Feierliche Verabschiedung der Promovierten und Habilitierten des Jahrgangs 2020

Ein ungewöhnliches Jahr geht für 91 Promovierte und zwei Habilitierte erfolgreich zu Ende. Ein kleiner, aber nicht ungefährlicher und ungebetener Gast hat die Pläne von so vielen durcheinandergewirbelt und konnte es doch nicht verhindern, dass es am 29. Januar 2021 etwas zu feiern gab. Auch wenn die TU Bergakademie ihre jungen Wissenschaftler/innen nur virtuell verabschieden konnte, war es nicht weniger würdig.

Feiern im Lockdown? Wir wagten es, aber schön mit Abstand! Und mit Zustimmung des Rektors! Am 29. Januar 2021, 14:00 Uhr startete das Experiment feierliche Verabschiedung der Promovierten und Habilitierten des Jahrgangs 2020 – nicht wie gewöhnlich in der Alten Mensa sondern komplett im virtuellen Raum. Geht das? Kann das wirklich feierlich werden? Ist das nicht zu unpersönlich? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Neue Wege sind in den vergangenen Monaten Viele gegangen, warum nicht auch wir.

Durch die Unterstützung der Hochschulleitung sowie aller beteiligter Redner, Dekane, Musiker und besonders der Mitarbeiter des Medienzentrums, die dabei wohl den wichtigsten Part einnahmen, aber auch durch das Verständnis der Gefeierten und deren Zuarbeiten, ist es gelungen, den 91 Promovierten und zwei Habilitierten in einem würdigen Rahmen für Ihre für Mitarbeit und ihre Beiträge in Forschung und Lehre zu danken. Alle haben noch mehr geleistet als sonst, um die Lehre abzusichern, die Forschung nicht zum Stillstand kommen zu lassen und die Universität zumindest im Standby-Betrieb laufen zu lassen. Alle Namen der Graduierten wurden zur Feierstunde von den Dekanen der jeweiligen Fakultäten verlesen und zusätzlich waren sie in der begleitenden PowerPoint-Präsentation mit einem Foto zu sehen. Damit gelang eine persönliche Verabschiedung.

Alle Promovierten und Habilitierten erhielten Ihre Absolventenbriefe und Geschenke in diesem Jahr vorab per Post zugesendet. Der Beginn der Veranstaltung war als Zeitpunkt erklärt, die Briefe und Päckchen zu öffnen - ein emotionaler Moment und ein Gefühl der Gemeinsamkeit in Zeiten der Isolierung.

21% der Geehrten sind junge Wissenschaftlerinnen. Das ist weniger als in den Vorjahren. Kinderbetreuung und Home-Schooling während der Schließung von Kindergärten und Schulen im Frühjahr 2020 könnten ein gewichtiger Grund dafür sein. Die immense Doppelbelastung forderte ihren Tribut.

Knapp ein Drittel der Forscher kam aus dem Ausland – aus 17 Ländern weltweit – zur Promotion nach Freiberg. Zu den Herkunftsländern gehören China mit sieben, Russland, Ukraine und Iran mit je zwei Absolventen sowie je eine/r aus Rumänien, Spanien, der Schweiz, der Türkei, Syrien, Libanon, Irak, Kasachstan, Armenien, Indien, Vietnam, Nepal und Venezuela.

Für ihre herausragenden Leistungen wurden zudem 21 Doktorinnen und Doktoren besonders geehrt, die ihre Promotion mit dem Prädikat „summa cum laude“ (mit Auszeichnung) abgeschlossen haben. Sie erhielten zusätzlich eine Medaille mit historischer Abbildung und eingraviertem Namen.

Den Festvortrag hielt Herr Dr. Michael Schüngel, Mitarbeiter in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der RWE Power Aktiengesellschaft. Auch er ist ein Alumnus der TU Bergakademie Freiberg: Nach dem Geologie-Studium an der Universität Köln, entschied er sich, als externer Doktorand an unserer Universität zu promovieren. Seither ist er unserer Hochschule immer wieder treu geblieben. Sei es durch die Unterstützung der Assessement and Development Center der Graduierten- und Forschungsakademie oder ganz aktuell durch die Gründung des Start up’s Quantus Agriculture Technologies GmbH, eine Ausgründung aus der TU Bergakademie Freiberg. „Der innovative Ansatz der Quantus-Agriculture Technologie beruht auf der Echtzeitcharakterisierung von Böden und modernisiert das Precision Farming in der Landwirtschaft. Unter Verwendung der Hochleistungstechnologie werden alle düngungsrelevanten Informationen in Echtzeit ermittelt und Kunden wie Landwirten, Ministerien oder Behörden zur Verfügung gestellt.“, so im Blog von SAXEED zum Ideenwettbewerb für Gründer. Gemeinsam mit Dr. Daniela Vogt vom Institut für Analytische Chemie der Bergakademie war er 2020 Gewinner in der Kategorie Wissenschaftler.

Musikalisch begleitet wurde die Feier wieder durch die Wood 'n' Brass Big Band.

In welche Teile der Welt es die ehemaligen Promovenden der TU Bergakademie noch verschlägt und welche Berufe sie dort ausüben, zeigte ein Filmprojekt der Graduierten- und Forschungsakademie, unterstützt von der Universität, dem Medienzentrum, dem Freiberger Alumni-Netzwerk sowie dem Verein Freunde und Förderer der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Auch in diesem Jahr wurden während der Feierstunde wieder zwei Filme aufgeführt: Dr. Thorid Zierold, Kustodin für Naturwissenschaften und stellvertretende Direktorin des Museums für Naturkunde Chemnitz, und Prof. Anja Geigenmüller, Professorin an der TU Ilmenau, erzählen von Ihrem Werdegang nach der Promotion und ihren heutigen Einsatzfeldern.