EAGE chapter trip to 3D seismic survey in Austria

EAGE chapter trip to 3D seismic survey in Austria

19.12.2018

Am 25.11. begaben sich 15 Studenten der TU Bergakademie Freiberg, zum Großteil Geophysiker im Bachelor oder Master, auf eine Exkursion zu einer seismischen Messung von OMV in die Nähe von Wien. Organisiert wurde dies vom EAGE Student Chapter Freiberg mit dem Ziel, den Studenten tiefgreifende Einblicke in die Vorgehensweisen der seismischen Exploration von Geothermie- und Kohlenwasserstoffreservoiren zu ermöglichen. Wir nutzten diese Gelegenheit natürlich auch, um uns einerseits ein Bild von dem Ausmaß einer kommerziellen Messung zu machen und andererseits, um persönliche Kontakte zu OMV herzustellen sowie um konkrete Fragen zu unserem Fachgebiet zu stellen.

Nachdem wir am Sonntagnachmittag einen kurzen Ausflug in die Wiener Innenstadt unternommen hatten, begann der Feldbesuch am Morgen des 26. Novembers in Strasshof. Nach einer kurzen Einführung und einer Anweisung in die Sicherheitsvorschriften wurden wir in eine Arbeitshalle geführt, in welcher die defekten Geophone repariert und aufgeladen werden. Da die Geophone die Daten autonom aufnehmen, müssen sie per Hand vom Feld eingesammelt, in die Halle gebracht und dort manuell ausgelesen werden. Dadurch kommen jeden Tag mehrere Terrabyte an Daten zusammen, wodurch sehr viel Speicherplatz benötigt wird.

Es folgte eine Firmenpräsentation, bei der wir näheres über das Projekt erfuhren: Um die Gasversorgungssicherheit zu gewährleisten, sucht OMV nach einem Erdgasreservoir in ca. 4 -5 km Tiefe. Dazu werden im Nordosten von Wien seismische Messungen mit einer Gesamtfläche von ca. 1.100 km2 durchgeführt – es handelt sich um die größte seismische Messkampagne Österreichs. Die benötigten seismischen Impulse werden von Vibrotrucks erzeugt, dazu später mehr.

Im Anschluss an die Präsentation fuhren wir mit den Autos raus auf das Feld zu einem Messpunkt, welcher aus 12 oder 24 in einer Reihe angeordneten Geophonen besteht. Sie nehmen während der Arbeitszeiten die Bodenerschütterung war und speichern die entsprechenden Daten ab. Insgesamt sind 720.000 Geophone in einem Umkreis von mehreren Kilometern platziert. Selbst in einer Entfernung von 4 km zum Quellpunkt sind sie in der Lage, die seismischen Wellen zu registrieren, welche von den Vibrotrucks erzeugt werden.

Letztere standen als nächstes auf dem Programm und boten einen der beeindruckendsten Momente des Ausflugs: Die Kraft, welche solch ein Fahrzeug aufbringen und in den Boden übertragen kann, ist wirklich gewaltig. Steht man ein paar Meter weg vom Truck, fühlt es sich an, als ob gerade ein Erdbeben unter den Füßen stattfindet.

Maximal vier Gruppen mit je drei Vibratoren operieren in einem Abstand von 400m zueinander und einem Zeitversatz von 20s. So können am Tag bis zu 8km2 vermessen werden. Gleichzeitig werden außerdem „Peak Particle Velocity Messungen“ an den umliegenden Gebäuden durchgeführt, um eine zerstörungsfreie Exploration ohne Schäden zu gewährleisten.

Anschließend besichtigten wir noch den Recording Truck (dort erfolgt die Überwachung und Abstimmung der Vibtrotrucks) sowie den Noise Monitoring Truck. Bei letzterem zeichnen mehrere verkabelte Geophone auf einer festen Linie während des Arbeitstags das seismische Rauschen auf, welches zum Beispiel durch einen Sturm ausgelöst werden kann. Das Signal wird in Echtzeit zum Truck übertragen. Auf diese Weise können Messungen sofort abgebrochen werden, falls das Hintergrundrauschen eine bestimmte Schwelle überschreitet.

Alles in allem lernten wir sehr viel Neues, konnten spezielle Fragen stellen und erhielten einen Eindruck, was es bedeutet für OMV zu arbeiten.

In Freiberg sind seismische Messungen Teil des Studienplans, jedoch in kleineren Maßstäben, daher war es sehr beeindruckend eine seismische Messung dieser Dimension zu erleben. Es erlaubte uns Einblicke zu erhalten, wie die Industrie mit solch großen Projekten umgeht.

Vielen Dank an OMV für diese Interessante Exkursion und an unsere Sponsoren: EAGE Student Fund, Verein Freunde und Förderer der TU Bergakademie (VFF) und TU Freibergs Institut für Geophysik und Geoinformatik!