Sonderforschungsbereich 799 freut sich über weiteren Promotionsabschluss

Frau Dipl.-Ing. Christiane Ullrich verteidigte erfolgreich ihre Promotion und gehört damit zu den wenigen Frauen, die diesen Grad im Bereich der Werkstoffwissenschaft erreicht haben. Der SFB 799 gratuliert mit Stolz zu dieser Leistung.

 

Seit 2013 erforscht Frau Dipl.-Ing. Christiane Ullrich im Sonderforschungsbereich 799 Grenzflächen und mikrostrukturbezogene Deformationsmechanismen in TRIP-Matrix-Verbundwerkstoffen. Am 8. Mai 2020 verteidigte sie erfolgreich ihre Dissertation in diesem Themengebiet. Aufgrund der aktuellen Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie lief die Disputation per Videokonferenz ab. Der Zweitgutachter aus Dänemark sowie weitere Mitglieder der Promotionskommission waren digital zugeschaltet. Der Erstgutachter, Prof. Dr. rer. nat. habil. David Rafaja, begleitete die Disputation persönlich.

Während der digitalen Übertragung der Disputation gratuliert Erstgutachter Prof. David Rafaja der erfolgreichen Promovendin Dipl.-Ing. Christiane UllrichDie Gutachter und Mitglieder der Promotionskommission bestätigten: Mit ihrer Dissertation „Wechselwirkungen zwischen Mikrostrukturdefekten in austenitischen TRIP/TWIP-Stählen und deren Einfluss auf das Deformationsverhalten" leistet Frau Dipl.-Ing. Christiane Ullrich einen neuen und entscheidenden Beitrag.

Im Spezifischen untersucht sie in ihrer Dissertationsarbeit die Wechselwirkungen von Mikrostrukturdefekten, die martensitischen Umwandlungen und die Deformationsmechanismen austenitischer TRIP/TWIP-Stähle bei unterschiedlichen Temperaturen und Stahlzusammensetzungen. Die Charakterisierung der Proben erfolgte mittels in situ-Beugungsmessungen während der Verformung am Synchrotron; für die Auswertung der 2D-Beugungsbilder wurde die Rietveld-Verfeinerung genutzt. Ermittelt wurden dabei Phasenanteile, Gitterspannungen, Stapelfehlerwahrscheinlichkeiten und Mikrodehnungen, die mit der Versetzungsdichte korrelieren. Der Zusammenhang zwischen den Entwicklungen der mikrostrukturellen Größen diente zur Beschreibung der komplexen Wechselwirkungen der Defekte. Es konnte gezeigt werden, dass mit zunehmender Temperatur und zunehmender Stapelfehlerenergie die martensitische Umwandlung unterdrückt wird und dass sich die Stapelfehlerbildung verzögert. Die Bedeutung der Zwillingsbildung und die Anordnung der Versetzungen nehmen zu. Die initiale Deformation läuft immer über das Versetzungsgleiten ab, die Verfestigung durch die Spannungsfelder wechselwirkender Mikrostrukturdefekte kann durch die zunehmende Gitterspannung erklärt werden.