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Deutschlandstipendium

Die TU Bergakademie Freiberg startete als eine der ersten Hochschulen mit der Umsetzung des nationalen Stipendienprogramms (Deutschlandstipendium).

Meldungen zum Thema Deutschlandstipendium:

Dritte Säule Hochschulpakt: Maßnahmen für erfolgreiches Studieren an einer international orientierten Ressourcenuniversität (MESIOR)

Im Sommersemester 2011 konnten sich Mitarbeiter und Studierende der Bergakademie über eine besondere finanzielle Zuwendung freuen. Im Rahmen des Wettbewerbs des Bund-Länder-Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre („Qualitätspakt Lehre“) wurde das vom damaligen Prorektor für Bildung, Professor Dirk C. Meyer, gemeinsam mit Vertretern der Fakultäten und zentralen Einrichtungen entwickelte und vorgelegte Konzept „Maßnahmen für erfolgreiches Studieren an einer international orientierten Ressourcenuniversität“ mit dem Akronym MESIOR zur Förderung bewilligt. Grundlage für die Antragstellung bildete eine umfassende Stärken-Schwächen-Analyse. Die Bergakademie erhält aus MESIOR insgesamt rund 7,6 Millionen Euro, die bis zum September des Jahres 2016 zur Verbesserung der Studienbedingungen und zur Erhöhung der Qualität in der Lehre eingesetzt werden sollen. Die bewilligte Summe ist dabei, auch im Vergleich zu den Fördervolumina anderer erfolgreicher Hochschulen, beträchtlich.

Das Bund-Länder-Programm „Qualitätspakt Lehre“ zielt auf die Verbesserung der Betreuung der Studierenden und der Lehrqualität an deutschen Hochschulen. Dies betrifft eine höhere Personalausstattung, Unterstützung bei der Qualifizierung des Personals und die Sicherung und Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Lehrangebote. Hierfür stellt der Bund zwischen den Jahren 2011 und 2020 insgesamt rund zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Im Zentrum von MESIOR steht eine Vielzahl abgestimmter Maßnahmen, die zugleich darauf gerichtet sind, die Zahl der  Absolventen in den sogenannten MINT-Fächern, den Fachgebieten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund wurden seit dem Wintersemester 2011/2012 zahlreiche innovative Projekte ins Leben gerufen und die Lehre personell gestärkt. Aktuell werden aus den Mitteln des Projekts 33 Wissenschaftliche und fünf Technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 279 Studentische und Wissenschaftliche Hilfskräfte finanziert. Daneben stehen den Fakultäten und Zentralen Einrichtungen Sachmittel für Neuerungen in der Lehre und weitere Initiativen zur Verfügung. Wichtige Prämissen zur Erreichung der Projektziele sind die Senkung der Zahl der Studienabbrecher, die Verkürzung der Studiendauer sowie die Erhöhung der Zahl weiblicher und qualifizierter internationaler Studierender. Darüber hinaus gilt es, das Studienangebot gezielt weiterzuentwickeln. Nach nunmehr der Hälfte der Projektlaufzeit zeigen diese Maßnahmen Wirkung, was an vielen Stellen durch ein positives Feedback seitens der Studierenden und Lehrenden dokumentiert ist.

Das in MESIOR festgeschriebene Maßnahmenpaket spannt den Bogen von Lehr- und Betreuungsangeboten für Schüler, Abiturienten, Studierende und Doktoranden bis hin zum berufsbegleitenden Studium. Der Großteil der Personalmittel wird für die Wahrnehmung von Lehraufgaben in den Fakultäten eingesetzt. Hinzu kommt die Finanzierung von Studentischen und Wissenschaftlichen Hilfskräften, die den Studierenden in Tutorien dabei helfen, den Lehrstoff zu vertiefen und zu festigen oder als Mentoren den Erstsemestern den Einstieg in das Studium erleichtern.

Ausgewählte Maßnahmen

Intensivkurs Mathematik

Noch vor dem regulären Vorlesungsbeginn haben Studienanfänger an der Bergakademie dank MESIOR die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in den für die Anfangsphase besonders wichtigen Grundlagenfächern, wie beispielsweise Mathematik oder Chemie, aufzufrischen bzw. auf den erforderlichen Stand zu bringen. Ein Pilotprojekt ist seit dem Wintersemester 2012/2013 der zweiwöchige Intensivkurs Mathematik. Der Intensivkurs wurde gemeinsam von der Fakultät für Mathematik und Informatik, der Zentralen Studienberatung, dem Studentenbüro, dem Internationalen Universitätszentrum, der Graduierten- und Forschungsakademie sowie drei studentischen Vertretern in Kooperation mit der Sächsischen Bildungsagentur entwickelt. 

