Projekt Reiche Zeche

Untersuchung der Zusammensetzung acidophiler Lebensgemeinschaften in Extremhabitaten des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“

Auf den ehemals erzreichen Abbaustrecken im Revier „Himmelfahrt Fundgrube“ können an einigen Stellen auffällige, zumeist gelb-braun gefärbte Biofilmbildungen an Firste (Abb. 1) und Stoß (Abb. 2) beobachtet werden.

Snottite-artige BiofilmbildungBiofilbewachsener Stoß


GrubenwasserAuch im sauren Grubenwasser der Seigen (Abb. 3) und temporären Lachen findet man häufig mikrobielles Leben. Die Besiedlung pyritreichen Gesteins durch Bakterien und Archaeen setzt die Fähigkeit zu chemolithoautotropher Lebensweise in einem (stark) sauren (pH 1,8 bis 3,0) und schwermetallreichen Milieu voraus.

Im aktuell bearbeiteten Projekt werden Lebensgemeinschaften in Biofilmen und Grubenwässern des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“ mittels Next Generation Sequencing-Methoden untersucht und taxonomisch ausgewertet (Abb. 4).

Taxonomische ZusammensetzungDabei sollen dominante Taxa als key player der Fe(II)-Oxidation erkannt und in ihrer ökologischen Rolle beschrieben werden. Die Möglichkeiten der Isolation weniger abundanter aber potentiell neuer Taxa sollen unter Verwendung  verschiedener Quorum-Sensing Substanzen, wie z.B. N-Acyl-Homoserin-Lactone, getestet werden. Damit wird nicht nur das Wissen zu Verbreitung, Taxonomie und Phylogenie von eisenoxidierenden Bakterien im Freiberger Revier vertieft, sondern evtl. auch die Sammlung von Mikroorganismen zur Biolaugung um potente neue Stämme erweitert.