16. April 2013 - Väter in Wissenschaft und Wirtschaft - Neue Identitätskonzepte und Rollen?

Die moderne Vater-Generation im Berufsalltag – zwischen Schreibtisch und Windeln


Zum dritten Mal fand am 16. April 2013 an der TU Bergakademie Freiberg die Gesprächsrunde „Freiberger Männer - und Frauengespräche“ im Rahmen der Gleichstellungsarbeit der Universität statt.

Holger Strenz (Projektkoordinator Männernetzwerk Dresden e.V.), Prof. Dr. Martin Gillo (MdL und Staatsminister a.D.), Prof. Dr. Johannes Heitmann (Institut für Angewandte Physik TU BAF), Rikarda Grummt (AG Kind TU BAF) und Alexander Egeling (PromovierendenRat TU BAF) diskutierten zum aktuellen Väterbild in Deutschland – speziell zur Elternzeit, zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zu den Herausforderungen in den Unternehmen.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Einstellung zu Vaterschaft in Deutschland massiv gewandelt. Dinge wie „das Wickeln von Kindern“ oder „das Kinderwagen schieben“ sind keine frauenspezifischen Aufgaben mehr, so Holger Strenz. Für Väter gäbe es dennoch Hindernisse und Benachteiligungen: Angebote und Beratungsmöglichkeiten speziell für Väter fehlen. Problematisch sei auch der Kündigungsschutz für Väter beim Übergang von der Berufs- in die Familienzeit. Väter haben nur wenig – genau eine Woche – Zeit, wenn sie fristgerecht und ohne Angst vor einer Kündigung die Elternzeit beantragen wollen. Der Sonderkündigungsschutz beginnt acht Wochen vor dem Beginn der Elternzeit. Sein Fazit: Es gibt mehr Väter, die in Elternzeit gehen. Jedoch: Die Akzeptanz für aktive Väter, die eine längere Elternzeit nehmen möchten, muss insbesondere bei Kollegen und Vorgesetzten noch wachsen.

Auch die Schwierigkeiten auf Seiten der Unternehmer, wo kurzfristige Regelungen zur Elternzeitvertretung greifen müssen, wurden angesprochen. Ergänzend zum Thema richtete Ehrengast Prof. Dr. Martin Gillo den Fokus auf die Unterschiede in der Gleichstellung von Frau und Mann in den USA und Deutschland z.B. beim Sorgerecht. Er verwies darauf, dass in den USA auch mehr Frauen Führungspositionen besetzten.

Die Diskussion blieb nicht nur durch die persönlichen Erfahrungen der Podiumsgäste, sondern auch durch die Kommentare und Berichte der Doktorand/innen und Mitarbeiter/innen der Universität im Publikum bis zum Schluss spannend. Gerade die individuellen Erfahrungen verdeutlichten, dass Vaterschaft und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf längst keine Randthemen mehr an der Universität sind. Aber noch bestehen strukturelle Barrieren, zumal die Facetten der Vaterschaft sowie Rollenvorbilder variieren. In diese Richtung gäbe es „noch viel zu tun“ , so das Schlusswort der Moderatorin Dr. Kristina Wopat, stellvertretende Direktorin der Graduierten- und Forschungsakademie.




Fotos der Veranstaltung:


Präsentation zu Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Dozent von Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Vortragende von Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Plakat zu Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Auditorium und Präsentation von Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Vortragende von Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft
Auditorium von Vätern in Wissenschaft und Wirtschaft