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SFB 799 - Herbstschule 2014 vom 29.09. bis 01.10.2014

Auch 2014 führte der SFB 799 wieder seine traditionelle Herbstschule durch. Aufgrund der guten Resonanz auf die Exkursion in das BMW Werk in Leipzig im vergangenen Jahr wurde die Herbstschule 2014 wieder als eine Kombination aus Vorträgen und dem Besuch eines Industrieunternehmens der Region gestaltet. Ziel der Exkursion war diesmal das VW Motorenwerk in Chemnitz.

Das Vortragsprogramm der beiden ersten Tage umfasste Themengebiete, die auch Runde der Teilnehmerin einzelnen Teilprojekten bearbeitet werden, an die Forschungsgebiete angrenzen oder diese ergänzen. Damit wurde den Doktorandinnen und Doktoranden ein interessantes Programm zur Vertiefung oder Erweiterung ihre Kenntnisse geboten, was auch ausreichend Zeit für die Diskussion zu speziellen Fragestellungen mit den Experten beinhaltete.

Formgedächtniswerkstoffe
Den Auftakt des Vortragsprogrammes gestaltete Dr. Thomas Niendorf, der eine Dr. Niendorf IEmmy Noether-Nachwuchsgruppe leitet, die seit April 2014 am IWT angesiedelt ist und am Thema  „Funktional gradierten Strukturen auf Basis hochmanganhaltiger Eisenbasiswerkstoffe – Vom TWIP-Effekt zur Superelastizität“ forscht. In seinem Vortrag „Formgedächtniswerkstoffe – Von der martensitischen Umwandlung bis zur funktionellen Stabilität“ erläuterte er die theoretischen Grundlagen einer gezielten Beeinflussung der martensitischen Phasenausbildung zu einer thermoelastischen Martensit Modifikation, die den Effekt des „Formgedächtnisses“ aufweist.

Korrosionsschutz
Einen Einblick in die theoretischen und praktischen Aspekte der
Korrosion sowie des Korrosionsschutzes vermittelte Herr Dr. Jörg Dr. Gehrke IIGehrke, Institut für Korrosionsschutz (IKS) Dresden, in seinem Vortrag zum „Korrosionsschutz durch Beschichtungen – Aspekte aus Forschung und Praxis“. Aus seiner langjährigen Tätigkeit im Rahmen von Industrieforschungsprojekten und als Gutachter für den Korrosionsschutz konnten er anschaulich illustrieren, wie sich oft, ausgehend von konstruktiven Fehlern, mangelnder Korrosionsschutz an Fahrzeugen, Maschinen, Brückenbauwerken und Industrieanlagen auswirkt.

Modellierung der martensitischen Phasenumwandlung
Prof. AntretterDie martensitische Phasenumwandlung und die daraus Prof. Antretterresultierende Volumenvergrößerung ist der grundlegende Effekt, der in den TRIP-Matrix-Verbundwerkstoffen des SFB 799 genutzt werden soll, um die Werkstoffeigenschaften zu verbessern. In seinem Vortrag erläuterte Herr Prof. Thomas Antretter von der Montanuniversität Leoben (Österreich) die theoretischen Grundlagen der martensitischen Umwandlung und stellte seine Modellierung dieser Umwandlungsvorgänge auf den verschiedenen Größenskalen vor.

Analyse von Verformungen mittels digitaler Bildkorrelation
Dipl.-Chem. NellesenBei der Charakterisierung von Vorgängen in Werkstoffen im Mikrobereich gewinnt die Bestimmung von Verformungen aus digitalen Bildern zunehmend an Bedeutung. Die notwendigen Vorausset-zungen, die Methoden und die Überführung der Daten in eine Finite Elemente Simulation erläuterte Herr Dr. Jens Nellesen vom Lehrstuhl für Werkstofftechnologie der TU Dortmund in seinem Vortrag "2D-und 3D-Analyse von Verschiebung, Verformung und Schädigung mittels Bildverarbeitung".

Am Abend des ersten Tages sammelten die DiskussionsrundeDoktoranden Ideen für die Gestaltung des nächsten Schülerwettbewerb 2015. Die Vorschläge reichten von der Herstellung einer schwimmenden Konstruktion aus Tischtennisbällen und Papier mit der längsten Schwimmdauer bis zur Gestaltung einer Bogenbrücke mit dem geringsten Gewicht und der größten Belastbarkeit.

Ideensammlung, Fr. RitterIdeensammlung IIIIdeensammlung IIProf. Biermann

 

 

 

 

 

Am dritten Tag der Herbstschule 2014 stand die Besichtigung des VW-Motorenwerkes in Chemnitz auf dem Programm. Hier erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die moderne Fertigung von Fahrzeugkomponenten nachdem im Vorjahr die Komplettmontage von PKW besichtigt werden konnte. In einem Einführungsvortrag wurde die geschichtliche Entwicklung der bereits über 115 Jahre andauernden Fahrzeugproduktion am Standort des Motorenwerkes anschaulich vorgestellt. Der anschließende ca. 2 stündige Rundgang durch die Fertigung der aktuellen Benzin-Motoren für die VW-Personenwagen vermittelte anschaulich, wie auf einem umweltbelasteten maroden Industrieareal in den letzten 25 Jahren ein modernes, z. T. hochautomatisiertes, umweltschonendes Industrieunternehmen grundlegend neu gestaltet wurde. Ausgehend von den ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen, den immissionsarmen Prozessen bis zu aufwendig gestalteten Aufenthaltsbereichen im Außenbereich der Hallen vermittelt das Werk einen sehr positiven Eindruck und passt sich gut in die angrenzende Parklandschaft und das Wohngebiet ein.

01.10.2014

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