11. Juli 2012 - Kind und Karriere? Wege aus der „Geht-nicht-Falle“

Die 1. Veranstaltung der im Rahmen des Gleichstellungskonzeptes der TU BA Freiberg geförderten Freiberger Frauen- und Männergespräche fand am 11. Juli 2012 von 15.00 bis 17.00 Uhr statt.  

 

Eröffnet wurde die Podiumsdiskussion mit einem Einführungsvortrag von Frau Prof. Dr. Schneider-Böttcher. Betrachtet wurden dabei die typischen Lebensphasen von Frauen und Männern und wie sich diese schließlich in der „Rushhour des Lebens“ – dem Management von Familie und Karriere –am Beispiel Ost- und Westdeutschlands auswirken. Anschaulich dargestellt wurde, dass Familiengründungen immer später erfolgen und sich mit beruflichen Karriere- und Aufstiegsphasen überschneiden. Die von ihr gezeigten Statistiken zu Sachsen machten deutlich, dass Frauen zwischen 30 und 55 Jahren nach wie vor mehrheitlich in Teilzeit auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt sind und dass die Kinderbetreuung von Kindern unter drei Jahren in Kitas noch ausbaufähig ist, gerade weil der Freistaat Sachsen einer der geburtenstärksten Bundesländer ist.

Input für die sich anschließende Podiumsdiskussion lieferte Frau Prof. Dr. Schneider-Böttcher mit ihren Fragen zu Chancengleichheit der Geschlechter nach einer Kinder-Auszeit, der Vereinbarkeit von Kind und Karriere bzw. Beruf und Familie und dem idealen Zeitpunkt einer Familiengründung.

Unter Moderation von Frau Dr. Kristina Wopat, amt. Direktorin der GraFA, diskutierten Herr Prof. Dr. Michael Stelter (Prorektor für Forschung TUBAF), Frau Dipl.-Ing. Karin Sichone (Gleichstellungsbeauftragte der TUBAF), Frau Heike Preussner (Frauenbeauftragte VW Sachsen GmbH Zwickau) und Frau Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher (Präsidentin des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen) anschließend u.a. die angeregten Fragen.

Die Diskussion wurde vor allem durch die persönlichen Erfahrungsberichte der Podiumsteilnehmer/innen sowie den persönlichen Beiträgen aus dem Publikum – v.a. der Studentinnen und Doktorandinnen – bereichert. Diese verdeutlichten, dass die Thematik essentiell ist und das Bewusstsein für Veränderungsprozesse vor allem an der TUBAF in den letzten Jahren gewachsen ist. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass noch immer ein Handlungsbedarf besteht und weitere konkrete Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wünschenswert wären. Die Diskussion zeigte ebenso, dass es den richtigen Zeitpunkt einer Familiengründung nicht gibt, da individuelle und vielfältige Lebenskonzepte existieren. Ob nun die Studiums- oder Promotionszeit der ideale Zeitpunkt ist, um eine Familie zu gründen, ist weiter diskutierbar.

Die ganz persönlichen Beiträge des Publikums führten zu einem interessanten und regen Austausch mit den Podiumsgästen. 

Recht herzlich danken wir an dieser Stelle unseren Gästen und dem Publikum der Veranstaltung für die Einblicke in ihren Erfahrungshintergrund sowie ihrem Engagement, durch das die Idee hinter dieser Veranstaltungsreihe mit Lebendigkeit gefüllt werden konnte.