Huminsäuren – regionaler Rohstoff für die pharmazeutische Industrie

Der Fachbereich Organische Petrologie & Geochemie am Institut für Geologie der Technischen Universität Bergakademie Freiberg kooperiert in einem neuen Entwicklungs-Projekt zum medikativen Einsatz von Huminsäuren mit der WH Pharmawerk GmbH und der GEOmontan Gesellschaft für angewandte Geologie mbH. Das Projekt wird durch das „Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundes gefördert und durch die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH unterstützt.

Durch die Entwicklung innovativer Lösungskonzepte für die Herausforderungen im medizinischen Einsatz soll eine nachhaltige Nutzung von inländischen Ressourcen bei gleichzeitiger Kompetenzerhaltung in der Region im Fokus stehen. So ist es Ziel des Projektes, einheimische Huminsäure-Vorkommen hinsichtlich ihrer Eignung für einen pharmazeutischen Einsatz zu evaluieren und nach Möglichkeit deren industrielle Nutzung vorzubereiten. Das Projekt will damit auch einen Beitrag zur Konversion der deutschen Braunkohlenindustrie von der großmaßstäblichen Verstromung hin zur substanziell-selektiven Wertschöpfung des Rohstoffs leisten und somit einen potenziellen Weg im regionalen Strukturwandel aufzeigen.

Eine Problemstellung dabei ist die zunehmende Resistenzsituation, welche aus dem unkritischen Einsatz von Antibiotika in der Vergangenheit resultiert. Da auch in Zukunft wirksame Antibiotika benötigt werden, ist die Eindämmung ihres übermäßigen Einsatzes von großer Bedeutung. Als mögliche Alternative gelten Huminsäurepräparate, mit ihrer positiven Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt und seinen Schleimhäuten.

Der Vorhabenszeitraum erstreckt sich über drei Jahre und ist in mehrere Teilprojekte aufgegliedert. Vom 01.10.2021 bis zum 30.09.2024 werden so verschiedenste Fragestellungen bearbeitet, Ergebnisse ausgewertet sowie neue innovative Methoden und Produkte entwickelt.

Durch dieses Kooperationsprojekt erhalten regionale Entwicklungen eine realistische Marktchance. Aufgrund des hierdurch reduzierten Transport- und Logistikaufwandes können Importabhängigkeiten reduziert und somit ein Beitrag für Umwelt- und Kilmaschutz geleistet werden.