Geoinformatik und Geophysik

WAS IST GEOINFORMATIK? Aufgabe der Geoinformatik ist es, ortsbezogene Daten systematisch zu erfassen, auszuwerten und darzustellen. Geodaten entstehen täglich in riesigen Mengen und umfassen beispielsweise Schwermetallgehalte in Böden, Pegelstände in Flüssen, Satellitenaufnahmen und geophysikalische Messwerte. Doch kann man so unterschiedliche Daten wie Fernerkundungsdaten und Spurenelementgehalte überhaupt kombinieren? Um systematisch mit Geodaten zu arbeiten, braucht man gute Kenntnisse in geowissenschaften und in Informatik. In Freiberg liegt der Schwerpunkt der Geoinformatik auf dem Gebiet der Geologie und Geophysik. Hier lernen sie, wie man dreidimensionale Modelle geologischer Körper und digitale Karten erstellt, statistische Methoden anwendet und welche Informationen in Fernerkundungsdaten enthalten sind.

WAS IST GEOPHYSIK? Geophysik ist die Wissenschaft von der Physik der Erde. Sie beschäftigt sich nicht nur mit der festen Erde, sondern bezieht die Gewässer und die Atmosphäre mit ein. Geophysikalische Messgeräte erfassen physikalische Felder, welche für unsere menschlichen Sinne oft nicht wahrnehmbar sind. Diese Felder erhalten Informationen über die Struktur und die physikalischen Eigenschaften der Erde, die mit Hilfe mathematisch-physikalischer Modellvorstellungen rekonstruiert werden können. Im Rahmen der Bachelorausbildung werden die mathematischen und physikalischen Grundlagen hierfür vermittelt. In Freiberg liegt der Schwerpunkt in Forschung und Lehre auf oberflächennahen Untersuchungsmethoden, da diese wirtschaftlich von großem Interesse sind, z.B. für die Rohstofferkundung. In erster Linie werden elektromagnetische und seismische Felder großräumig erfasst und ausgewertet. Die Simulation und Inversion der gemessenen Felder liefern Informationen über die räumliche Verteilung von physikalischen Materialgrößen und stellen einen Ausbildungsschwerpunkt dar. Geophysikalische Anwendungen sind vielfältig, z.B. für die Lösung von Umweltproblemen und die Nutzung erneuerbarer Energien. Geowissenschaften ohne Informationstechnologie sind heute unvorstellbar, denn digitale Modelle sind leicht aktualisierbar und erlauben gezielte Abfragen. Darum besteht eine große Nachfrage nach ausgebildeten Geoinformatikern.

Studienkonzept

Die beiden Disziplinen Geophysik und Geoinformatik durchdringen sich stark, da die Geo- Informatik auf geophysikalische Daten angewiesen ist und die Geophysik Rechnergestütze Methoden zur Datenerfassung und -uswertung benötigt. Grundlagen beider Fachrichtungen sind Methoden der angewandten Mathematik und Informatik, der Physik sowie wissenschaftliche Arbeitsmethoden zur Erforschung der Geosphäre. Daher muss die Bachelorausbildung beider Fachrichtungen zu 80 % identisch sein. Sie wird darum in einem ge- meinsamen Studiengang angeboten. Unser Ausbildungskonzept legt besonderen Wert auf projektorientiertes Arbeiten und fachliche Kommunikation, um die Studierenden auf die Anforderungen des Berufsalltags vorzubereiten. In den Vorlesungen bekommen sie die theoretischen Grundlagen eines Fachgebiets vermittelt. In den Übungen erlernen sie die Handhabung von Messgeräten und Software. In zahlreichen Gelände- und Computer- Praktika werden diese Kenntnisse auf praxisnahe Problemstellungen angewendet.

Den Abschluss der Ausbildung bildet die Bachelorarbeit, die selbstständig angefertigt wird.

