terra mineralia

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Eine mineralogische Weltreise

In der Ausstellung terra mineralia im Schloss Freudenstein werden etwa 3.500 Minerale gezeigt, die vor allem aus der Pohl-Ströher-Mineralienstiftung stammen. Diese umfangreiche Sammlung ist nach regionalen Gesichtspunkten geordnet. Dabei hat Frau Dr. POHL-STRÖHER mit Erfolg versucht, möglichst viele bekannte Mineralarten einer Lagerstätte zusammen zu tragen und vor allem auch die verschiedensten Erscheinungen eines Minerals an Formen und Farben zu belegen. Beim Erwerb legte sie besonderes Augenmerk auf Qualität und ästhetische Ausbildung der Stufen, so dass die Sammlung einen großen Schauwert erlangte. Die Kollektion wuchs in einer Zeit, als es den verantwortlichen Betreuern der Freiberger Sammlung nur beschränkt möglich war, internationale Spitzenstücke zu erwerben. Es gab zu DDR-Zeiten weder die Reisemöglichkeiten, um an bedeutenden Mineralverkaufsmessen teilzunehmen, noch finanzielle Mittel, um vergleichbares Material erwerben zu können. Dadurch stellt diese private Kollektion eine hervorragende Ergänzung der wissenschaftlich wertvollen Geowissenschaftlichen Sammlungen der Freiberger Alma Mater dar.

Um den faszinierenden Charakter der Sammlung zu bewahren, wurde entschieden, eine mineralogische Weltreise in der Ausstellung terra mineralia zu präsentieren. In vier großen Sälen werden die Minerale, nach Kontinenten geordnet, ausgestellt. Diese Säle gliedern sich nun in Europa, Afrika, Amerika und Asien mit Australien. Innerhalb dieser Kontinenträume erfolgte die Anordnung der Minerale nach Ländern und Fundstellen. Dabei gibt es natürlich Schwerpunkte, die zum Einen aus dem verfügbaren Angebot des jeweils aktuellen Marktes und zum Anderen aus privaten Interessen resultieren. Besonders hervorzuheben sind die Teilkollektionen aus Rumänien und vom Territorium der ehemaligen Sowjetunion, aus Namibia, Marokko und Südafrika, aus Indien, Brasilien, Mexiko, Peru, den USA und vor allem auch aus China.

Einer der größten Wünsche der Stifterin war es, mit der von ihr initiierten Ausstellung vor allem wieder junge Menschen für die Schönheiten der Natur und die Naturwissenschaften zu begeistern. Um das zu realisieren, wurden „Abstecher“ von der mineralogischen Weltreise eingerichtet, wo die Besucher auf Entdeckungstour gehen und mehr erfahren können. Die Weltreise beginnt in der Aussichtsplattform. Nach einem Einführungsfilm, bei dem Grundfragen der Mineralogie, wie z.B. die Entstehung der Erde, die Bestimmung und die Verwendung von Mineralen angerissen werden, besteht die Möglichkeit, auf Großbildschirmen mit GoogleEarth zu 25 der bekanntesten Mineralfundorte zu fliegen. In einem weiteren Bereich wird die Bedeutung bestimmter Minerale und deren Verwendung zur Herstellung von Hightech-Materialien demonstriert. Im Amerikasaal gibt es die Möglichkeit, einen Ausflug „ins Licht“ zu machen. Mit UV-Strahlung unterschiedlicher Wellenlängen werden die verschiedensten Minerale zur Lumineszenz angeregt. So wie Gulliver ins Land der Riesen und ins Land der Zwerge reiste, gibt es im Asien-Saal die Möglichkeit, in verschiedene Dimensionen zu reisen. Dieser Bereich beschäftigt sich insbesondere mit dem Thema Fluorit. In einem sogenannten Drusengang können die Besucher erleben, wie Bergleute unter Tage die mit den herrlichen Kristallen ausgekleideten Hohlräume vorfinden. Bei einer dreidimensionalen Projektion wandert der Besucher von der äußerlichen Oberfläche der Fluoritkristalle bis hinein in die Kristallstruktur, und das im wahrsten Sinne des Wortes: ein begehbares Fluoritmodell ermöglicht das Erleben der atomaren Dimensionen. Noch mehr gibt es im Bereich der Forschungsreise zu entdecken. Durch Mikroskope können Geübte und Laien auf Entdeckungsreise gehen. Sogar ein Rasterelektronenmikroskop steht zur Verfügung, um selbst mehr als 1000fache Vergrößerungen zu erleben. Nach Voranmeldung können auch mitgebrachte Mineralfunde auf ihre elementare Zusammensetzung untersucht werden. Die Forschungsreise bietet auch Schulklassen oder anderen Gruppen die Möglichkeit, Kurse zur Mineral- oder Gesteinsbestimmung zu belegen. Die äußeren Eigenschaften der Minerale können bestimmt und auch Fotos angefertigt werden. Eine kleine, aber feine Bibliothek und ans Internet angeschlossene Computer beantworten Fragen, die während des Ausstellungsrundganges aufgetreten sind. Ständig werden neue Programme zu bestimmten Themen entwickelt, die unterrichtsergänzend Schulklassen angeboten werden oder die während der Ferien Eltern und Großeltern veranlassen, mit ihren Kindern die Ausstellung zu besuchen. Im Europa-Saal wird die Entstehung der Minerale auf metergroßen Leuchtflächen an den Stirnseiten der Vitrinen erläutert. Dabei werden mit Hilfe grafischer Darstellungen insbesondere die Bildungsbereiche vorgestellt, die zur Entstehung der für Sammler interessanten Minerale geführt haben. Solche Bereiche sind z.B. hydrothermale Gänge, alpinotype Klüfte, Skarne und Pegmatite. Im Afrika-Saal wird im Rahmen der Zeitreise verdeutlicht, dass sich die Bedeutung und die Verwendung der Minerale im Laufe der Menschheitsgeschichte mit weit reichenden Erfindungen und der Weiterentwicklung der Gesellschaft auch stetig geändert haben. Neben dieser Zeitreise werden die Minerale im Afrikasaal auch in Beziehung zur Landschaft gestellt, in der sie gefunden worden sind. Auf fünf Vitrinen kann sich der Besucher die Fundregionen an Hand von Reliefs räumlich betrachten. Den Abschluss des Rundganges bildet ein Besuch der Schatzkammer, wo Großstufen, Edelsteine und Meteoriten gezeigt werden.