Projekt Dünnschliffsammlung

DFG-Geschäftszeichen: HE 3015/6-1
Projektlaufzeit: 1.02.2013 - 31.05.2016                                         

Antragsteller:                                                                                                              

  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Gerhard Heide
  • Dipl.-Geol. Christin Kehrer
  • Dr. rer. nat. Axel Renno

Projektbearbeitung:

  • Dipl.-Min. Susanne Eberspächer                                                                                                                                                                                                                                                                       

Projektthema: Aufbau eines webbasierten Systems zur Erschließung, Digitalisierung und Visualisierung der Schliffsammlung an der TU Bergakademie Freiberg

 

Sammlung

Zur Petrologischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg gehört eine Sammlung von circa 45.000 Dünnschliffen. Der Bestand dieser Kollektion setzt sich aus verschiedenen Quellen aller historischen Zeitabschnitte zusammen. Die vermutlich ältesten Präparate gehen auf das Jahr 1870 zurück und entstammen einer Sammlung „30 Dünnschliffe von typischen Gesteinen“ der Firma R. Fuess aus Berlin.

                                                                                                                            Neben Qualifikationsarbeiten von Studierenden und Doktoranden der Bergakademie Freiberg sind Dünnschliffe aus dem Bestand der ehemaligen Staatlichen Lagerstättenforschungsstelle (1910 - 1950) und der Staatlichen Bergwirtschaftsstelle (1928 - 1946) enthalten. Des Weiteren sind in der Sammlung Objekte aus Forschungsprojekten, Dünnschliffe aus alten Lehrserien und Einzelpräparate unbekannter Herkunft zu finden.                    

Oft gehört eine Karteikarte mit teilweise detaillierter Dünnschliff- und Fundortbeschreibung dazu.

 

 

 

                    

Die Sammlung ist von besonderer Bedeutung, da sie eine große Palette von geologischen Formationen und Provinzen abdeckt. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Festgesteine aus Sachsen sowie Mittel- und Nordeuropa und Proben aus Erzlagerstätten Mitteleuropas und einigen außereuropäischen Ländern. Viele dieser Gesteinseinheiten sind heute nicht mehr aufgeschlossen oder nur unter enormem materiellem Aufwand zugänglich.

 

Dünnschliff

Dünnschliffe werden von Gesteinen, Einzelmineralen, Erzen, Fossilien, Körnerpräparaten und technischen Produkten hergestellt. Dabei werden die Gesteinsschnitte auf Glasträger montiert, auf eine Dicke von rund 30 µm geschliffen und meist mit einem Glasplättchen abgedeckt. Der Zustand der Sammlungsobjekte ist sehr unterschiedlich. Neben mechanischen Beschädigungen und dem Ablösen der Papieretiketten stellen das „Vergilben“ und die Kristallisation des Kanadabalsams die größte Beeinträchtigung des Zustands der Dünnschliffe dar.

 

Digitalisierungsprojekt

Ein Teil der Dünnschliffsammlung wird zurzeit im Projekt HE 3015/6-1 „Aufbau eines webbasierten Systems zur Erschließung, Digitalisierung und Visualisierung der Dünnschliffsammlung an der TU Bergakademie Freiberg“ erfasst. Dieses Projekt ist ein Bestandteil des Bündelantrags „Geo- und montanwissenschaftliche Sammlungen in Freiberg und Dresden“ und wird im Rahmen der Ausschreibung „Erschließung und Digitalisierung von objektbezogenen wissenschaftlichen Sammlungen“ von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Zeitraum von Februar 2013 bis Januar 2016 gefördert.

 

 

Ziel

Das Ziel der Arbeit ist es, dem Nutzer über das Internet einen Zugriff auf alle verfügbaren Daten der Dünnschliffsammlung zu gewähren. Dafür sollen die Daten mit geeigneten und modularisierten Werkzeugen erfasst werden. Nach einer Phase der Evaluierung und Optimierung der Datenbank müssen die Daten von ca. 1.000 Präparaten in die Datenbank übertragen werden.

Ein weiteres Ziel stellt die webbasierte Suche dar. Über sie sollen alle verfügbaren Informationen der erfassten Bestände visualisiert werden. Um die Daten in anderen Anwendungen verknüpfen und nutzen zu können, werden diese über geeignete Schnittstellen Harvesting-Portalen zur Verfügung gestellt. Die notwendigen Suchmasken und -algorithmen sind aufzubauen, zu prüfen und schließlich zu dokumentieren.

 

 

Methodik

Zu den relevanten Daten gehören die Metadaten aus der bereits bestehenden MySQL-Datenbank, welche in das Datenbanksystem „AQUiLAgeo“ übertragen bzw. dort ergänzt werden müssen. Hinzu kommen unter anderem Informationen, die den Karteikarten und Etiketten entnommen werden können, Scans der Präparate und der zugehörigen Karteikarten, die mit Hilfe eines Flachbettscanners erstellt werden. Ein wesentlicher Bestandteil sind Panoramafotos des Dünnschliffs, die mittels eines Polarisationsmikroskops erstellt werden. Diese werden sowohl mit linear polarisiertem als auch mit gekreuzt polarisiertem Licht aufgenommen. Der Ablauf des Digitalisierungsprozesses ist in einem Workflow beschrieben.

  

 

 

 

 

 

 

 

Workflow zur Digitalisierung der Dünnschliffsammlung


                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlichungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontakt

Dipl.-Geol. Christin Kehrer
Kustodin der Petrologischen und Lagerstätten-Sammlung
Brennhausgasse 14
09599 Freiberg
Tel.: +49 (0)3731 / 392264
E-Mail: christin [dot] kehreratgeosamm [dot] tu-freiberg [dot] de

Dipl.-Min. Susanne Eberspächer
wissenschaftliche Mitarbeiterin
Brennhausgasse 14
09599 Freiberg
Tel.: +49 (0)3731 / 393017
E-Mail: susanne [dot] eberspaecheratgeosamm [dot] tu-freiberg [dot] de

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