Aktuelle Informationen aus dem SPP 1418

Indien und Iran Schwerpunktländer des 5. Freiberger Feuerfestforums

Prof. Aneziris begrüßt die Teilnehmer. Im Hintergrund zeigt die Präsentation das Ausgießen von Stahlschmelze im Stahlgusssimulator.Im Rahmen des 5. Freiberger Feuerfestforums tauschten sich über 100 Teilnehmer aus dem In- und Ausland aus Wissenschaft, Industrie und Fachverbänden über aktuelle Entwicklungen im Bereich „Feuerfest“ aus. Ein Schwerpunkt lag auf den Entwicklungen in Indien und Iran. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Verein Meeting of Refractories Experts, Freiberg e.V. durch das Schwerpunktprogramm 1418 „FIRE“, den Sonderforschungsbereich SFB 920, die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde DGM und die Deutsche Keramische Gesellschaft DKG organisiert.

Die Erforschung und Anwendung feuerfester Werkstoffe in aufstrebenden Ländermärkten standen im Mittelpunkt des 5. Freiberger Feuerfestforums am 26. November 2014 an der TU Bergakademie Freiberg. Experten aus Indien und Iran waren der Einladung zu einem Vortrag auf dieser international ausgerichteten Veranstaltung gefolgt. Professor Christos G. Aneziris, Inhaber des Lehrstuhls Keramik am IKGB der TU Freiberg und Organisator des Forums, begrüßte dazu zum einen Dr. Arup Ghosh, führender Wissenschaftler am CSIR-Central Glass & Ceramic Research Institute, Indien. Dr. Ghosh stellte vielfältige Forschungsaktivitäten im Bereich der feuerfesten Werkstoffe vor, um den stetig steigenden Anforderungen an feuerfeste Werkstoffe zu begegnen. Des Weiteren gab Professor Farhad Golestani Fard von der Iran University of Science and Technology aus Teheran einen umfassenden Überblick zur Beeinflussung von Eigenschaften feuerfester Werkstoffe durch den Einsatz nanoskaliger Zusätze Aktuelle Marktentwicklungen für feuerfeste Materialien und Anwendungen in Indien stellte Anirbandip Dasgupta, Geschäftsführer der Indian Refractory Makers Association, vor. Dr.-Ing. habil. Helge Jansen, Gastprofessor an der TU Freiberg und Geschäftsführer der Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf, präsentierte innovative Ansätze, um die Haltbarkeit von Feuerfestauskleidungen in der Kupfermetallurgie zu verbessern.

Ein wichtiges Anliegen des Freiberger Feuerfestforums ist der ständige Dialog zwischen Vertretern der Wissenschaft und der Industrie für eine kontinuierliche Weiterentwicklung feuerfester Materialien , um aktuellen Herausforderungen , wie steigende Anforderungen der Endanwender oder Auflagen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaft, zu begegnen. Zu neuen Erkenntnissen und innovativen Forschungsansätzen im Bereich Feuerfest konnten sich die Gäste im Rahmen einer Posterausstellung informieren: Die Teilprojekte des DFG-Schwerpunktprogramms 1418 sowie des Sonderforschungsbereichs 920 stellten gemeinsam ihre Projekte vor und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Frau M.Eng. Vanessa Hopp stellt das Thema ihrer Masterarbeit vor.Ebenso versteht sich das Feuerfestforum als wichtige Plattform zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu stiftet der Verein „MORE – Meeting of Refractory Experts Freiberg e.V.“ jährlich den Theodor-Haase-Preis und zeichnet damit hervorragende Master- bzw. Diplomarbeiten auf dem Gebiet der „Feuerfest – Hochtemperaturanwendungen“ aus. Diesjährige Preisträgerin ist Frau M.Eng. Vanessa Hopp (Universität Koblenz-Landau). Sie hat in ihrer Masterarbeit konventionelle Prüfmethoden weiterentwickelt, die die Widerstandskraft von Dichtstoffen (so genannte Kali-Wasserglas-gebundenen Kitte) gegen den schädlichen Einfluss mineralischer Säuren ermitteln können. „Die Arbeit zeigt einen grundlegend neuen Ansatz, um die komplexen Vorgänge der Strukturveränderung infolge chemischer Korrosion in den Materialien zu bewerten.“, erklärt Professor Peter Quirmbach von der Universität Koblenz-Landau, unter dessen Betreuung die Arbeit entstanden war. Die Auszeichnung fand in Anwesenheit der mehr als 100 Teilnehmer aus dem In- und Ausland, aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen statt. Der Preis erinnert an den Freiberger Wissenschaftler Theodor Haase und sein Engagement für die Ausbildung von Silikattechnikern.