Geoökologie

Geoökologie ist eine interdisziplinäre Umweltnaturwissenschaft. Sie befasst sich mit komplexen Zusammenhängen und Wechselwirkungen in der Umwelt, um Probleme im Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt zu erkennen, zu analysieren und zu lösen. Im Mittelpunkt stehen das natürliche Geo-Öko-System und seine Nutzung durch den Menschen. Typische Fragestellungen sind zum Beispiel die Bilanzierung von Stoffkreisläufen, die Entwicklung nachhaltiger Landnutzungssysteme, der Schutz von Böden, der Schutz von Trinkwasserressourcen oder die Planung einer Altlastensanierung. Zu den Werkzeugen der Geoökologie gehören chemische Analytik, Geo-Informationssysteme, Methoden der Fernerkundung und computergestützte Modellierung. Geoökologen bearbeiten komplexe Aufgabenstellungen im Spannungsfeld Gestein, Wasser, Boden und Atmosphäre unter Einbeziehung von Vegetation, Tier und Mensch. Das Bestreben ist, Probleme rechtzeitig zu erkennen, um nicht am Ende einen angerichteten Schaden „reparieren“ zu müssen. Moderne Unternehmen setzen daher Geooökologen ein, um nachhaltige Produkte und nachhaltige Produktionsstrategien zu entwickeln.

Studienkonzept

Studierende der Geooökologie finden in Freiberg einmalige Studienbedingungen. Dabei ermöglicht ein enger Kontakt zwischen Studenten und Lehrenden eine individuelle Betreuung und einen schnellen Studienabschluss. Die TU Bergakademie ist Standort des Sondersammelgebiets Geowissenschaften der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Laboratorien und Freiland-Experimentalflächen für Atmosphären- und Klimaforschung, für Biologie und Ökologie, für Chemie und Physik, Geochemie, Hydrologie und Hydrogeologie und für die Mikrobiologie sind auf dem neuesten Stand der Technik und werden kontinuierlich ausgebaut. Eine Freiberger Besonderheit ist die Nähe zu Industrieunternehmen, Ingenieurbüros, Stiftungen, Forschungszentren, Behörden und Einrichtungen der regionalen Wirtschaftsförderung. Sie bieten Praktikumsplätze und unterstützen Einzelvorhaben von Studierenden sowie Exkursionen. Auslandsaufenthalte sind an Partneruniversitäten in der ganzen Welt möglich, z. B. in Australien, Canada, Chile, China, Bolivien, Brasilien, England, Frankreich, Norwegen, Schweden, Mexiko, Russland, Ungarn und den USA.

Das Bachelorstudium Geoökologie befähigt die Studierenden, Umweltaspekte unter naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu analysieren, zu bewerten und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Beispiele sind:

  • Beschreibung der Entwicklung, Verbreitung und Struktur von terrestrischen, agrarischen, urbanen, aquatischen und marinen Geoökosystemen sowie der jeweils relevaten physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse,
  • Aufklärung und Bilanzierung von Stoff- und Energieumsätzen und -flüssen mit Hilfe analytischer und numerischer Modelle,
  • Ermittlung der Einflüsse, die physische, biotische oder menschliche Eingriffe auf das Systemverhalten haben,
  • Analyse, wie leistungsfähig, belastbar, geschädigt oder regenerierbar ein Geoökosystem bzw. seine einzelnen Teile sind,
  • Sanierung geschädigter Systeme mit unterschiedlichen Methoden

Studienablauf

Das Bachelorstudium mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern ist in drei Teile gegliedert. In der Orientierungsphase im 1. und 2. Semester erfolgt eine breite Grundlagenausbildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen und geowissenschaftlichen Bereich. In der Eignungsphase (3./4. Semester) kommen fachspezifische Fächer sowie einige fachübergreifende Module dazu. Darüber hinaus ist ein vierwöchiges Praktikum außerhalb der Universität zu absolvieren. Geeignete Einrichtungen sind u.a. Ingenieurbüros, Ämter und Institutionen von lokalen Grünflächenämtern bis zu Bundesbehörden, nicht-universitäre Forschungsinstitutionen und auch Nichtregierungsorganisationen oder Nationalparkverwaltungen im In- und Ausland.
Im 5. und 6. Semester erfolgt eine Vertiefung der fachspezifischen Fächer. Den Abschluss bilden die Bachelorarbeit (12 Wochen) und ein Kolloquium.

Ablaufplan Bachelor

Ablaufplan BachelorDruckversion

Ablaufplan Master

Ablaufplan MasterDruckversion

Was kommt nach dem Bachelor

Mit dem Bachelor erwerben die Absolventen einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss, mit dem sie bereits nach sechs Semestern ins Berufsleben starten können. Er berechtigt aber auch zur Aufnahme eines weiterführenden geowissenschaftlichen Masterstudiums an der TU Bergakademie Freiberg oder an einer anderen Hochschule im In- und Ausland. Der Masterstudiengang Geoökologie in Freiberg bietet fünf verschiedene Richtungen, aus denen sich die Kandidaten ihren Schwerpunkt aussuchen können:

  • Ökosystem-Management
  • Flussgebietsmanagement
  • Wasserwirtschaft
  • Klima und Umwelt
  • Umwelt- und Geobiotechnologien

Berufsfelder und Einsatzmöglichkeiten

Kennzeichnend für den Beruf des Geooökologen ist eine große Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten. Absolventen befassen sich mit Abfallbeseitigung/Verwertung, Altlastenbewertung/ -sanierung, Bewertung von Umweltrisiken, Boden-, Gewässer-, und Grundwasserschutz, Chemische-ökotoxikologische Umweltanalyse, biologische Raumbewertung, Nachhaltigkeitsprüfung, Umweltverträglichkeitsprüfung, Öko-Audit. Sie werden z.B. tätig in/bei:

  • Forschung und Lehre
  • Ingenieurbüros und Consulting-Firmen
  • Laboren (Boden-, Wasser-, Luft-, Abfall-Analytik)
  • Behörden
  • großen Firmen als Umweltbeauftragte
  • Versicherungen im Bereich risikoabschätzung
  • Abfall-Recycling Industrie
  • Wasserversorgern
  • Politikberatung
  • Medien und Verbänden

 

GEO-Studiengänge in Freiberg



CHE-Hochschulranking 2012-13 - TU Bergakademie Freiberg bei Geowissenschaften in Spitzengruppe

Hochschulranking 2012/13: Geowissenschaftliche Fächer in Spitzengruppe

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