Berufung von Professor Kudla in die Kommission zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe

Am 10. April wurde Prof. Wolfram Kudla vom Bundestag in die Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ gewählt.

 "Die Diskussionen in der Kommission werden sehr umfassend und sehr kontrovers verlaufen – schon allein auf Grund der unterschiedlichen Vorbildung und des unterschiedlichen Kenntnisstandes der Mitglieder zur Endlagerung hochradioaktiver Abfallstoffe. Die Etablierung der Kommission ist der erste Schritt zur Lösung der Endlagerfrage, die von einem breiten Konsens getragen werden soll", so Prof. Kudla, übrigens der einzige Ingenieur unter den Wissenschaftlern der Kommission. Prof. Kudla bearbeitet unter anderem Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der langzeitsicheren Verwahrung von Untertagedeponien und Endlagern. Dazu gehört die Entwicklung von geotechnischen Verschlussbauwerken (Entwicklung und Erprobung von Materialien und Bauverfahren) zur langzeitsicheren Abdichtung von Schächten und Strecken im Salzbergbau.

Die Kommission soll Entscheidungsgrundlagen für die Lagerung hoch radioaktiver, Wärme entwickelnder Abfallstoffe erarbeiten. Formuliert werden sollen unter anderem Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen im Hinblick auf die Eignung geologischer Formationen. Zudem sollen Anforderungen an die Organisation und das Verfahren des Auswahlprozesses sowie für Anforderungen an die Beteiligung und Information der Öffentlichkeit sowie zur Sicherstellung der Transparenz festgelegt werden. Die Etablierung der Kommission beschreibt die erste Phase des Standortauswahlverfahrens gemäß dem seit 2013 gültigen Standortauswahlgesetz.

Der Kommission gehören acht Wissenschaftler (stimmberechtigt), acht Vertreter der maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland (stimmberechtigt), acht Mitglieder des Bundestags (nicht stimmberechtigt) und acht Mitglieder des Bundesrates (nicht stimmberechtigt) an.

Informationen zur personellen Besetzung der Kommission sowie zu Aufgaben und Funktionen vgl. www.endlagerung.de.

Quelle:
Domaschke, M., Pressemitteilung vom 10.04.2014, TU Bergakademie Freiberg