Sibirien 2019

Auf den Spuren Humboldts durch Sibirien

 

 

Beitrag im MDR

29.8.-20.10.

Ausstellung "Auf den Spuren Humboldts durch Sibirien"

Vom 22. Mai bis zum 13. Juni 2019 fand auf Initiative von Wissenschaftlern der St. Petersburger Bergbau-Universität, der Russischen Akademie der Wissenschaften und der TU Bergakademie Freiberg eine Forschungs- und Studienreise auf den Spuren Humboldts und Cottas durch Sibirien statt.

Die ersten Ergebnisse der Reise – Minerale, Gesteine, Erze, Schlacken, Glasproben, Bücher sowie Foto- und Filmmaterial und auch das eine oder andere Souvenir – werden bereits wenige Wochen später in der Universitätsbibliothek »Georgius Agricola« im Rahmen einer kleinen Sonderausstellung präsentiert, welche der Humboldt-Ausstellung »Florae Fribergensis« folgt.

Veranstaltungszeitraum: 29.08. bis 20.10.2019 
Anschrift: Universitätsbibliothek, TU Bergakademie Freiberg

Pressemitteilung

Ausstellungseröffnung am 29. August 2019

17.6.

Humboldt-Intervention in Berlin

Pressemitteilung

 

Video zur Sibirien-Expedition 2019

8. Juni

Am Vormittag trafen sich die Teilnehmer der Studien- und Forschungsreise zu einer Abschlussbesprechung zum Verlauf der Reise und leiteten daraus Ideen und Pläne für die weitere gemeinsame Arbeit der beteiligten Institutionen ab. Alle sind sich einig, dass die Reise erfolgreich war und dass damit ein Grundstein für weitere Projekte gelegt wurde.
Mit dem Antritt der Heimreise endete am Nachmittag das gemeinsame Programm. 

Abschluss

 

 

7. Juni

Nochmals ging es nach Ridder, da sich der Geologe, der die Gruppe schon gestern führte, bereit erklärt hatte, der Gruppe weitere geologisch und bergbaulich interessante Orte zu zeigen. An mehreren Stellen erfolgten Probenahmen von Gangstücken sowie von der Vulkanbrekzie, häufig auch als Jaspis bezeichnet, die früher in der Steinschneiderei Koliwan zu Dekorationszwecken verarbeitet wurde.

Ridder

 

 

6. Juni

Der Besuch der Bergbaustadt Ridder stand an diesem Tag auf dem Programm. Sie wurde 1786 gegründet und nach Philipp Ridder (1761-1838) benannt, der die hiesigen Erzvorkommen entdeckte. Die Stadt ist durch die Gewinnung und Verarbeitung von Buntmetallen gekennzeichnet. Zunächst besichtigten wir das historisch-heimatkundliche Museum, wo wir nach einer Führung mit einem Vertreter der Stadtverwaltung, einem Geologen, dem Leiter des Naturreservates und einem Mitarbeiter des botanischen Gartens der Stadt zusammentrafen. Anschließend wurden wir im Deutschen Kulturzentrum empfangen. Nachmittags führte uns ein hiesiger Geologe zu Plätzen, an denen bereits Alexander von Humboldt gewesen war, und wir  erfuhren viel über die Lagerstätte und den Erzabbau.

Ridder

5. Juni

Am Vormittag fuhr die Gruppe in den Steinbruch Lasurka, um nach Spuren des Erzabbaus zu suchen. Es konnten schöne Bildungen von sekundären Kupfermineralen  (Malachit und Azurit) besichtigt werden. Anschließend erfolgte die Besichtigung des Heimatkundemuseums in Smeinogorsk. Am Nachmittag führte die Reise nach Ust-Kamenogorsk  (kasachisch: Öskemen), die Hauptstadt des Gebietes Ostkasachstan. Sie liegt im westlichen Teil des Altai-Gebirges an der Mündung des Flusses Ulba in den Irtysch und entwickelte sich zu Zeiten der Sowjetunion zu einem Zentrum des Bergbaus und der Metallurgie.

