Entwicklung von Füllmaterialien und Oberflächenhüllmaterialien für Explosionsschutzmatten und -wände auf Basis neuartiger Verbundwerkstoffe

Sowohl bei der Kampfmittelbeseitigung als auch bei Abbruchsprengungen treten als unmittelbare Begleiterscheinung Gefahren durch eine Druckwelle infolge der Detonation, Sprengerschütterungen, Splitterflug, Erschütterungen durch Einsturz, Brand und Explosion auf. Deshalb müssen schutzbedürftige Güter in unmittelbarer Nähe des Sprengobjektes vor Zerstörung geschützt werden. Bei beiden Ereignissen muss die Einsatzstelle durch besondere Schutzmaßnahmen abgesichert werden. Zum Schutz der Bevölkerung und zur Sicherung von Gebäuden und sozioökonomischen und soziokulturellen Infrastrukturen legt der Sprengberechtigte einen Sicherheitsradius fest, in dem unter Umständen Gebäude evakuiert und Straßen abgesperrt werden.

Um bei einer Detonation das Ausbreiten der Druckwelle sowie von Splittern zu verhindern, werden die Sprengstellen mit unterschiedlichen Hilfsmitteln abgedeckt, wie Sprengmatten, Stroh, Papierballen, Sand(säcken), Dämmmatten, Betonblöcken oder wassergefüllten Behältern. Papier und Stroh sind meist gut zugänglich, haben eine sehr gute Dämmwirkung, aber sie sind leicht entzündlich. Steine, Betonblöcke und Wasserbehälter können Druck auf die Sprengsätze ausüben und eine vorzeitige Explosion auslösen.

Ziel des AiF-Forschungsverbundprojektes ist deshalb die Entwicklung mobiler, leichter und explosionsdruckstoßfester Materialien und modular aufgebauter Schutzelemente; ausgeführt als Explosionsschutzmatten und -taschen zur Bewahrung vor Verletzungen und Beschädigungen.

Weiteres Ziel ist die Entwicklung des Dämpfungsmaterials in Form von Schaumglas (offen- und geschlossenporig), welches bei Bedarf zur Erhöhung ihrer Effektivität zusätzlich mit Wasser intrudiert werden kann. Insbesondere KMU`s aus dem Bereich Materialherstellung (Garnhersteller, Weber, Beschichter, Konfektionäre) sowie Schaumglashersteller, aber auch Behörden (Kampfmittelbeseitigung), können neue Anwendungsfelder erschließen und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Projektpartner:

Ansprechpartner

Prof. Dr. Gerhard Heide

Prof. Dr. Gerhard Heide


Universitätsprofessor

Brennhausgasse 14

Telefon +49 3731 39-2665
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