5. Krüger-Kolloquium am 07. Dezember 2011

"Alte Mensa", Petersstraße 5, Freiberg

Dr. Sigmund Jähn,

Bildquelle: Wikipedia

Dr. Thomas Reiter,
Bildquelle:
www.spacefacts.de

Dr. Sigmund Jähn und
Dr. Thomas Reiter


Thema:

"Die Mission Astrolab"

Dr. Sigmund Jähn (* 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz) ist ein ehemaliger deutscher Kosmonaut. Er war der erste Deutsche im Weltraum.

Ende der 60-er Jahre studierte er an der Militärakademie der Luftstreitkräfte „J. A. Gagarin“ in Monino bei Moskau. Er schloss dieses Studium als Diplom- Militärwissenschaftler ab. Im Rahmen des Interkosmos-Programms absolvierte Oberstleutnant Jähn ab 1976 im Sternenstädtchen bei Moskau eine Kosmonautenausbildung. Er nahm an der erfolgreichen Raumfahrtmission Sojus 31 teil.

Sigmund Jähn flog am 26. August 1978 in der sowjetischen Sojus 31 zusammen mit Waleri Fjodorowitsch Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Der Flug dauerte sieben Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und vier Sekunden. Während der 125 Erdumkreisungen führte Jähn zahlreiche Experimente durch. Dazu zählten wissenschaftlich-technische Experimente mit der Multispektralkamera MKF 6 zur Erdfernerkundung, materialwissenschaftliche Experimente, Experimente zur Kristallisation, Formzüchtung und Rekristallisation sowie Züchtung eines Monokristalls, medizinische und biologische Experimente.

Dr. Thomas Reiter (* 23. Mai 1958 in Frankfurt am Main) ist ebenfalls ein ehemaliger deutscher Raumfahrer. Er ist Direktor für Bemannte Raumfahrt und Betrieb bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

1993 begann Thomas Reiter am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln seine Ausbildung zum Astronauten. Ab August desselben Jahres bereitete Reiter sich in Moskau im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum auf die als „Euromir“ bezeichneten Missionen vor. Das Intensivtraining fand im „Sternenstädtchen“ statt.

An Bord von Sojus TM-22 startete Reiter am 3. September 1995 zur russischen Raumstation Mir. Zusammen mit den Kosmonauten Gidsenko und Awdejew bildete er die 20. Mir-Langzeitbesatzung. Am 20. Oktober wurde Reiter der erste deutsche Raumfahrer, der einen Weltraumausstieg unternahm. Reiter und seine zwei russischen Kollegen lebten insgesamt 176 Tage, 20 Stunden und 50 Minuten an Bord der Mir. Erst am 29. Februar 1996 landeten sie nach 179 Tagen im All wieder auf der Erde. Damit stellte Reiter eine weitere Bestleistung auf, denn Sojus TM-22 war der längste Flug eines nichtrussischen Raumfahrers.

Am 4. Juli 2006 startete Reiter zu seinen zweiten Aufenthalt im Weltall - mit STS-121 zur ISS. Er gehörte zur ISS-Expedition 13, lebte und arbeitete 166 Tage bis zum 19. Dezember 2006 an Bord der Raumstation. Am 22. Dezember 2006 kehrte er mit der Shuttle-Mission STS-116 zur Erde zurück. Mit diesem Flug ist er der europäische Raumfahrer mit der meisten Erfahrung im All.

Thomas Reiter war vom 1. Oktober 2007 bis März 2011 im Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zuständig für die Bereiche Raumfahrtforschung und -entwicklung. Seit dem 1. April 2011 ist er Direktor der neuen Direktion für Bemannte Raumfahrt und Betrieb der ESA mit Sitz in Darmstadt. Er verantwortet Europas Beitrag zur Internationalen Raumstation ISS, die ESA-Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt, den Betrieb bemannter und unbemannter Raumfahrzeuge und des Bodensegments.


Textquelle: Wikipedia