Forschungsreise Humboldt

Humboldt 2.0 – wie würde Humboldt die Welt heute entdecken?

Der Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt war einer der bekanntesten Studenten der Bergakademie Freiberg. Hier erwarb Humboldt Wissen und Kompetenzen, die er später auf seinen Forschungsreisen einsetzte. Und wie würde Humboldt heute die Welt entdecken? Die Antwort ist klar: Natürlich digital!

Angebot für Schulkassen im September 2019

In Workshops, Vorträgen und Experimenten erkunden Schulklassen gemeinsam mit Freiberger Wissenschaftlern
die Forschungstätigkeiten Humboldts im Zeitalter der Digitalisierung. Dabei lernen die Jugendlichen verschiedene   Forschungs- und Studiengebiete der Universität kennen und erwerben Know-how im Umgang mit digitalen Medien.
→ Die Kosten für Anreise, Unterbringung und Verpflegung der Schulklasse werden von der Universität übernommen.

Programm und Ablauf

Die Forschungsreise beginnt mit der Begrüßung und anschließender Führung durch den Campus der Universität. Danach beginnen die individuellen Workshops, Vorträge und praktischen Übungen im Labor und im Gelände. 

Workshops 

„Familienschacht 3D-Modell" (Prof. Benndorf, Dr. Donner)

Familienschacht 3D-Modell (Prof. Dr. Benndorf, Dr. Martienßen)

Im Workshop „Familienschacht 3D-Modell" werden die Mitarbeiter des Instituts für Markscheidewesen und Geodäsie der TU Bergakademie Freiberg den Familienschacht am WERNER-Bau der TU Bergakademie Freiberg mit Laser-Scannern erfassen. Der Familienschacht wurde von Humboldt intensiv für seine bergmännische Ausbildung und geowissenschaftlichen Untersuchungen genutzt. Aus den gesammelten Daten erstellen die Wissenschaftler gemeinsam mit den Schülern ein umfassendes 3D-Modell des historischen Raumes. Zum Einsatz werden die Freiberger Experten dabei das sogenannte terrestrische Laserscanning bringen. Damit lassen sich besonders effizient Grubenbaue oder eben auch Räume und Gebäude flächenhaft dreidimensional in einem hohen Detailgrad vermessen. Dabei entstehen Punktwolken aus Millionen von Einzelpunkten, die zusammen genommen das „gescannte“ Objekt detailreich wiedergeben. Aus der Registrierung, Georeferenzierung und Modellierung der jeweiligen Scans entsteht in der Folge ein dreidimensionales Modell, welches ein virtuelles Erlebnis des Familienschachtes ermöglicht und in der CAVE des Instituts für Informatik barrierefrei „bereist“ werden kann.

 

Erze schürfen im Erzgebirge (Prof. Dr. Heide)

Der Workshop „Erze schürfen im Erzgebirge“ findet im TU-eigenen Forschung- und Lehrbergwerk oder im freien Gelände statt. Die Teilnehmer können wie Geologen arbeiten und Minerale selbst erkunden. Sie lernen, was Bäche über Erzvorkommen verraten und bekommen die Grundlagen der sogenannten Bachsedimentbeprobung vermittelt. Sie können ihr Geschick und geologisches Wissen beim Schürfen, also dem Heraussieben von Schwermineralen aus Bachsedimenten, selbst testen. Um zu wissen, wo geschürft wird, legen die Schüler anhand einer topographischen Karte selbst Einzugsgebiete fest. Um die spätere Analyse der Proben geht es in dem Workshop ebenfalls.

 

Die virtuelle Welt der Geologen (Prof. Dr. Jung, Dr. Kroner)

Der Workshop „Die virtuelle Welt der Geologen“ richtet sich an alle, die wissen wollen, wie Rohstofflagerstätten entstehen und wie diese Erkenntnisse bei der Erkundung neuer Vorkommen helfen. Dreidimensionale geologische Modelle sind dafür ein wichtiges Hilfsmittel. Mit der „X-Site Cave“ verfügt das Institut für Informatik der TU Bergakademie Freiberg über einen Raum, in den man solche Modelle und andere komplexe Umgebungen hineinprojizieren kann. Die Schüler besuchen diesen Raum und können das Erzgebirge mit seinen Zinnlagerstätten dort virtuell erleben. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie die einzelnen Fachdisziplinen der Informatik und der Geologie sich untereinander ergänzen und zusammenarbeiten.

 

Georeferenzpunkt (Dr. Donner)

In Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung spielt für viele Apps auf Smartphones oder Tablets die exakte Position, die sogenannte Georeferenz, eine wichtige Rolle. Die exakte Vermessung seiner Position, von geographischen Punkten spielte für Alexander von Humboldt auf seinen Forschungsreisen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Wie viel Mühe und Arbeit wäre ihm mit den heutigen Möglichkeiten des modernen Markscheidewesens und der Geodäsie erspart geblieben? Im Workshop wird den Schülern die Möglichkeit der Prüfung der Genauigkeit des GPS-Empfängers ihrer Smartphones an einem Georeferenzpunkt ermöglicht und die damit verbundenen notwendigen mathematischen sowie geophysikalischen Grundlagen  vermittelt. Ein Georeferenzpunkt dient als Fixpunkt zur Überprüfung der Positionsgenauigkeit von GNSS (Globalen Navigations-Satelliten-Systemen).

