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Families of the Cerithioidea and related superfamilies
(Palaeo-Caenogastropoda; Mollusca) from the Triassic to the Recent characterized by protoconch morphology - including the description of new taxa

by Klaus Bandel, Hamburg


BANDEL, K. (2006): Families of the Cerithioidea and related superfamilies (Palaeo-Caenogastropoda; Mollusca) from the Triassic to the Recent characterized by protoconch morphology - including the description of new taxa. Paläontologie, Stratigraphie, Fazies - psf (14), Freiberger Forschungshefte, C 511: 57-134; Freiberg.

 

Abstract

Morphology and ornament of the larval shell of Caenogastropoda is similar within groups of related species or genera but can not characterize all families that have been distinguished by their anatomy. Among fossil groups recognized to represent families of the Cerithimorpha according to the morphology of their shell, some display close relation to living species, while others are difficult to connect to a modern family. Fossil species of the Caenogastropoda without larval shell as part of the protoconch or with the protoconch not known are usually difficult to place into the taxonomic system due to much convergence in regard to the shape of their teleoconch.
The Procerithiidae are interpreted to still exist in the Argyropezinae n. subfam., and have with the Paracerithiinae with relatively large protoconch and three spiral lines, and possibly also the Maturifusidae with very large protoconch distinct fossil groups. Ladinulidae among them Piazella n. gen. may connect Procerithiidae with modern Cerithiidae and Planaxidae and their protoconch unites them with the Jurassic Kosmopleurinae and its Triassic genus Gusellella n. gen. Bittiidae can be interpreted as taxon uniting a group of families with small sized Cerithioidea with short and little ornamented protoconch. They may be related to the fossil Probittiinae with Probittium n. gen. from Madagascar. Jurassic Maoraxidae with axially and spirally ornamented protoconch may be related to modern Litiopidae, Canterburyellidae with axial ornament of the larval shell could be related with modern Obtortionidae and Triassic Popenellidae. The Zardinellopsidae n. fam. have a characteristic ornament of their larval shell that is also found on the spiny Cortinellopsis n. gen. Even though Melanopsidae can be traced far back in time their relation to other Cerithioidea is difficult since no well preserved larval shell is known. Cretaceous Glauconiidae could be related to the Triassic Ladinulidae as well as the modern Telecopiinae. Modern Modulidae have a protoconch resembling that of the Triassic Modulostylina n. gen. that is transitional to the Coelostylinidae of the Triassic. The Potamididae, which are in part based on a fossil species and therefore distinguished into Potamidinae and Telecopiinae. Pachymelaniidae can be traced with confidence to the Eocene. The history of the fresh water groups is difficult to trace over long distance of time and for fossils among them the fossil Juramelanatriidae n. fam. are suggested.
Within the units of the Turritellimorpha protoconch morphology presents evidence for convergent evolution within the group. The larval shell of Turritella closely resembles that of the tiny Styliferinidae, and it connects both groups. Spirostyliferina n. gen resembles Styliferina but has quite different protoconch. Paleozoic Murchisonimorpha still have a Triassic representative in Cheilotomona and may continue in the Campanilimorpha. Only one species of Campanile and few species of Plesiotrochus represent a larger unit of which Metacerithium and Sakarahina n. gen. are interpreted as fossil representatives of related families. The Ampullinidae have only the one surviving species with Globularia fluctuata and that has only the embryonic shell, but the protoconch of the family is characteristic in fossil species. Falorininae n. subfam. based on the Triassic Falorina n. gen. may connect to Sakarahina which connect the Jurassic Ampullospirinae with Cretaceous Pseudamaurinae and Ampulliniae from the Paleogene. Vermetimorpha occur first in the Cretaceous with Vermetinae and Laxispirinae n. subfam. The protoconch of the Dendropomatinae could connect them with the not vermetiform Provannidae, and that of Jurassic Sakarahellina n. gen. and modern Pseudoschwartziella n. gen. could connect with the Cerithiovermetus n. gen. group. In the Siliquariidae, the Stephopominae and Siliquariinae have very different protoconch shape and may have quite and independent history from each other.


