6. Symposium Umweltgeotechnik & 7. Freiberger Geotechnik-Kolloquium "Ressourcen & Geotechnik"

Tagungsbericht

aus geotechnik 36(2013)3

Im Rahmen des 64. Berg- und Hüttenmännischen Tages/Freiberger Forschungsforums fand am 13. und 14. Juni 2013 das 6. Symposium Umweltgeotechnik (DGGT) und 7. Freiberger Geotechnik-Kolloquium als kombinierte wissenschaftliche Veranstaltung mit etwa 150 Teilnehmern statt.

Nach der Eröffnung durch Prof. Herbert Klapperich (Leiter des Lehrstuhls für Bodenmechanik im Institut für Geotechnik) mit Würdigung der Verdienste seines Amtsvorgängers Prof. Wolfgang Förster anlässlich dessen 80. Geburtstages und Glückwünschen der Veranstalter folgten Grußworte von Prof. Georg Heerten (1. Vorsitzender DGGT e. V .), Prof. Bernhard Cramer (Präsident Sächsisches Oberbergamt) sowie Prof. Dietmar Grießl (Vorsitzender VFG e. V.). Herr Zschiedrich von der LMBV mbH hielt den Plenarvortrag über geotechnische Herausforderungen bei der Gestaltung der Kippen aus locker gelagerten Sanden in ehemaligen Braunkohlenbergbaugebieten. Das sich anschließende Vortragsprogramm teilte sich in sechs Vortragsblöcke:

  • Der erste Vortragsblock beschäftigte sich weiterhin mit Themen der bergbaulichen Geotechnik, wie die geotechnischen und bergbaulichen Problemstellungen beim Betrieb eines Abfallwirtschaftszentrums an einem ehemaligen Bergwerkstandort, die Gründung von Windenergieanlagen auf Kippengelände, die geotechnische Erkundung und bergtechnische Sanierung von Wasserlösestollen im Altbergbau sowie die messtechnische Begleitung einer Kippenstabilisierung für den Ausbau einer Bahnstrecke.
  • Der zweite Vortragsblock behandelte Themen der Umweltgeotechnik, wie die Risikovermeidung versus Claimsmanagement, der Handel mit Flächenzertifikaten, der Flächenkreislaufwirtschaft und Aktivitäten zum Flächensparen, der Ausgangszustandsbericht im Rahmen der IED (Industrial Emission Directive), die Wasserhaushaltsschichten in Deponieoberflächenabdichtungen, die Hot-Spot-Sanierung durch Austauschbohrungen DN 2300 mm, die Flächenverwendung für die energetische Nachnutzung sowie die Schließung von Altdeponien und Bau von Neudeponien am Beispiel zahlreicher Auslandsprojekte.
  • Im dritten Vortragsblock fanden Vorträge zu Themen der theoretischen Bodenmechanik und Anwendung der Numerik in der Geotechnik statt, wie die Philosophien bei der Anwendung numerischer Verfahren für Bemessungsaufgaben in der Geotechnik, die Modellierung und Bewertung der Stabilität von Tagebaukippen mit künstlichen neuronalen Netzen sowie der rechnerische Nachweis der Standsicherheit auf verflüssigungsgefährdeten Standorten.
  • Der vierte Vortragsblock behandelte die Themengebiete der Ressourcen, der Geothermie und des Flächenrecyclings mit Beiträgen wie die Daten und Fakten zur Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung im Freistaat Sachsen, die best-practice Beispiele für das Flächenmanagement, die tiefe Geothermie für Strom und Wärmemarkt im Rahmen des BMU-Forschungsprojektes Allgäu 2.0, die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der Erdwärme-Sonden, die Projektentwicklung in Afrika am Beispiel des ostafrikanischen Riftes und Tansania, die modularen Kraftwerke für die Tiefengeothermie und die Sicherung von innerstädtischen Industriebrachen mit Geokunststoffen für gewerbliche Folgenutzungen.
  • Der fünfte Vortragsblock berichtete über Themen der Baupraxis und der angewandten Geotechnik mit Vorträgen wie die Kontrollprüfungen im Wasserbau am Beispiel "Deich Lödderitz" in Sachsen-Anhalt, die geotechnischen Aufgaben bei der Planung von Binnenhäfen mit Beispielen und Lösungsansätzen, die Fragestellung zu geotechnischen Modellen für Standsicherheitsberechnungen sowie die Spundwände aus Kunststoff als innovative Lösungen in der Umweltgeotechnik.
  • Im sechsten Vortragsblock, der in Form eines wissenschaftlichen "Speed-Dating" ausgerichtet wurde, stellten Wissenschaftler und Doktoranden des Lehrstuhls für Bodenmechanik, bergbauliche Geotechnik und Grundbau des Institutes für Geotechnik der TU Bergakademie Freiberg ihre wissenschaftlichen Arbeiten mit Themen - wie die Stabilität historischer, unterirdischer Bauwerke in kollabilen Böden, die induzierten Untergrundbewegungen durch Tunnelbau, die Sicherung einer Normaleinwirkung zur Aktivierung einer Reibungskopplung in der Ringfuge von Tübbings beim Tunnelbau, das dynamische Lastverhalten von Fahrbahndecken auf weichem Boden, die geotechnische Standortcharakterisierung für hohe Bauwerke, die mineralischen Dichtungssysteme in der Umweltgeotechnik, die Entwicklungen und Analysen in der Tiefengeothermie, die Konzepte und Lösungen zur Energiewende, die Geokunststoffe als ein konstruktives Element im Ingenieurbau, die Bodenbewehrung mit Kunststofffasern, die Zusammenwirkung zwischen Schlitzwänden und benachbarten Tiefgründungen, die Modellansätze zur numerischen Simulation gesteinsmechanischer Laborversuche sowie die Anwendung von Geokunststoffen in bindigen Böden - mit einem Ausblick auf das erwartete Forschungsziel in einem kurzen und prägnanten Vortrag mit einer Dauer von wenigen Minuten vor.

Die Veranstalter bedanken sich hiermit bei den Vortragenden, den Organisatoren, den Firmenausstellern sowie den Ausrichtern dieser sehr gut gelungenen wissenschaftlichen Veranstaltung auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich.

Nandor Tamaskovics

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