 

Minerale in der High-Tech-Analyse (Prof. Dr. Heide)

Ein Lichtmikroskop kennen sicher viele aus dem Biologieunterricht. Alexander von Humboldt hat es auch in seinen Forschungsarbeiten genutzt und auf seinen Exkursionen eingesetzt. In der heutigen Forschung kommen neben dem Lichtmikroskop Elektronenmikroskope und Röntgendiffraktometer zum Einsatz, um bspw. Minerale zu untersuchen. Im Workshop erfahren die Schüler, wie man die Proben dafür präpariert, und ebenso, welche Informationen die moderne Analytik liefert. Sie machen mit bei einem Quiz über die Lagerstätte Niederschlag im Erzgebirge und besuchen Forschungslabore. Denn nur, wenn die genauen Eigenschaften der Minerale und Gesteine bekannt sind, lassen diese sich später besser abbauen und verarbeiten.

 

Wissensreise – Vorträge & Übungen zur Auswahl

Eine Wissenreise in die Studiengebiete Mineralogie, Petrologie, Geochemie, Markscheidewesen, Geodäsie, Geoökologie, Geophysik, Geoinformatik und Paläontologie

  • Geoökologie – Erdsystemforschung – wie bitte?
  • Warum sind „Steine“ bunt?
  • Was ist Marmor? Zerstörungsfreie Provenienzanalyse von Kulturgut.
  • Wissensreise in die Paläontologie, Geophysik, Geoinformatik,
  • Seismologie: (Erdbeben-)Wellen durchleuchten die Erde
  • Virtuelle Welten – Computersimulation in der Geophysik
  • Erdbeben zum Anfassen - Aus der Arbeit eines seismologischen Observatoriums
  • Das Fenster ins Innere der Erde: Mit der Geophysik vom Weltraum bis in den Erdkern
  • Sonnenwind und Weltraumwetter – was der Kompass nicht verrät
  • Als die Kontinente auseinander brachen – geologisch-paläontologische Forschung in der Antarktis
  • Als Deutschland zur Wüste wurde – dramatische Klimaveränderungen vor 280 Millionen Jahren
  • GIS im Web

Rahmenprogramm der ForschungsreiseCAVE

  • Besichtigung der Cave im Humboldt-Bau
  • Führung durch die terra mineralia, Schloss Freudenstein
  • Treffen mit Studenten des Racetech-Teams 
  • Versuche im Silikattechnikum & Informationen zum Sonderforschungsbereich SFB
  • Besichtigung und Vorführungen im Technikum für Umformtechnik/Gießerei 
  • Vortrag zu Alexander-von-Humboldt

Multimedia-Workshop im Medienzentrum

Multimedia WorkshopZwei bis max. vier Schüler bzw. Schülerinnen einer Klasse erhalten einen Multimedia-Workshop zur Erstellung von Videos für Sociel-Media-Kanäle und erweitern so ihre Kompetenzen im Bereich Kommunikation und Medien. Die Jugendlichen begleiten die Forschungsreise multimedial. Mittels des produzierten Materials können sie ihrem Gymnasium von der Klassenfahrt berichten.

Wissenswertes

Bewerbung

Bewerben können sich Lehrer für ihre Klasse der 10. bis 12. Klassenstufe.
Interessierte Schulklassen können sich über das Online-Formular bewerben. Bewerbungsfrist ist der 26.06.2019. Das Bewerbungsformular finden Sie hier.

 

Dauer & Zeitraum der Forschungsreise

Die Forschungsreise/Klassenfahrt dauert insgesamt drei Tage. Sie kann ausschließlich im Zeitraum vom 2. September bis zum 20. September 2019 durchgeführt werden. Der Zeitraum ist bei der Bewerbung zu berücksichten.

 

Rückmeldung zur Teilnahme

Bis spätestens zum 8. Juli 2019 werden die Schulen über die Teilnahme informiert.

 

Anreise

Die Anreise wird seitens der Schule organisiert. Die Kosten für An- und Abreise werden von der TU Bergakademie Freiberg getragen.

 

Übernachtung und Verpflegung

Die Übernachtung und Verpflegung während der Forschungsreise werden von der TU Bergakademie Freiberg organisiert. Die Kosten hierfür werden von der Universität übernommen.

 

Ansprechpartner

Maike Baudach

Maike Baudach


Zentrale Studienberatung

Prüferstr. 2, Zimmer 3.405

Telefon +49 03731/39 - 3469
Fax +49 3731 39-2418
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