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Was ist Geophysik?

Geophysik ist, wie der Name schon vermuten lässt, die Wissenschaft von der Physik der Erde. Wir beschränken uns dabei nicht nur die auf die feste Erde, sondern beziehen die Gewässer und die Atmosphäre mit ein.

Auf der Grundlage streng mathematisch-physikalischer Theorien und präziser Messwerte wird man in die Lage versetzt, Aussagen zu den physikalischen Eigenschaften des Erdinnern treffen zu können.

Geophysikalische Anwendungen reichen weit in die Antike hinein, insbesondere die Erdbebenvorhersage - ein Problem, das heute noch ungelöst ist - stand damals im Vordergrund. Im 15. Jahrhundert wurden erste wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet des Magnetismus und der Erdanziehung gemacht.

Gewaltige Verbesserungen der Messtechnik führten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem raschen Fortschritt der Geophysik und schließlich, in den 60er Jahren, zur Theorie der Plattentektonik. Plattentektonik als Wissenschaft von der inneren Struktur und Dynamik der Erde ist auch unter dem Begriff "Physik der festen Erde" bekannt.

Das wichtigste Standbein der Geophysik ist die Erkundungs- oder Explorationsgeophysik. Diese Disziplin konzentriert sich auf die Suche kleiner lateraler Inhomogenitäten (z.B. Erzlagerstätten) in einem Teil der Erdkruste.

Die menschlichen Sinne können viele der in der Geophysik ausgenutzten physikalischen Phänomene nicht quantifizieren oder gar feststellen (wie z.B. Magnetfelder). Moderne Gravimeter (Schweremesser) können Schwankungen der Gravitationsbeschleunigung in der Größenordnung von einem millionstel Teil registrieren.

Die Seismik, die wichtigste Methode der Erdöl- und Erdgaserkundung, arbeitet mit künstlichen Erschütterungen, deren Amplituden weit unter der von Menschen fühlbaren Schwelle liegen.

Was ist Geoinformatik?

Das dreidimensionale Modell eines Erzkörpers ist überschaubarer als die Natur. Sie können es von allen Seiten betrachten. Sie können hindurchreisen. Sie können sich vom Modell wichtige Fragen beantworten lassen:

  • Wo ist der Erzgehalt hoch?
  • Wo befinden sich Zonen, an denen sich der Abbau nicht lohnt?

Die Grundlage des Modells sind Geodaten. Solche Daten werden in riesigen Mengen erfasst:

  • Schwermetallgehalte von Böden,
  • Pegelstände in Flüssen und Brunnen,
  • Bilder von hunderten Satelliten.

Um systematisch mit Geodaten zu arbeiten, braucht man sowohl gute Kenntnisse in Geowissenschaften als auch in Informatik. Nur dann kann man so unterschiedliche Daten wie Satellitenbilder und Spurenelementgehalte fachgerecht kombinieren.

Die Geoinformatik schlägt eine Brücke zwischen beiden Fachrichtungen. Sie werden lernen, wie man aus abstrakten Daten 3D-Modelle und digitale Karten erstellt, die Fragen beantworten können, und wie statistische Methoden angewendet und geologische Prozesse simuliert werden. Bei allen Verfahren muss der Ortsbezug der Daten immer erhalten bleiben, denn Sie wollen ja wissen, wo der Boden verseucht ist oder wo Hochwassergefahr besteht.

Nach ausgebildeten Geoinformatikern besteht große Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

Welche Gründe sprechen für ein Studium der Geophysik in Freiberg?

  • Die TU Bergakademie Freiberg ist mit ca. 4500 Studierenden eine kleine Universität.
  • Der Kontakt zu Professoren und Wissenschaftlern ist intensiv.
  • Die Regelstudienzeit von 10 Semestern kann leicht eingehalten werden.
  • Die Bergakademie Freiberg ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt.
  • Die TU zählt zu den modernen und innovativen Universitäten Deutschlands.
  • Das Lehrangebot der Geophysik ist breit gefächert.
  • Die Universität verfügt über ein eigenes Lehrbergwerk. Das ist einzigartig in Deutschland!
  • Das Institut für Geophysik betreibt in Berggießhübel (Osterzgebirge) ein eigenes seismologisches Observatorium.