5. Juni

4. Juni

Heute ging ein Ausflug nach Koliwan. Hier hatte Alexander von Humboldt die Steinschneiderei besucht, wovon eine Tafel an einem der historischen Gebäude zeugt. Noch heute wird hier produziert, wobei Gesteine aus der Umgebung verarbeitet werden. Besonders eindrucksvoll waren die Florentiner Steinarbeiten. Hierbei werden nach Vorlagen Bilder und Ornamente aus Plättchen von harten Steinsorten  (Jaspis, Quarzit, Porphyrit) gelegt.
Anschließend erfolgte noch eine Reihe von Probenahmen an verschiedenen Orten, darunter auf einer Schlackehalde und in der Grube vom Schlangenberg.

Steinschneiderei

3. Juni

Am Vormittag besuchten einige Exkursionsteilnehmer, darunter Prof. Heide, das historische Archiv von Barnaul. Zum einen konnten sie historische Karten und Grubenrisse einsehen, fanden aber auch Zeugnisse, dass im 18. Jahrhundert sächsische Bergleute für das Koliwaner Gebiet angeworben wurden. Das ist ein Ansatzpunkt für weitere Recherchen im Universitätsarchiv. Anschließend ging die Fahrt nach Smeinogorsk, einer kleinen Stadt in der Region Altai im südlichen Westsibirien. 1735 wurden hier reiche Silbererzvorkommen und daraufhin das Bergwerk "Schlangenberg" errichtet. Der Abbau der Silbererze wurde sowohl über- als auch untertage betrieben.

Landschaft

2. Juni

Mittags waren alle Exkursionsteilnehmer in Barnaul, der Hauptstadt der russischen Region Altai im Süden Westsibiriens, angekommen. Nachmittags standen der Besuch mehrerer Museen sowie die Besichtigung der ehemaligen Kupfer- und Silberhütte auf dem Programm. Die Kupferschmelze befand sich in der Nähe des Flusses, was den Transport der Maschinen und den Abtransport des Kupfers erleichterte. Später kam die Verhüttung von Silbererzen aus dem Altai dazu. Barnaul entwickelte sich zum ersten industriellen Zentrum Sibiriens, das auch Alexander von Humboldt besuchte. Er traf sich unter anderem mit Friedrich August von Gebler, einem deutschen Arzt und Naturforscher, der sich in der Stadt niedergelassen hatte.

Barnaul

1. Juni

Am Morgen besichtigten wir die Sonderausstellung "Steinerner Regenbogen" sowie andere Säle des Staatlichen Historisch-Heimatkundlichen Museums Omsk. Danach trennte sich die Gruppe. Während Einige noch in Omsk blieben, um im Deutsch-Russischen Haus über Alexander von Humboldt und die gerade stattfindende Exkursion zu berichten, fuhr der andere Teil der Gruppe nach Susun. Dort standen eine Pressekonferenz bei der Gebietsverwaltung und der Besuch einer historischen Münzstätte auf dem Plan.
Die in Omsk Verbliebenen fuhren mit dem Nachtzug nach Barnaul. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt inzwischen fünf Stunden.

Alexander von Humboldt Von den unterirdischen Gasarten

30. Mai

Die letzten zwei Tage wurden durch lange Fahrten auf überwiegend schlechten Straßen bestimmt. Entschädigt wurden wir durch die schöne Landschaft. Bis vor kurzem war es hier noch kalt, jetzt hat das Frühjahr Einzug gehalten. Vorbei zogen an uns Steppen, Wälder, Seen, Flüsse und Sümpfe. Leider wurden wir auch Zeugen von Waldbränden, die großen Schaden in der Natur anrichten. Gestern früh starteten wir in Krutinka und machten einen Stopp in Bolschije Uki. Hier hatte auch Alexander von Humboldt während seiner Reise einen Aufenthalt, worauf die Einheimischen sehr stolz sind, wie sie uns während eines Museumsbesuchs berichteten. Wir übernachteten in Tara, einem bedeutenden Zentrum des Handels in Westsibirien, und fuhren am nächsten Tag weiter nach Omsk, mit mehr als einer Million Einwohnern die achtgrößte Stadt Russlands.

