Besonderheiten in Freiberg

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Historische Wasserversorgung und AbwasserableitungBesonderheiten in FreibergHistorische WasserversorgungHistorischer AbrißAnzüchte heute
Im Jahre 1168 war der bekannte Silberfund in Christiansdorf - 20 Jahre später war daraus eine volkreiche Stadt geworden. Neben dem individuellen Trinkwasserbedarf und dem üblichen Gewerbebedarf (Fleischerei, Gerberei, Färberei, Bierbrauen, Gasthäusern u.a.) kam es in Freiberg besonders durch den Bergbau (Erzpochwerke mit ihren Schlämmen, sowie Schmieden) und der Hüttenindustrie bereits nach wenigen Jahren zu einer starken Verschmutzung des Wassers. Die zuerst genutzten Brunnen als Trinkwasserquellen waren bereits zu Beginn des 15. Jahrhundert durch den Altbergbau teilweise trocken bzw. so stark kontaminiert, daß sie nicht mehr zu nutzen waren - später wurden sie zu Klärgruben umfunktioniert.
 
Altstadt Freiberg mit Höhenlinien, Stadtgrabenschleuse und Münzbach Schon in den ersten Jahren nach der Stadtbebauung (1186 - 1188 und 1210 - 1218) begannen die Freiberger mit dem Bau eines unterirdischen Abwassersystems (den Anzüchten). Die vielen mittelalterlichen hygienischen Probleme und Geruchsbelästigungen waren damit beseitigt. Das in der Freiberger Altstadt existierende, ca. 14 km lange Anzuchtsystem ist das älteste erhaltene unterirdische Abwassersystem einer deutschen Stadt.
Für das Entstehen dieser gewaltigen Bauleistung sind zwei wesentliche Gründe zu nennen:
1.   Die geologische Besonderheit des verwitterten Gneis - dem Gems - über dem harten kristallinen Schiefergestein. In den Gems ließen sich relativ leicht durch bergmännisches Auffahren mit Schlegel und Eisen bzw. Keilhaue Anzüchte anlegen. Dabei wurde das natürliche Gefälle der Stadt zum Mühlgraben, zum Münzbach und zum Stadtgraben ausgenutzt.
2.   Das Vorhandensein von bergmännischen Fachkräften in und um Freiberg.
Stadtplan der Altstadt von Freiberg mit Höhenlinien, Stadtgrabenschleuse und Münzbachkanal verändert nach H. POESER (4)