Wissenschaftszeitvertragsgesetz

 

Im deutschen Wissenschaftssystem sind befristete Arbeitsverträge für das wissenschaftliche Personal sehr verbreitet. Geregelt wird das durch Das Gesetz über befristete Arbeitsverträge in der Wissenschaft (Wissenschaftszeitvertragsgesetz – WissZeitVG). Die Befristungsgrenzen gelten unabhängig von den Beschränkungen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes.

Ausführliche Informationen und Erklärungen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz sind auf der  Homepage des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aufgeführt.

Grundsätzlich gilt, dass wissenschaftliche Mitarbeiter/innen bis maximal 12  Jahre (mit einem Umfang von mehr als einem Viertel der regelmäßigen Arbeitszeit – derzeit 10 Stunden pro Woche) befristet angestellt werden können – sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion. Dies ist jedoch nur bei einer Beschäftigung möglich, die der eigenen wissenschaftlichen Qualifizierung dient. Das kann die Promotion oder Habilitation sein, aber auch andere wissenschaftliche Qualifizierungen (Erlernen von Forschungsmethoden, Weiterqualifizierung in der Lehre etc.). Die Dauer der Befristung muss dem Qualifizierungsziel angemessen sein, deshalb muss in jedem Arbeitsvertrag ein Qualifizierungsziel genannt werden.

Wird die Promotion in einem kürzeren Zeitraum zum erfolgreichen Abschluss gebracht, können die verbleibenden Jahre zusätzlich zu den 6 Jahren nach der Promotion für befristete Arbeitsverträge genutzt werden.

Eine Verlängerung der Höchstbefristungsdauer um zwei Jahre ist möglich, wenn eigene, Stief- oder Pflegekinder betreut werden (zwei Jahre pro Kind) oder wenn eine Behinderung bzw. chronische Erkrankung vorliegt.

Bei drittmittelfinanzierten Projekten gelten die 12 Jahre Höchstbefristungsdauer nicht in jedem Fall.  Wenn für die Befristung ein Sachgrund vorliegt (z.B. Projektlaufzeit), erlaubt das Teilzeit- und Befristungsgesetz eine befristete Beschäftigung auch unabhängig von der eigenen Qualifizierung. Die Dauer der Befristung richtet sich dann nach der Projektlaufzeit, wird aber auf die Höchstbefristungsdauer für die Qualifizierung angerechnet (§2, Abs. 3 WissZeitVG).