„Keine Angst vor Zahlen! Die Mathematik im Studium.“

Eine Unterstützung findet diese Mathematikvorbereitung in der Broschüre „Keine Angst vor Zahlen! Die Mathematik im Studium.“, die allen Erstsemestern zusammen mit den Immatrikulationsunterlagen zugeschickt wird. Darin sind neben wichtigen Ratschlägen für Studienanfänger auch beispielhafte Übungsaufgaben enthalten, anhand derer die vorhandenen Mathematik-Kenntnisse getestet werden können. Zusätzlich wurde von den Mathematik-Absolventinnen Melanie Nentwich und Alina Ruziyeva ein umfangreicheres Mathematik-Übungsheft erstellt, in dem auf wichtige einschlägige Grundlagen für das Studium eingegangen wird. 

Etablierung neuer Lehrgebiete

Dank MESIOR konnte neue Lehrgebiete etabliert werden, wie etwa durch die Installation der Professur für „Chemie in ionischen Flüssigkeiten und wässrigen Lösungen“ oder den Entwurf von Modulen zur Bioinformatik. 

Das MESIOR-Paket umfasst ferner Exkursionen, die es den Studierenden ermöglichen, Forschung an Großgeräten schon innerhalb der akademischen Ausbildung aktiv mitzuerleben und selbst durchzuführen. Dazu gehören regelmäßige Besuche am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) der Helmholtz Gemeinschaft und am Röntgen-Freie-Elektronen-Laser (XFEL) in Hamburg. Dabei lernen die Studierenden alle Bereiche der Forschungszentren kennen und werden anhand konkreter Experimente mit den wissenschaftlichen Fragestellungen vertraut gemacht. Für das Jahr 2015 ist dort eine für die Lehre im akademischen Bereich maßgeschneiderte Messstation Educational Beamline geplant, die für die Ausbildung in modernen Röntgenmethoden im Rahmen von MESIOR auch von größeren Studierendengruppen genutzt werden kann. Im Aufbau befindet sich zudem ein eigenständiges Synchrotron-Praktikum der Bergakademie, das in das Curriculum verschiedener Masterstudiengänge integriert werden soll und eine Reihe von Versuchen, insbesondere zur Röntgenfeinstrukturaufklärung und  resonanten Röntgenstreuung, beinhaltet. 

Das MESIOR-Projekt stellt zudem Mittel für Investitionen und Sachausgaben bereit. So konnten Geräte zur Modernisierung von Lehrveranstaltungen der Elektrotechnik und zur Neukonzipierung von Versuchen im Bereich Verfahrenstechnik erworben werden. Mit Hilfe der innovativen Systeme wurde der Lernprozess der Studierenden gezielt unterstützt.

Im Bereich der Synthesechemie wurden Praktikumsaufbauten miniaturisiert, um Versuche im klassischen Labormaßstab zu ersetzen. Dies verringert Risiken möglicher gesundheitlicher Belastungen der Studierenden und Lehrenden und minimiert die Kosten für Chemikalien, was gleichzeitig dem Anliegen, die Umwelt zu schonen, dient.  

Angebote für ausländische Studierende

MESIOR zielt auch auf die Gewährleistung optimaler Studienbedingungen für ausländische Studierende. Der Strauß entsprechender Maßnahmen ist vielfältig und umfasst beispielsweise die personelle Verstärkung für das Angebot der studienbegleitenden Deutschkurse, der Intensivkurse zur Studienvorbereitung ausländischer Studienbewerber, die Sprach- und Orientierungskurse in der vorlesungsfreien Zeit und die Beratungsangebote im Hinblick auf Fragen rund um einen Studienaufenthalt an der Bergakademie. Zusätzlich zur Durchführung von Orientierungstagen für ausländische Studierende und Informationsveranstaltungen werden am Semesterbeginn an einem sogenannten Welcome-Point Fragen zu Sprachkursen, zur Krankenversicherung und zur Studienfinanzierung beantwortet.

Psychosoziale Beratungsstelle

Neben der Verbesserung der personellen Ausstattung im Bereich der Lehre im engeren Sinne sieht MESIOR flankierende, fakultätsübergreifende Aktivitäten vor. Zu nennen ist hier die Einrichtung einer psychosozialen Beratungsstelle, deren Arbeit in erster Linie dem vorzeitigen Studienabbruch der Studierenden entgegenwirken soll. Dort bekommen Studierende, die etwa unter Prüfungsangst leiden oder persönliche Probleme haben, Hilfe durch Einzel- und Gruppengespräche. Auch Informationsveranstaltungen, Workshops, Seminare oder sogenannte „Studienabschlusscoachings“, unter anderem angeboten in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek als „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, werden nachgefragt.