Zusammenfassung

Innerhalb verwandter Gruppen von Arten und Gattungen der Caenogastropoda sind Gestalt und Ornament der Larvenschale oft einander ähnlich. Sie können jedoch nicht alle jene Familien der Cerithimorpha voneinander trennen, die auf Grund ihrer Anatomie unterscheidbar sind. Unter den fossilen Gruppen, die auf Grund der Ähnlichkeit ihrer Schale den Status einer Familie erhalten haben, gibt es einige, die noch eng mit heute lebenden Arten verknüpft sind, während bei anderen eine solche Beziehung nicht mehr ohne weiters ermittelt werden kann. Fossile Arten der Caenogastropoda mit Protoconch ohne Larvenschale oder unbekanntem Protoconch können nur mit großer Unsicherheit in das taxonomische Sytem eingefügt werden, denn Teleoconche sehr unterschiedlicher systematischer Gruppen sind einander oft sehr ähnlich und in ihrer Ausbildung konvergent.
Von den Procerithiidae wird hier angenommen, daß von ihnen heute noch die Argyropezinae n. subfam. leben. Von der Familie haben die Paracerithiinae drei Spiralrippen auf den Windungen der Larvenschale. Möglicherweise gehören auch die Maturifusidae mit großen Protoconchen in die Nähe dieser Gruppierung. Die Ladinulidae mögen über die Procerithiidae mit den heute lebenden Cerithiidae und Planaxidae verbunden sein. Ihr Protoconch verbindet sie mit den jurassischen Kosmopleurinae sowie deren tiassischer Gattung Gusellella n.gen. Das Taxon Bittidae kann dahingehend interpretiert werden, daß mit ihm eine Gruppe von Familien kleinwüchsiger Cerithioidea mit kurzem und wenig ornamentiertem Protoconch in Verbindung steht. Möglich ist die Verwandtschaft mit Probittium n. gen der Probittiinae n. subfam. aus dem Jura Madagaskars. Jurassische Maoraxidae mit Muster von Axial- und Spiralrippen auf der Larvalschale lassen eine Verwandtschaft mit den modernen Litiopidae möglich erscheinen. Canterburyellidae mit ausschließlich axialen Larvenmustern können mit den heute lebenden Obtortionidae und den triassischen Popenellidae verküpft sein. Den Zardinellopsidae n. fam. ist eine sehr charakteristische Skulptur der larvalen Windungen zu eigen, wie sie ebenfalls bei Cortinellopsis n. gen. zu finden ist. Obwohl sich die Melanopsidae bis in die Kreide zurückverfolgen lassen, ist ihre Verknüpfung mit anderen Gruppen der Cerithioidea nicht möglich, weil keine gut erhaltenenen Larvenschalen bekannt sind. Kretazischen Glauconiidae kann man mit triassischen Ladinulidae ebenso wie mit rezenten Telescopiinae in Verbindung bringen. Heutige Modulidae besitzen einen Protoconch, der jenem der triassischen Modulostylina n. gen. ähnelt, die ihrerseits mit den Coelostylinidae der Trias in Verbindung stehen könnte. Die Unterfamilien der Potamididae basieren im Falle der Potamidinae auf einer fossilen Art. Hier werden letztere von den Telescopiinae mit rezenter Typusart getrennt. Pachymelaniidae können bis ins Eozän mit einiger Sicherheit zurückverfolgt werden. Die Geschichte jener Gruppen die sich dem Milieu des Süßwassers angepaßt haben, ist schwierig zu rekonstruieren und hier werden als fossile Sammelgruppe die Juramelanatriidae n. fam. vorgestellt.
Die Gestalt des Protoconches belegt, dass innerhalb der Turritellimorpha konvergente Evolution stattgefunden hat. Die Larvenschale bei Turritella ähnelt jener der kleinwüchsigen Styliferinidae und verbindet beide Gruppen miteinander. Die anatomisch ähnliche Spirostyliferina n. gen. besitzt einen deutlich von Styliferina unterschiedenen Protoconch. Paläozoische Murchisonimorpha haben mit Cheilotomona noch einen triassischen Nachläufer und es mag eine Verbindung von ihnen zu den Campanilimorpha geben. Von denen hat nur eine Art der Gattung Campanile überlebt und bildet heute zusammen mit mehreren Arten von Plesiotrochus die Campaniloidea. Die Gestalt des Protoconches verbindet Campanile aus dem Eozän mit dem rezenten Plesiotrochus und den mesozoischen Metacerithium und Sakarahina n. gen. Die Ampullinidae haben mit Globularia fluctuata nur eine noch lebende Art ohne charakteristische Merkmale des Protoconches. Doch lassen sich diese an fossilen Arten gut belegen und mit jenen der Campanilimorpha verknüpfen. Falorininae n. subfam., basierend auf der triassischen Falorina n. gen., können herangezogen werden, um die jurassische Sakarahina der jurassischen Ampullospirinae mit den kretazischen Pseudamaurinae und den alttertiären Ampullininae in Verbindung bringen. Mit Vermetinae und Laxispirinae n. subfam. treten erst in der Kreide die Vermetimorpha in Erscheinung. Der Protoconch der Dendropomatinae ähnelt dem der rezenten und fossilen Provannidae. Andererseits sind die Protoconche der jurassischen Sakarahellina n. gen. mit jenen der modernen Pseudoschwartziella n. gen. vergleichbar. Sie könnten eine Verbindung zum modernen Cerithiovermetus n. gen. herstellen. Innerhalb der Siliquaridae haben die Stephopomatinae und die Siliquariinae so verschiedenartig gestaltete Protoconche, daß daraus auf eine unterschiedliche Entwicklungsgeschichte geschlossen werden darf.

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