien in Zukunft weiter ausbauen kann, sind Forschung und Technologieentwicklung auf Weltniveau notwendig – auch im montanwissenschaftlichen Bereich. Die TU Bergakademie Freiberg kann hier wichtige Beiträge leisten. In ihrer 250-jährigen Geschichte hat sie sich zu einem wichtigen Forschungsstandort auf diesem Gebiet entwickelt. Sie zählt zu den bedeutendsten Ressourcenuniversitäten weltweit und genießt national wie international einen exzellenten Ruf. Ich gratuliere der TU Bergakademie Freiberg zum 250. Jubiläum und wünsche weiterhin erfolgreiches Arbeiten und Forschen für ein nachhaltiges und ressourceneffizientes Handeln. Ihr Forschergeist und ihr Innovationspotenzial im Rohstoffbereich sind mehr denn je gefragt."

H.E. Dr. Vu Huy Hoang:

"Als Mitglied des Festkuratoriums für Ihr 250. Jubiläum im kommenden Jahr und als Ehrenbergmann der Bergakademie möchte ich Ihrer Universität, meiner früheren Ausbildungsstätte, zurufen:
 Die TU Bergakademie Freiberg hat als die deutsche Ressourcenuniversität für Vietnam und die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes eine besondere Bedeutung. Das Ressourcenprofil der nachhaltigen Stoff- und Energiewirtschaft umfasst alle Wissenschaftsgebiete in Lehre und Forschung, die in der Grundstoffindustrie und der Energiewirtschaft in Vietnam dringend benötigt werden. Ich begrüße es sehr, dass die Bergakademie drei prägende Werte für ihre weitere Entwicklung  in den Mittelpunkt stellt: "Nachhaltigkeit", "Ausstrahlung" und "Innovation" oder kürzer "nachhaltig!" "glänzend!" und "neu!". Wie keine andere Hochschule in Deutschland hält sie an ihrem klassischen Ressourcenprofil fest, und zwar sehr erfolgreich. Der Wert "Nachhaltigkeit" gibt diesem Profil Orientierung und Zukunftsfähigkeit. Mit der großen internationalen "Ausstrahlung" der Bergakademie in den Montanwissenschaften hat sie beste Voraussetzungen für die weitere Internationalisierung, dem – nach meiner Einschätzung – künftig wichtigsten Schwerpunkt der Bergakademie. Das Studienhauses-Konzept, das mit dem "Lomonossow-Haus" erstmals in Deutschland umgesetzt wurde, ist dafür ein hervorragender, neuer Ansatz, den wir von Vietnam aus unterstützen möchten. Und schließlich, das kann ich aus eigener Erfahrung während meines Studiums in Freiberg bestätigen, die Wissenschaft ist von der "Innovation", d.h. von der praktischen Anwendung, getrieben. Nicht umsonst betreibt die Universität heute ein eigenes Bergwerk, eigene Walzstraßen, Gießereianlagen oder Chemieanlagen."

Volker Carluß:

"Genau so wie die Alma Mater in Freiberg blickt auch die Nickelhütte Aue auf eine Jahrhunderte währende wechselvolle Geschichte zurück. Als sächsisches Blaufarbenwerk erlebte der Betrieb den Aufstieg und die schwindende Bedeutung des Blaufarbenwesens. Neben der Ultramarinfabrik Schindlerswerk in Bockau hat von den ehemals fünf Blaufarbenwerken heute nur noch die Nickelhütte Aue eine wirtschaftliche Bedeutung in Sachsen. 

Dabei gab es schon sehr frühzeitig enge Verbindungen zwischen der Bergakademie und dem Hüttenwerk in Aue. Bester Beleg dafür ist das Wirken von Clemens Alexander Winkler  im Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel,  der heutigen Nickelhütte, von 1862 bis 1873. Der spätere Professor der Bergakademie und Entdecker des Elementes Germanium befasste sich in seiner Zeit in Aue mit Verfahren zur Erzeugung von Nickelmetall, der Gasanalyse, und entwickelte bei seinen Bemühungen und wissenschaftlichen Untersuchungen zur Abgasreinigung das noch heute verwendete Schwefelsäurekontaktverfahren.

Auch heute kann die Nickelhütte auf einem nunmehr globalisierten Markt nur überleben, wenn sie innovativ ist, schnell auf Veränderungen reagiert und Neuem aufgeschlossen gegenübersteht. Die intensive Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg ist dabei ein wirksames Mittel. So wurden in den letzten Jahren in gemeinsamer Arbeit Projekte wie ein kontinuierlicher Schmelzprozess zur Gewinnung von Natriumvanadat und Nickelmatte entwickelt, eine mehrjährige Forschungsvereinbarung zur Schmelzmetallurgie von Altkatalysatoren vereinbart und begonnen sowie eine enge Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Studenten erreicht.

Jüngstes Kind der Zusammenarbeit ist ein in Sachsen neu entstandenes Bergwerk nebst Aufbereitung, die "Erzgebirgischen Fluss- und Schwerspatwerke" Oberwiesenthal. Geologen, Bergbausachverständige und Aufbereiter der Bergakademie haben uns bei der Planung und Realisierung dieses Projektes aktiv unterstützt.

Auch meine persönliche Entwicklung ist eng mit der Bergakademie verknüpft. In meiner Studienzeit in Freiberg von 1971 bis 1975 konnte ich mir unter den damals schwierigen Verhältnissen ein umfangreiches Wissen aneignen. Die konzentrierte und technisch orientierte Ausbildung war die Grundlage meiner weiteren beruflichen Entwicklung. So wie die Mehrzahl meiner Berufskollegen in Aue, aber auch anderswo, konnten wir mit dem fundierten Wissen aus Freiberg am internationalen Markt bestehen. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der Bergakademie lernte ich eine Reihe von hervorragenden Wissenschaftlern kennen, wie beispielhaft Herrn Prof. Stelter, Herrn Prof. Drebenstedt oder aus meiner Studienzeit Herrn Prof. Wolf und Herrn Prof. Bomhammel, beide inzwischen emeritiert, aber für mich als Wissenschaftler Vorbilder.

Zum bevorstehenden 250-jährigen Jubiläum gratuliere ich der TU Bergakademie Freiberg auf das herzlichste, wünsche weiterhin große Erfolge in Forschung und Ausbildung und erwarte mindestens weitere 250 erfolgreiche Jahre der Alma Mater."