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Lehrveranstaltungen zum Mitmachen - Workshop zum motivierenden Gestalten von Lehrveranstaltungen

Anknüpfend an den Grundlagenworkshop zur Hochschuldidaktik im vergangenen Jahr organisierten die SFB 799 und 920 einen Aufbauworkshop.  Ausgehend von der Rolle und dem Selbstverständnis des Lehrenden über die Planung von Lehrveranstaltungen bis hin zur Gestaltung von Prüfungsfragen konnten die Teilnehmer auch an praktischen Übungen ihr Wissen auffrischen und vervollkommnen.  Frau Susanne Vogel, freiberufliche Trainerin und Supervisorin, spannte den Bogen von neuesten Erkenntnissen der Lernforschung bis zu praktischen Tipps für den Transfer in die eigene Lehrtätigkeit.

Das Spektrum der Teilnehmer an diesem Workshop war breit gefächert. Neben „alten Hasen“, die schon viele Jahre Vorlesungen halten, saßen junge Doktoranden oder Absolventen, die gerade beginnen, Vorlesungen, Seminare oder Praktika durchzuführen. Eine Doktorandin der Wirtschaftswissenschaften startete mit einer Vorlesungsreihe in Englisch in ihre Lehrtätigkeit.

Ausgehend von der Gruppengesprächnotwendigen Abstimmung der erarbeiteten Lernziele auf die Lernmethoden und die zu erreichenden Ergebnisse wurden verschiedene interessierende Komplexe, die die Teilnehmer am Anfang des Workshops formulierten, abgearbeitet.

Eine Frage schien für alle Teilnehmer wichtig zu sein: Wie halte ich die Aufmerksamkeit der Zuhörer über die gesamte Dauer der Veranstaltung aufrecht? Dazu hat sich die „Sandwichmethode“, der Wechsel zwischen zuhören und rekonstruieren des Gehörten oder auch das aktive Lösen kleiner Aufgaben, der sogenannte Moduswechsel, bewährt. Nach ca. 20 Minuten lässt die Konzentrationsfähigkeit nach und es sollte ein Lernstopp eingelegt werden. In der Diskussion wurde von den Workshopteilnehmern eine Vielzahl von praktischen Möglichkeiten zur Gestaltung der Modiwechsel erarbeitet.

Diskutiert wurde auch die Frage: Wie kann man das unterschiedliche Vorwissen der Zuhörer ausgleichen? Hier gehen neuere Theorien eher von einem positiven Einfluss der unterschiedlichen Niveaus des Vorwissens aus. Dazu sollte man sich der Methode des „Wechselseitigen Lernens durch Lehren“ bedienen. Dazu erklären die Zuhörer sich gegenseitig, z. B. in einer Lernpause, das bisher gehörte mit eigenen Worten. Das führt sowohl beim Erklärenden und auch beim Zuhörer zu einem Wissens- und Verständniszuwachs. Hilfreich für das Verstehen des zu vermittelnden Lernstoffes ist auch eine im Voraus, in der Einführung zur Lehrveranstaltung gegebene, gut strukturierte und grafisch aufgelockerte, die Vernetzung der Inhalte mit den Lernzielen wiedergebende Übersicht, der „Advance organizer“.

aktive MitarbeitEin weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für das Lernen und Studieren ist die Motivation. Diese wird sowohl durch das äußere als auch durch das innere „Belohnungssystem“ beeinflusst. Dabei wird das intrinsische System durch die Bedürfnisse, z. B. nach Kompetenz und eigene Wirksamkeit, nach Selbstbestimmung oder nach sozialer Eingebundenheit geprägt. Diese Bedürfnisse gilt es durch entsprechende Angebote zu bedienen. Das kann man durch anspruchsvolle Aufgaben oder auch durch selbstständiges Bearbeiten von Projekten erreichen. Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung kann durch das anbieten von Wahlmöglichkeiten befriedigt werden. Durch Gruppenarbeit oder durch die vom Lehrenden gezeigte, eigene Begeisterung für das Thema, kann man die Zuhörer sozial und emotional einbeziehen.

Am Ende einer Lehrveranstaltung gilt es für die Studenten, das angeeignete Wissen in einer Prüfung nachzuweisen. Die Lehrenden sollten vorher die Regeln der Bewertung transparent und verständlich darlegen. Das vermeidet nachträgliche Diskussionen und Komplikationen bei der Bewertung. Sehr hilfreich für den Lehrenden ist es, zu jeder Frage die notwendigen Fakten und eventuell zusätzliche Antworten als Musterlösung festzuhalten. Sind beide Seiten dem entsprechend vorbereitet, ist in der Prüfung und bei der Bewertung ein beiderseitiges Erfolgserlebnis zu erwarten.

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25.04.2014