Aufbereitungsstudent unter Tage

Am 13.12.2018 hatten zwei Studenten vom Institut für Aufbereitungsmaschinen sowie vom Institut für Bergbau und Spezialtiefbau die Chance, selber anzupacken und Erz aus dem universitätseigenen Bergwerk zu fördern.

Hierzu sind Herr Martin Kirschner und David Ries um 07:30 Uhr über eine Seilfahrt in das Forschungs- und LehrbergwerkArbeitstrupp unter Tage  vor der Erzgang (von links nach rechts: Martin Kirschner, Tobias Krichler, David Ries) (Foto: Martin Kirschner) Reiche Zeche eingefahren. Mit dabei war Herr Tobias Krichler, Mitarbeiter des Instituts für Bergbau und Spezialtiefbau. Vom Schacht aus ging es mit der Lok unter Tage bis ans Ende der Bahnstrecke in die Nähe eines Erzgangs. An der Stelle, wo vor einigen Tagen ein kleinerer Abschnitt des Erzgangs gesprengt wurde, liegt jetzt ein Haufwerk aus Erz. Die Sprengung erfolgte für Untersuchungen in dem Forschungsprojekt real-time mining. Nur ein Teil des Erzes wird dabei von dem Projekt für weitere Messungen verwendet. Der restliche Teil steht nach Rücksprache mit den Projektmitarbeitern für das InnoCrush-Projekt zur Verfügung. Dazu muss das Erz nun aber erst einmal nach über Tage. Vor Ort am Sprenghaufwerk angekommen stellte sich heraus, dass das Material wie in alten Bergbauzeiten per Hand in Eimer geschaufelt und dann mit einer Elektrohaspel nach oben gefördert werden musste. Das war nach einer gewissen Zeit ein echter Knochenjob. Von dort polterte das Erz noch ein Stück Strecke entlang in einem Handwagen bis zu den Hunten. Die Hunte werden dann von der Elektrolok über das Schienennetz der Grube Reiche Zeche bis zum Schacht gezogen.

Da es sich nicht um ein paar Kilo Erz handelte, sondern um 1,2 Tonne Erz, wurden mehrere Umläufe benötigt. Außerdem hat Erz eine höhere Dichte als Gestein und somit waren die gefüllten Eimer immer sehr schwer. Am Ende eines anstrengenden Tages waren zwei Hunte bis oben hin mit Erz gefüllt und der Knochenjob erledigt. Nach solch einem Mit Erz und Gestein gefüllte Hunte (Foto: Martin Kirschner)Arbeitstag in gebückter Haltung und ständigem Kopfanstoßen wussten Herr Kirschner und Herr Ries auf jeden Fall, dass er sich sein Abendessen heute verdient hatten.
Das Lehr- und Forschungsbergwerk Reiche Zeche befindet sich mitten in der Ganglagerstätte Freiberg. Das Forschungsprojekt InnoCrush rückt solche Lagerstätten in den Fokus der Untersuchungen, da sie ein großes Potenzial zur selektiven Gewinnung und Aufbereitung bieten. Der sehr gut dokumentierte Bergbau der gut erforschten Lagerstätte bietet eine gute Grundlage für eine Fallstudie zur gesamtheitlichen Bewertung. Die mit dem real-time mining Projekt geteilten Erze dienen Untersuchungen zur schneidenden Gewinnung sowie zur selektiven Zerkleinerung und Mahlung in der Aufbereitung.