Flussspatrevier Nabburg-Wölsendorf

Sonderausstellung "Flussspatrevier Nabburg-Wölsendorf" bis zum 12. November 2005

Ab Donnerstag, dem 25. November, ist im Foyer der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg die neue Sonderausstellung über das Flussspatrevier Nabburg-Wölsendorf zu sehen. In zehn Vitrinen werden prächtige Mineralstufen von den hydrothermal entstandenen Ganglagerstätten gezeigt. Wunderschöne Fluoritstufen, die z.B. dunkelviolett bis schwarz als sogenannter Stinkspat oder gelblich-bräunlich als Honigspat vorgekommen sind und verschiedene Kristallformen sind ausgestellt. Darunter sind auch einige exzellente Stufen der seltenen "Skalenoeder". Neben Fluorit sind attraktive Paragenesestufen mit blättrigem Baryt und Quarz, der als Eisenkiesel, Bergkristall oder Amethyst vorgekommen ist, vertreten. Außer diesen doch wohl den meisten Sammlern bekannten Mineralen von den Gruben um Wölsendorf werden auch die Erzminerale Galenit, Sphalerit, Pyrit und Chalkopyrit sowie die sekundären Minerale der Oxidationszone Pyromorphit, Cerussit, Chrysokoll oder Azurit gezeigt. Auf mehreren Tafeln können sich die Besucher über die geologischen Verhältnisse, die Bergbaugeschichte , die Gewinnungsmethoden und die Aufbereitung informieren. Die ausführliche Mineralbeschreibung beinhaltet auch die Minerale, die nicht ausgestellt werden können. Dazu zählen neben den Micromounts vor allem die radioaktiven Minerale, die aber zum Teil im Bild zu sehen sind. Zum Abschluss wird mit einem Steckbrief das wichtige Industriemineral Fluorit mit seinen mannigfachen Verwendungsmöglichkeiten vorgestellt.

Die Idee zur Ausstellung kam im Wesentlichen von Dr. Heinz Ziehr aus Mainz-Kastel, der vor 50 Jahren über die Lagerstätte Wölsendorf promovierte. Er eröffnete uns auch die Kontakte zu den Oberpfälzer Sammlern und lieferte auch eine Vielzahl von Informationen und Dokumenten, die für die Ausstellung notwendig waren.
Die in Freiberg ausgestellten Stufen konnten zum Teil bisher im Rathaus Schwarzenfeld besichtigt werden. Es handelt sich dabei um Leihgaben sowohl aus privater Hand als auch aus öffentlichen Ausstellungen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dr. Hochleitner von der Mineralogischen Staatssammlung München und bei der Marktgemeinde Schwarzenfeld sowie bei den Herren Lang und Reichhart aus Schwarzenfeld bzw. Stulln.
Neben dieser Ausstellung gibt es noch ein Novum, denn erstmalig wird an der Freiberger Alma Mater die Kombination Mineral und Kunst vorgestellt. Es sind Bilder der Künstlerin Elfi Kristl zu sehen, die Landschaftsaufnahmen aus dem Wölsendorf-Nabburger Raum und natürlich vor allem Porträts schöner Stufen darstellen, die gemeinsam mit dem Original aus der Sammlung ihres Mannes, Dr. Kristl, zu bewundern sind.

Fotos von einigen Ausstellungsstücken

Fluorit, Grube Cäcilia bei Stulln, Mineralogische Sammlung der TU Bergaka- demie Freiberg, MiSa12507, 8x5,5 cm
Baryt, Fluorit, Kallmünzerbruch, Stulln, Mineralogische Sammlung der TU Bergaka- demie Freiberg, MiSa56892, 15,5x11 cm
Fluorit mit Pseudomorphosen von Quarz nach Calcit, Marienschacht, Wölsendorf, Mineralo- gische Sammlung der TU Bergakademie Frei
Eisenkiesel, Grube Heißer Stein bei Stulln, Mineralogische Sammlung der TU Bergaka- demie Freiberg, MiSa60834, 9x6,5 cm
Fluorit, Grube Cäcilia bei Stulln, Sammlung Dr. Pohl-Ströher, PoSa64751, 29x27,5 cm
Große Honigspatstufe in der Ausstellung im Rathaus Schwarzenfeld vom Marienschacht, Wölsendorf, Sammlung Adrian Lang, 25x25 cm

Fotos: Andreas Massanek

Ansprechpartner

Dipl.-Min. Andreas Massanek, Tel.: +49 3731 39-2001
weitere Informationen unter E-Mail: Andreas [dot] Massanekatgeosamm [dot] tu-freiberg [dot] de