20. Krüger-Kolloquium

20. Krüger-Kolloquium am 19. Oktober 2016, 18:00 Uhr

Alte Mensa, Petersstraße 5, Freiberg

 

 

 

Porträt von Professor Ottmar Edenhofer Prof. Ottmar Edenhofer,
Direktor des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, Berlin
Stellvertretender Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung
Professor an der TU Berlin

zum Thema
"Post-Paris: Herausforderungen für die Klimapolitik"

Das Paris-Abkommen von 2015 ist ein diplomatischer Erfolg – aber kein Durchbruch in der Klimapolitik. Die internationale Staatengemeinschaft hat sich auf die Festlegung eines Klimaziels und freiwillige Selbstverpflichtungen geeinigt, jetzt gilt es, Umsetzung der angestrebten Ziele durch eine internationale, globale Klimapolitik anzupacken, in der die Kooperation zwischen den Staaten stabilisiert und schrittweise ausgebaut wird.

Ohne einen Mindestpreis für CO2-Emissionen wird es jedoch nicht gehen: Er setzt einen dreifachen Anreiz für den Klimaschutz. Die Verbrennung von Kohle und Öl wird teurer, Energie aus Sonne und Wind attraktiver und es entstehen Einnahmen, die zur Finanzierung von Infrastruktur verwendet werden können. Diese Infrastrukturinvestitionen, wie Zugang zu sauberem Wasser, zu sauberem Strom, zu Transport, können Armut vermindern und die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften erhöhen. Damit würde die Klimapolitik auch kurzfristig Vorteile schaffen, die eine politische Umsetzung in vielen Ländern erleichtern.

Deutschland muss seine Ziele zur Emissionsminderung erreichen, um die deutsche Energiewende weiterhin als glaubwürdiges Vorbild zu erhalten. Ein Ausstieg aus der Kohlenutzung ist jedoch nicht im nationalen Alleingang realisierbar. Hierfür ist eine umfassende Reform des Emissionshandels notwendig.

Fotos von der Veranstaltung

Videomitschnitt der Veranstaltung

Zur Person:

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer (Jahrgang 1961, geboren in Bayern) studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie an der Universität München und hat sein Diplom in Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München abgelegt (Prädikatsexamen). Er besitzt einen Abschluss in Philosophie („summa cum laude“) der Hochschule für Philosophie München. Während seiner Studienzeit gründete er sein eigenes Unternehmen und leitete von 1991 bis 1993 eine humanitäre Hilfsorganisation in Bosnien. Er arbeitete als wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Darmstadt und schrieb 1999 seine Doktorarbeit im Bereich Wirtschaftswissenschaften („summa cum laude“).

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ist Lehrstuhlinhaber für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität Berlin und ehemaliger Co-Chair der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC, welcher im Jahr 2014 seinen 5. Sachstandsbericht veröffentlichte. Er ist stellvertretender Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Direktor des gemeinsam von PIK und der Stiftung Mercator gegründeten Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), das seine Forschung auf die Grundlagen einer nachhaltigen Governance globaler Gemeinschaftsgüter fokussiert. Er hat Beiträge in Science, PNAS, Nature Climate Change und in führenden umwelt-, energie- und ressourcenökonomischen Zeitschriften veröffentlicht und zahlreiche Bücher verfasst.

Er ist unter anderem Mitglied der Forschungsunion, Mitglied der Themengruppe Klima, Energie und Umwelt der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und berät die Weltbank als Mitglied im Beirat der "Green Growth Knowledge Platform". Des Weiteren ist er aktiv in der Arbeitsgruppe „Ökonomie“ des von den deutschen Wissenschaftsakademien geleiteten Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ tätig. Ottmar Edenhofer wurde im Januar 2015 als Mitglied in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech gewählt. Unter seiner Leitung entstand 2011 der IPCC Sonderbericht zu Erneuerbaren Energien und der Vermeidung des Klimawandels (SRREN).

Diskussionspartner von Prof. Ottmar Edenhofer war Prof. Jörg Matschullat.

Porträt von Professor Jörg MatschullatProf. Jörg Matschullat studierte Geologie an der TU Clausthal-Zellerfeld, promovierte an der Universität Göttingen und habilitierte an der Universität Heidelberg. Seit April 1999 ist er Professor für Geochemie und Geoökologie und Direktor des Interdisziplinären Ökologischen Zentrums (IÖZ) an der TU Bergakademie Freiberg.

 

Er beschäftigt sich in seinen Forschungen mit den Themen Geochemie, Atmosphärenchemie und Regionaler Klimawandel.

 

 

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