Schöne Landschaft

28. Mai

Die Exkursion führte uns zunächst in die 1761 gegründete  Siedlung Panovo, wo wir in einer Mittelschule das Schulmuseum besichtigten. Mehrere Schülerinnen stellten uns die Exponate aus verschiedenen Bereichen vor, die Schüler seit 1967 zusammengetragen haben. Wir waren beeindruckt, wie sie sich darauf vorbereitet hatten und welche kleinen Geschichten sie uns erzählten. Auf die Frage, wo die Jungen seien, bekamen wir die Antwort, dass sie gerade Kartoffeln legen. Im Anschluss wanderten wir zu einem Relikt-Kieferwald, den bereits Peter Simon Pallas im 18. Jahrhundert beschrieben hatte.

Panovo

27. Mai

Am frühen Morgen verließen wir Tobolsk und fuhren mit unserem Bus durch die endlosen Weiten Sibiriens. Zwischenstopp war in Abatskoje, wo wir die paläontologische Abteilung des dort ansässigen Museums besuchten, in der Knochen von 17 Wirbeltierarten aus der Gegend zu sehen waren. In 10 Jahren Forschungsarbeit wurden mehr als 3000 Knochen gesammelt und präpariert, darunter auch Überreste von Mammuts. In dem Ort war 1781 auch Peter Simon Pallas, ein deutscher Geograph und Forschungsreisender, der als erster Wissenschaftler diese Region untersuchte. Anschließend ging es weiter nach Krutinka, wo wir zweimal übernachten werden.

Abatskoje

26. Mai

Morgens brach ein Teil der Gruppe zu einer Schifffahrt auf dem Irtysch auf, um die steilabfallenden Uferböschungen mit sichtbaren Zeichen der Erosion zu beproben. Teepause war auf einer Insel in der Nähe der Mündung des Tobol in den Irtysch, auf der auch Humboldt mit dem Generalgouverneur Velyaminov gewesen sein soll. 
Während einige Exkursionsteilnehmer nachmittags eine historische Bibliothek und das architekturhistorische Museum besuchten, erkundeten die anderen das Gelände der ehemaligen Glasfabrik in einem Dorf in der Nähe von Tobolsk, die Mendelejews Mutter im Auftrag der Familie betrieb. 
Anschließend fand eine Stadtrundfahrt statt.

Irdisch

 

 

 

 

25. Mai

Bei freundlichem Wetter fuhr die Gruppe über eine gut ausgebaute Straße durch weite Ebenen und Birkenwälder nach Tobolsk, im 17. Jahrhundert Hauptstadt Sibiriens. Die Stadt verfügt über einen Kreml und gut erhaltene historische Holzhäuser. Am Nachmittag hielt Dr. Damaschun (Naturkundemuseum Berlin) vor Schülern einen Vortrag über Humboldt. Anschließend fand im architekturhistorischen Museum eine Diskussionsrunde mit Tobolsker Bürgern statt.

Tobolsk

23. Mai

Am Vormittag wurde die Exkursion "Auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Westsibirien, den Altai und Ostkasachstan" mit einem Festakt an der St. Petersburg Mining University eröffnet, an dem der Rektor, Prof. Vladimir Litvinenko, Professoren und Wissenschaftler der Universität sowie die deutschen Teilnehmer der Exkursion teilnahmen. Von hier aus startete Humboldt am 1. Mai 1829 seine Reise durch Russland. Anschließend fand eine Pressekonferenz statt, an der von deutscher Seite Prof. Heide und Dr. Damaschun (Naturkundemuseum Berlin) teilnahmen. Die anderen Exkursionsteilnehmer wurden von Maria Logunova, Kustodin des Bergmuseums, durch die beeindruckenden Säle geführt.

St. Petersburg Mining University

22. Mai

Die Anreise zum Flughafen hat geklappt. Das Übergepäck haben wir erfolgreich abgegeben und warten jetzt auf den Flug nach Sankt Petersburg. 

Abreise Berlin-Schönefeld

 21. Mai

Pressemitteilung vom 21. Mai 2019