Heisenberg-Professur für die TU Bergakademie Freiberg

Der Physiker Prof. Dr. Daniel Hiller ist an der TU Bergakademie Freiberg auf eine Heisenberg-Professur berufen worden. Ziel ist es, ein neues Forschungsgebiet innerhalb einer wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung der Universität zu etablieren.

Zum Wintersemester nimmt Prof. Daniel Hiller seine Arbeit am Institut für Angewandte Physik der TU Bergakademie Freiberg auf. Die DFG-Förderung ist auf bis zu fünf Jahre angelegt und unterstützt den Aufbau der Professur in den ersten Jahren. Der habilitierte Physiker ist Experte für Nanoelektronik und weist neben Forschungs- und Lehrtätigkeiten als Feodor-Lynen-Return-Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der TU Dresden und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf mehrere Forschungsaufenthalte in Europa und Australien vor. Ende 2019 wurde Daniel Hiller ins renommierte Heisenberg-Programm der DFG aufgenommen.

An der TU Bergakademie Freiberg möchte der Physiker neuartige physikalische und quantenchemische Effekte nutzen, um die Leitfähigkeit von Nanodraht-Transistoren zu kontrollieren und somit noch kleinere, leistungsfähigere und vor allem energieeffizientere Bauelemente zu ermöglichen. „Die Miniaturisierung von Transistoren auf Chips stößt an immer mehr fundamentale Grenzen, so dass neue Forschungsansätze für die Weiterentwicklung notwendig sind. Ich freue mich diese spannenden Forschungsarbeiten zukünftig am Institut für Angewandte Physik in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Reinraumlabor der TU Bergakademie Freiberg durchführen zu können“, sagt Prof. Daniel Hiller.

Grundlagen für zukünftige Mikro- und Nanoelektronik erforschen

„Mit Prof. Daniel Hiller konnten wir einen international anerkannten Wissenschaftler gewinnen, der Expertise zu einem der aktuellsten Themen der Halbleiterphysik mitbringt“, sagt der Prorektor Forschung, Prof. Jörg Matschullat. An der TU Bergakademie Freiberg sollen mit der Heisenberg-Professur neue Aspekte des Forschungsgebiets der Nano- und Quantenmaterialien auf Basis von Silizium- und Germanium-Halbleitern etabliert werden. „Die TU Bergakademie Freiberg stärkt damit die zukunftsorientierte Forschung rund um Materialien und Konzepte, die die zukünftige Mikro- und Nanoelektronik überhaupt erst ermöglichen“, so Jörg Matschullat.

„Diese Expertise passt ausgezeichnet in die derzeitigen Aktivitäten des Instituts für Angewandte Physik. Zum einen forschen wir eng mit Forschungszentren und Unternehmen auf europäischer Ebene an Materialien und Bauelementen der Nanoelektronik der nächsten Generation, zum anderen untersuchen wir aber auch speziell die Defekte in den Halbleitermaterialien auf ihre potenzielle Rolle in neuartigen Quantenbauelementen hin. Zusätzlich sehe ich ein großes Potential in der Zusammenarbeit im Bereich der Photovoltaik“, erklärt Institutsleiter Prof. Johannes Heitmann.

Hintergrund zur Heisenberg-Professur

Das Programm der DFG ist nach dem deutschen Physiker Werner Heisenberg benannt, der im Alter von 31 Jahren den Nobelpreis für Physik erhielt. Das Förderprogramm richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen. Die Förderung ermöglicht es unter anderem, eine neu einzurichtende Professur aufzubauen, die nach positiver Evaluation seitens der DFG und der jeweiligen Hochschule verstetigt wird.

Prof. Dr. Daniel Hiller mit Berufungsurkunde vor Gemälden.
Portrait Prof. Dr. Daniel Hiller.