Barrierefreies Studium an der TU Bergakademie Freiberg

Das MESIOR-Teilprojekt „Barrierefreies Studium an der TU Bergakademie Freiberg“ widmet sich besonderen Bedürfnissen von Studierenden mit Einschränkungen. Dadurch werden bereits bestehende Hilfestellungen seitens der Bergakademie und des Studentenwerks abgerundet. Basierend auf einer Recherche und Analyse der Schwierigkeiten, denen Studierende mit Einschränkungen gegenüberstehen, wurde, koordiniert durch die Studentin und heutige Absolventin im Studiengang „Photovoltaik und Halbleitertechnik“, Friederike Kersten, ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das  noch bestehende Barrieren identifizierte. Studentische Hilfskräfte sollen etwa durch Vorlesen von Texten, Mitschreiben in Veranstaltungen oder Tipparbeiten allen eine weitestgehend gleichberechtigte und selbstständige Teilhabe am Studium sowie am studentischen Leben ermöglichen. 

Studienberatung

Auf dem Gebiet der Studienberatung finanziert MESIOR unter anderem Veranstaltungen zur Vorstellung der Bergakademie an Gymnasien, die Teilnahme an Berufsorientierungsmessen und die Erstellung von qualifizierten Studieninformationsmaterialien. Eine besondere Form der Studienorientierung ist das sogenannte Online Self Assessment, das derzeit als Pilotprojekt für einzelne Studiengänge erprobt wird. Dabei stehen die besonderen Neigungen  und Fähigkeiten der Studieninteressierten im Vordergrund. Ein Abgleich mit den Anforderungen des interessierenden Studienfaches kann via Internet von überall her erfolgen.   

Koordinationsstelle E-Learning

Zur Erhöhung der Qualität der wissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung und der Steigerung der Effektivität der Lehr- und Lernprozesse stellt MESIOR Mittel zur Etablierung und zum Unterhalt einer „Koordinationsstelle E-Learning“ bereit. Neben der Bündelung vorhandener E-Learning-Initiativen unterstützt diese vor allem Lehrende und Studierende im Sinne einer zentralen Dienstleistung. Zusätzlich zur Erarbeitung eines didaktischen E-Learning-Konzepts für die Bergakademie werden Hilfestellungen beim Umgang mit E-Learning-Werkzeugen und Diensten wie OPAL und Turnitin angeboten. Es ist vorgesehen, so geschaffene Neuerungen für die Lehre über die Universitätsgrenzen hinaus auch im Rahmen des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsens weiterzutragen.

Mit der Etablierung der E-Learning Koordinationsstelle wird wiederum eine zentrale Serviceeinrichtung für Lehrende und Studierende angeboten, welche neben lehrbegleitenden Maßnahmen auch hochschuldidaktische Komponenten beinhaltet und somit auch eine Schnittstelle zum Verbundprojekt „Lehrpraxis im Transfer“ darstellt. 

Moduldatenbank

Der Aufbau einer, im Zuge der Modularisierung der Studiengänge dringend benötigten, Moduldatenbank, in der alle Lehrangebote der Bergakademie und ihre Vernetzungen systematisch erfasst sind, ist eine weitere wichtige Aktivität im Rahmen von MESIOR. Bislang lag der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Entwicklung der erforderlichen Software und der fehlerfreien Integration aller Modulbeschreibungen. Die Datenbank wird künftig die Verwaltung der Module und Modulinhalte und auch das automatisierte Erstellen von Studien- und Prüfungsplänen sowie von Modulhandbüchern ermöglichen.

Unterstützung der Universitätsbibliothek

Auch die Nutzer der Universitätsbibliothek profitieren von der Unterstützung durch MESIOR. So konnten die Öffnungszeiten erweitert werden, womit Studierende die Bibliothek nun von Montag bis Freitag in der Zeit von 7.00 Uhr bis 24.00 Uhr und samstags und sonntags im Zeitraum von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr nutzen können. Damit wird zugleich der Mangel an Bibliotheksarbeitsplätzen gelindert. Außerdem stehen studentische Mitarbeiter im Foyer für Anfragen zur Verfügung. 

Pressemeldungen

Abgestimmte zusätzliche Lehrangebote

Fachübergreifende Lehrangebote werden kontinuierlich weiterentwickelt und unter Beachtung individueller Zeitverläufe auf die jeweilige Ausbildungsstation zugeschnitten. Die Abstimmung der Angebote untereinander ermöglicht eine Rückkopplung auf die Gestaltung der Lehrangebote unter Berücksichtigung von Erfahrungen unserer Absolventen im Berufsleben.

Akkreditierung

Die beiden internationalen Masterstudiengänge „International Management of  Resources and Environment“  und „International Business in Developing and Emerging Markets“ wurden akkreditiert.

Intensivkurs Mathematik

Zur Studienvorbereitung bot die TU Bergakademie Freiberg einen zweiwöchigen Intensivkurs Mathematik für Studienanfänger an.

Veranstaltungen

Die neuen Studiengänge ab Wintersemester 2012/13

Die neuen Studiengänge ab Wintersemester 2011/12

Hochschulinitiative Neue Bundesländer

Erweiterung des Lehr- und Forschungsangebots durch Anbindung an das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg

Artikel von Matthias Zschornak in: Zeitschrift der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg (PDF-Dokument, 2 Seiten A4)

Tagungen