Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene I und II (einschließlich Gesundheitsökonomik)

Diese zwei neu geschaffenen Module werden ab WS 2012/13 angeboten. Sie umfassen auch die Lehrveranstaltungen des früheren Moduls Gesundheitsökonomik. Sie werden jeweils zur Hälfte von Dr. Wild gehalten. Diese Hälfte führt das Programm in Gesundheitsökonomik weiter, das nachfolgend ebenfalls dargestellt ist. Die andere Hälfte befasst sich insbesondere mit der Theorie der Staatsschuld und der Sozialversicherung sowie mit jeweils aktuellen finanzpolitischen Themen wie beispielsweise der sog. Fiskalunion in der Eurozone.

Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene I - WS
Teil Gesundheitsökonomie (Dozent: Dr. Frank Wild) 

Gliederung:

  1.  „Ökonomik der Gesundheit“  und „Ökonomik des Gesundheitswesens“
  2. Gesundheitsgüter, Marktversagen und Gerechtigkeit
  3. Die Absicherung des Krankheitsrisikos
  4. Die Gesetzliche Krankenversicherung
  5. Die Private Krankenversicherung
  6. Probleme der Pflegeversicherung
  7. Die ambulante ärztliche Versorgung
  8. Die Vergütung von Krankenhausleistungen

Nicht zuletzt aufgrund der demographischen Veränderung ist das Gesundheitswesen eine Wachstumsbranche. Krankenkassen, Versicherungen, Kliniken und Pharmaunternehmen bieten Absolventen vielfältige Arbeitsplatzchancen. Die Veranstaltung gibt den Studenten eine sehr gute Basis für eine Tätigkeit in diesen Bereichen. Es werden vor allem der Aufbau, die Feinheiten und die Probleme des deutschen Gesundheitssystems dargestellt.

Diese Veranstaltung ist Teil des Moduls Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene I. Es wird die Möglichkeit der Anfertigung von Masterarbeiten geboten. 

Dozent ist Dr. Frank Wild vom Wissenschaftlichen Institut der Privaten Krankenversicherung (WIP) aus Köln.

Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene II - SS
Teil Gesundheitsökonomie (Dozent: Dr. Frank Wild)

Gliederung:

  1. Einfluss des Alters auf die Gesundheitsausgaben
  2. Politische Ökonomie des Gesundheitswesens
  3. Pharmaökonomie
  4. Managed Care
  5. Grundlagen der Epidemiologie
  6. Gesundheitsökonomische Evaluation

Nicht zuletzt aufgrund der demographischen Veränderung ist das Gesundheitswesen eine Wachstumsbranche. Krankenkassen, Versicherungen, Kliniken und Pharmaunternehmen bieten Absolventen vielfältige Arbeitsplatzchancen. Die Veranstaltung gibt den Studenten eine sehr gute Basis für eine Tätigkeit in diesen Bereichen. Unter Berücksichtigung aktueller Studien werden in dieser Veranstaltung sowohl das wissenschaftlich-theoretische Grundgerüst der Gesundheitsökonomie als auch spezielle Fragestellungen im deutschen Gesundheitssystem erörtert.

Diese Veranstaltung ist Teil des Moduls Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene II. Es wird die Möglichkeit der Anfertigung von Masterarbeiten geboten.

Dozent ist Dr. Frank Wild vom Wissenschaftlichen Institut der privaten Krankenversicherung (WIP) aus Köln.

Finanzwissenschaft für Fortgeschrittene I und II
Teil Theorie und Politik der Staatsschuld (Dozent: Prof. Dr. Schönfelder)

Die Veranstaltung im WS ist der Eurokrise gewidmet. Im SS werden Krisensymptome in anderen entwickelten Ländern, insbesondere in den USA, und ihre potentiellen Rückwirkungen auf die Eurozone besprochen.

Das Modul versucht darauf aufmerksam zu machen, dass die Lage viel beunruhigender ist als man gemeinhin denkt und dass es ohne weiteres erneut zu einer schweren Krise kommen kann, wie wir sie in den Jahre 2007 und 2008 durchlebt haben. Dass die Probleme unterschätzt werden, liegt nicht zuletzt am „Eisbergcharakter“ der öffentlichen Schulden: Sie bleibt zum größten Teil unsichtbar. Diese Unsichtbarkeit hat damit zu tun, dass das Wachstum des Sozialstaates sich unter ungewöhnlich günstigen demographischen und wirtschaftlichen Bedingungen vollzogen hat, wie sie wohl niemals wiederkehren werden. Aus dieser Zeit haben wir unerfüllbare Leistungsversprechen der öffentlichen Hände geerbt. Eine Anpassung an die wesentlich ungünstigeren demographischen Bedingungen der nahen Zukunft ist durchaus möglich, erfordert aber so weitreichende Veränderungen, dass sie wohl erst in einer Krisensituation politisch durchsetzbar sein wird. Die Bewältigung dieses Übergangs wird dadurch erschwert, dass auch die offizielle, statistisch ausgewiesene Verschuldung der meisten Industriestaaten ein Niveau erreicht hat, wie es in Friedenszeiten noch nie vorkam. Dazu kommen ungelöste Probleme im Bankensystem. Hülsmann betont zu Recht, dass die faktische (unausgesprochene, implizite), letztlich nur durch die Fähigkeit zur beliebigen Geldvermehrung gedeckte Garantie des Staates für die Schulden der Kreditinstitute als eine Dauersubventionierung zu bewerten ist, die seit der Liberalisierung des Finanzsektors vor ca.  30 Jahre zu einer Hypertrophie dieses Wirtschaftszweigs geführt hat. Im Verlauf dieser Entwicklung hat sich die Eigenkapitalbasis des Finanzsektors so weit verdünnt, dass er eigentlich nur mehr von der Staatsgarantie gehalten wird, die aber selbst angesichts der schwindenden Finanzkraft der meisten entwickelten Staaten fragwürdiger wird. Entgegen den Ergebnissen vieler sog. Stresstests handelt es sich hier um ein labiles Gebilde, das Störungen nennenswerter Größe kaum wird standhalten kann. Die Maßnahmen, die seit 2008 ergriffen wurden, um es zu stabilisieren, reichen nicht aus.

Die öffentlichen und privaten Finanzen der entwickelten Länder sind damit in Probleme geraten, wie man sie vor 30 Jahren fast nur in Entwicklungsländer antraf (und die aus der Entwicklungsökonomik durchaus bekannt sind). In Entwicklungsländern war der „Staatsbankrott“ stets ein häufiges Vorkommnis. Die traditionelle Trennung von Geld- und Fiskalpolitik verschwimmt unter diesen Umständen zunehmend. Die EZB ist heute nicht mehr in erster Linie eine Institution der Geldpolitik. Andere Zentralbanken können leicht in eine ähnliche Lage geraten (soweit sie es nicht bereits sind). Dass in dieser Situation der Geldwert ähnlich stabil bleiben könnte, wie er es in den letzten 30 Jahren war, ist kaum anzunehmen.

Literatur:

  • Sinn: Gefangen im Euro. Redline 2014.
  • Konrad/Zschäpe: Schulden ohne Sühne? DTV 2013.
  • Gokhale: The Government Debt Iceberg. IEA 2014.
  • Admati/Hellwig: The Bankers’ New Cloth. Princeton 2013
  • Vaubel: Das Ende der Euromantik: Neustart jetzt. Springer; 1. Aufl. 2018.
  • Sims: Paper Money. AER 2013 S. 563-584.
  • Sinn: Die Target-Falle. Hanser 2012