Studienablauf

In den ersten vier Semestern werden fundierte Grundkenntnisse in Mathematik, Physik, Informatik und Geowissenschaften sowie in der englischen Fachsprache vermittelt. Darüber hinaus stehen Geländepraktika auf dem Studienplan. Im 5. bis 6. Semester erfolgt die Vertiefung in einer der Fachrichtung Geoinformatik oder Geophysik. Zudem werden berufsvorbereitende Module, Betriebs- und Fachpraktika absolviert. Abschließend wird im 6. Semester die Bachelorarbeit angefertigt.

Ablaufplan Bachelor

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Ablaufplan Master Geophysik

Ablaufplan Master GeophysikDruckversion

Ablaufplan Master Geoinformatik

Ablaufplan Master GeoinformatikDruckversion

Was kommt nach dem Bachelor

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Bachelorstudium können sich die Absolventen für einen Masterstudiengang Geophysik oder Geoinformatik entscheiden. Die Studienpläne beider Fachrichtungen sind so konzipiert, dass sie Studenten von anderen Unis einen reibungsfreien Einstieg ermöglichen.

DER MASTERSTUDINGANG GEOINFORMATIK

ist ein naturwissenschaftlicher wissenschaftsbezogener Studiengang, der auf das Profil der Forschung in Freiberg abgestimmt ist. Im Masterstudiengang Geoinformatik werden die Studenten mit Daten aus den Geowissenschaften konfrontiert, die zur Beschreibung geologischer Prozesse dienen. Da geologische Prozesse komplexe und sehr langwierige Vorgänge sind, werden sie im Allgemeinen am Computer simuliert.

Schwerpunkt des Studiengangs ist es deshalb, Techniken der Prozesssimulation zu erlernen. Dabei können die Studenten eine der Vertiefungsrichtungen „Gebirgsmechanisches und tektonisches Modellieren“ oder „Modellierung fester und flüssiger Rohstoffe“ wählen. Die Module in den Grundlagenfächern Mathematik, Informatik und Geowissenschaften können individuell so zusammengestellt werden, dass sie zu den Vorkenntnissen des Studenten und zur Vertiefungsrichtung passen.

DER MASTERSTUDIENGANG GEOPHYSIK

ist ein naturwissenschaftlicher Studiengang mit stark forschungsbezogenem Profil. Er soll den Studenten die Kompetenz vermitteln, komplexe Probleme in den Geowissenschaften und anderen gesellschaftlichen Bereichen mit Hilfe geophysikalischer Methoden zu lösen. Eine moderne und zukunftsorientierte Geophysik umfasst Mathematik, Physik, Geo- und Computerwissenschaften. Im Zentrum der Ausbildung steht darum das Erlernen und Verstehen von Computersimulationstechniken, die in Modulen wie numerische Geophysik und theoretische Geophysik vermittelt werden. Die Module in den Grundlagenfächern Mathematik, Physik und Geowissenschaften können individuell so zusammengestellt werden, dass sie zu den Vorkenntnissen und Interessen des Studenten passen. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Angewandte Geophysik, die zur Lösung wichtiger Fragestellungen in unserer Gesellschaft beiträgt. Die breite naturwissenschaftliche und computerorientierte Ausbildung soll den Absolventen Quereinstiegsmöglichkeiten in andere Berufsfelder ermöglichen und eine möglichst große Unabhängigkeit von kurzlebigen wirtschaftlichen Entwicklungen bieten.

Berufsbilder und Einsatzmöglichkeiten

  • Lagerstättenerkundung
  • Umwelt- und Geomonitoring
  • Hochwasserschutz
  • Klimaforschung
  • Baugrunduntersuchungen
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Vorhersage von Vulkanausbrüchen
  • Vertrieb von Software und Datenmodellen
  • Geophysikalische Observatorien

 

GEO-Studiengänge in Freiberg

CHE-Hochschulranking 2012-13 - TU Bergakademie Freiberg bei Geowissenschaften in Spitzengruppe

Hochschulranking 2012/13: Geowissenschaftliche Fächer in Spitzengruppe

Bestnoten für "Studiensituation insgesamt", "Betreuungssituation" und "Exkursionsangebote". zum Ranking