Vorträge

08.05.2019, Vortrag im Rahmen des Krüger-Kolloquiums „Alexander von Humboldt und seine Wissenschaft(en): Im Spannungsfeld von Natur und Kultur“

Prof. Ottmar Ette, Universität Potsdam

Alexander von Humboldt (1769 - 1859) pflegte in seiner Wissenschaft ein komplexes, auf Wechselwirkung beruhendes Verhältnis von Natur und Kultur sowie zur augenfälligen Visualisierung dieser Relation. Bereits mit der Pasigraphie hatte sich ihm erstmals die Möglichkeit geboten, bei seinem Publikum einen „Totaleindruck“ zu erzeugen und zugleich ein Verständnis für das Zusammenspiel höchst unterschiedlicher Faktoren zu erwecken. Der Vortrag geht den Wegen und Wirkungen der Humboldtschen Versuche nach, ein Zusammendenken von Natur und Kultur buchstäblich und modellhaft vor Augen zu führen. Aus einer genauen Lektüre seiner Amerikanischen Reisetagebücher ergibt sich ein genaues Bild der Genese und Entstehung seiner Humboldtschen Wissenschaft.

zum Nachhören: Aufzeichnung des Vortrags

Adresse: Alte Mensa, Petersstraße 5, Freiberg
Beginn: 18:00 Uhr

20.05.2019, Vortrag „Daniel Kehlmann und der erfundene Humboldt“

Dr. Frank Holl, München

Daniel Kehlmann gibt vor, mit seinem Roman Die Vermessung der Welt „verschwiegene oder übersehene Wahrheiten sichtbar“ zu machen. Dadurch, dass er die Leser bewusst im Zweifel lässt, was historisch belegt und was erfunden ist, entstehen Missverständnisse. Was ist wahr? Was ist unwahr? Im Vortrag werden die wichtigsten Charakteristika des Kehlmann‘schen und des historischen Alexander von Humboldt analysiert und nachgewiesen, dass diese nicht übereinstimmen. Dabei wird auch nach der sozialen Rolle von Wissenschaftlern wie Humboldt und derjenigen von Literaten wie Kehlmann gefragt. Wie gehen sie mit der Wahrheit um? Was darf Kunst? Was darf Wissenschaft? Deutlich wird, dass alle, die etwas für ihre Allgemeinbildung tun möchten, bei Die Vermessung der Welt an der falschen Adresse sind.

Adresse: Abraham-Gottlob-Werner-Bau, Brennhausgasse 14
Beginn: 18:00 Uhr

03.06.2019, Vortrag „Mein zweites Vaterland – Alexander von Humboldt und Frankreich“

Dr. David Blankenstein, TU Berlin

Alexander von Humboldt war nicht nur durch seine französischstämmige Mutter mit dem Land westlich des Rheins verbunden. Er hat Frankreich für lange Zeit als Wahlheimat gewählt und die hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur der Hauptstadt Paris genutzt. Er war dabei immer ein unermüdlicher Vermittler zwischen Franzosen und Deutschen. Doch wie kommt es, dass einer der großen französischsprachigen Schriftsteller seiner Zeit, wie Humboldt von seinen Zeitgenossen wahrgenommen wurde, in seinem „zweiten Vaterland“ fast vergessen ist? Der Vortrag begibt sich anhand bislang unbekannter Dokumente auf eine Spurensuche, um dem Verhältnis Alexander von Humboldts zu Frankreichs näher zu kommen.

Adresse: Abraham-Gottlob-Werner-Bau, Brennhausgasse 14
Beginn: 18:00 Uhr

17.06.2019, Vortrag „Alexander von Humboldt, Abraham Gottlob Werner und die Wernerisation der gelehrten Welt dies- und jenseits des Ärmelkanals“

Dr. Hildegard Wiegel, TU Bergakademie Freiberg

Vor und mehr noch nach seinem Studium in Freiberg bei Abraham Gottlob Werner unterhielt Alexander von Humboldt zahlreiche Kontakte zu kosmopolitischen und polyglotten Gelehrten weltweit. Für seine Forschungen in den preußischen Gebieten und jenseits des Atlantiks waren vor allem diejenigen zeitgenössischen Wissenschaftler verschiedenster

Disziplinen prägend, die in Großbritannien und Frankreich in Gelehrtengesellschaften verankert waren. Heute nur noch einschlägig forschenden Spezialisten bekannt sind Institutionen wie insbesondere die „Wernerian Society“ in Edinburgh oder die „Lunar Society“ in Birmingham mit ihren Gelehrtennetzwerken für Alexander von Humboldt von hoher Bedeutung für seine Entwicklung zum herausragenden Naturforscher gewesen.

Adresse: Abraham-Gottlob-Werner-Bau, Brennhausgasse 14
Beginn: 18:00 Uhr

1.07.2019, Vortrag „Werner – Goethe – Humboldt“

Dr. Carmen Götz, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Der Vortrag wird der Frage nachgehen, welche Bedeutung der Freiberger Mineraloge Abraham Gottlob Werner für Goethe und Alexander von Humboldt hatte. Dabei soll zum Ersten gezeigt werden, wie und wann sie sich auf ihn bezogen – auch unter Einbeziehung vermittelnder Personen. Zum Zweiten soll gefragt werden, ob in den Begegnungen zwischen Goethe und Humboldt direkt auf Werner Bezug genommen wurde und in welcher Weise dies geschah. Zum Dritten soll ein besonderer Fokus darauf gerichtet sein, ob, inwiefern und warum kritische Distanzierungen von Werners Lehren neben einer weiterhin vorhandenen Anhängerschaft bestehen konnten. Den im ersten Amerikanischen Reisetagebuch Alexander von Humboldts enthaltenen mineralogischen und geologischen Beobachtungen – insbesondere jenen, die in der „edition humboldt digital“ jetzt erstmals ediert wurden – soll in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Adresse: Abraham-Gottlob-Werner-Bau, Brennhausgasse 14
Beginn: 18:00 Uhr

07.11.2019, Vortrag „Im Andenhochland Ecuadors: Zwei Freiberger Geophysiker auf den Spuren von Alexander von Humboldt und Pierre Bouguer“

Bernhard Wagenbreth und Reinhard Mittag, Freiberg

Adresse: TU Bergakademie Freiberg, Universitätsbibliothek, Agricolastraße 10, Freiberg
Beginn: wird noch ergänzt