Projektinhalt

Aus dem Positionspapier zur Rohstoffstrategie Sachsens geht hervor, dass Sachsen als Industrie und Technologiestandort zu erheblichen Maßen von sogenannten wirtschaftsstrategischen Rohstoffen abhängig ist, auf die sich das Vorhaben konzentriert. Diese strategischen Rohstoffe sind Elemente, die in der hochspezialisierten, verarbeitenden Industrie benötigt werden. Die Hauptproduzenten dieser Elemente sind Länder wie China sowie Schwellen- und Entwicklungsländer in Afrika und Südamerika, was die Versorgungssicherheit in erheblichem Maße beeinflusst. Die wirtschaftsstrategischen Elemente kommen dabei entweder als Begleitelemente von weniger kritischen Rohstoffen (z.B. Polymetalle) oder in kleinen Lagerstätten vor (z.B. Graphit, Wolfram, Flussspat). Vor allem diese kleinen Lagerstätten sind für Sachsen und das sächsische Erzgebirge besonders relevant. Zahlreiche Lizenzen für die Erkundung und Gewinnung kleinerer und komplexer Lagerstätten wurden in den letzten Jahren vergeben. Mit der Lagerstätte Niederschlag wurde ein erstes Bergwerk auf Flussspat erfolgreich realisiert.

Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitisch-wirtschaftlichen Rohstoffsituation und ihres Ausblickes rückt eine global diversifizierte Versorgung dieser Rohstoffe immer mehr in den Vordergrund. Besonderer Wert muss auf eine umweltschonende, den europäischer Richtlinien entsprechende Abbauweise der Rohstoffe gelegt werden. Auch muss sich die Rohstoffindustrie an die demographische und gesellschaftliche Entwicklung anpassen. Harte körperliche Arbeit lässt sich schwer mit einer älter werdenden Gesellschaft und der Forderung nach einem Altern in guter Gesundheit verbinden. Es besteht also die Anforderung nach:

  • geringerem Energie und Materialaufwand der Gesamtproduktion,
  • geringem Eingriff in die Umwelt,
  • mehr Automatisierung vor allem in gesundheitsgefährdenden Arbeitsbereichen,
  • mehr Anpassung bisheriger Technologien an kleine, räumlich begrenzte Lagerstätten.

Als Gegenstand der Untersuchungen werden Rohstoffe und Lagerstätten ausgewählt, die in räumlicher Nähe zu Freiberg vorkommen, abgebaut werden oder durch Aufschlüsse zugänglich sind. Das vereinfacht die Informations- und Probenbeschaffung sowie die Zusammenarbeit mit den Bergbauunternehmen zur Analyse vorhandener Technik und Technologien. Weiterhin ermöglicht es die bedarfsgerechte Entwicklung neuer Verfahren und ist vorteilhaft für die Überführung der Ergebnisse in die Praxis. Die Ergebnisse können auf ähnliche Lagerstätten in Deutschland, Europa und weltweit und auch auf andere wirtschaftsstrategische Rohstoffe, wie Palladium, übertragen werden. Trotz großer Fortschritte sind in der Gewinnung und Aufbereitung von Erzen noch erhebliche Effizienzpotentiale vorhanden, die mit dem Forschungsvorhaben weiter erschlossen werden sollen.

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