29. Oktober 2013 - Führen mit Frauen und Männern: erfolgreich und gendergerecht!?

Frauen führen nicht anders als Männer?


Am 29. Oktober 2013 fanden zum vierten Mal die Freiberger Frauen- und Männergespräche an der TU Bergakademie Freiberg statt. Das Thema der Veranstaltung war "Führen mit Frauen und Männern – erfolgreich und gendergerecht". Den Eröffnungsvortrag hielt Sabine Korek, Arbeits- und Organisationspsychologin an der Universität Leipzig. Sie stellte verschiedene Studien vor, die zeigen, dass es nur wenige Unterschiede im Führungsverhalten von Frauen und Männern gibt:
Das Geschlecht entscheidet also selten darüber, wie geführt wird oder welchen Führungsstil man sich von Vorgesetzten wünscht. Einige Unterschiede gibt es aber doch: So scheinen Frauen etwas demokratischer und Männer autokratischer zu führen.

Wiederum andere Studien über bessere Perspektiven für Frauen in Führungsetagen konstatieren, dass Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie allein eher hinderlich für die Aufstiegschancen von Frauen sind. In Institutionen, in denen jedoch Vereinbarkeitsmaßnahmen mit aufstiegsförderlicher Führung zusammentreffen, hätten Frauen verbesserte Karriereperspektiven.

Bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Yvonne Joseph von der TU Bergakademie Freiberg, Anett Randt von der Fehr Umwelt Ost GmbH aus Freiberg-Muldenhütten, Stephan Meschke von der TU Bergakademie Freiberg und Sabine Korek wurden persönliche Führungserfahrungen der Beteiligten, moderiert von Dr. Angelique Leszczawski-Schwerk von der Graduierten- und Forschungsakademie, thematisiert. Hier herrschte auch nach ausführlicher Diskussion Uneinigkeit bezüglich der Frage, ob Frauen und Männer tatsächlich unterschiedliche Führungsstile anwenden. Bei einem anderen Thema war dagegen schnell Einvernehmen hergestellt:
Die in der Politik immer wieder diskutierte Quote für Frauen in Führungspositionen wurde von den Beteiligten als nicht erforderlich erachtet. Frau Prof. Dr. Joseph war sich jedenfalls sicher, dass an der TU Bergakademie Freiberg in zehn Jahren schon deutlich mehr Frauen Führungspositionen einnehmen werden. Die Frauen seien gut ausgebildet und würden gebraucht. Stephan Meschke schloss sich mit Blick auf die eigenen Kolleginnen an und betonte, dass die Frauen in seinem Umfeld Führungsqualitäten besäßen und gute Aufstiegschancen hätten. In Anett Randts Unternehmen wird die eine oder andere Leitungsstelle bereits jetzt von einer Frau besetzt und auch sie nimmt die steigende Akzeptanz wahr. Obgleich auch etwas kritischere Stimmen aus dem Plenum zu hören waren, bestand bei den Podiumsgästen weitgehend Konsens darüber, dass in naher Zukunft deutlich mehr Frauen in Führungspositionen vertreten sein werden – auch ohne Frauenquote. Dafür brauchen sie aber auch faire Chancen.


(Wenke Wilhelms, PromovierendenRat)


Fotos der Veranstaltung:


Bild der Vorstellung des Dozenten
Bild des Auditoriums der Veranstaltung
Bild von der Präsentation der Veranstaltung
Bild der Podiumsdiskussion der Veranstaltung