DFG-Projekt: Staat, Bergbau und Bergakademie

Titel des Projekts:

Staat, Bergbau und Bergakademie – Die Ausbildung von Bergbauexperten
in Sachsen und im Habsburgerreich im 18. Jahrhundert

Laufzeit:

2006 bis 2009

Betreuer:

Prof. Dr. phil. habil. Helmuth Albrecht (TU Bergakademie Freiberg)
und Prof. Dr. Christoph Meinel (Universität Regensburg)

Bearbeiter für das Teilprojekt Freiberg/ Sachsen:

Hartmut Schleiff (TU Bergakademie Freiberg)

Bearbeiter für das Teilprojekt Schemnitz/ Habsburgerreich:

Peter Konecný (Universität Regensburg)

Kurzbeschreibung:

An Hand eines Vergleichs, der die Ausbildung von Bergbauexperten in Freiberg (Sachsen) und Schemnitz (Habsburgermonarchie/ heute in der Slowakei) ins Zentrum stellt, wird die Bourdieusche Konzeption des Besitzes von sozialem, politischem und kulturellem Kapital einerseits und andererseits die Geschichte ihres jeweiligen Erwerbs – gerahmt durch die analytische Kategorie des symbolischen Kapitals – genutzt, um die wechselseitige Stabilisierung der beteiligten Akteursgruppen darzustellen.

 

Hierzu werden vier Aspekte behandelt, die für die Ausbildung von Bergbauexperten grundlegend sind:

  1. Der "Bergstaat" als direktes konstitutives Umfeld der auszubildenden und später in ihm wirkenden Bergbauexperten,
  2. die Rolle der Kameralistik für die Etablierung der neuartigen wissenschaftlichen Ausbildungsformen,
  3. die diskursive Produktion von Wissen über den Bergbau und schließlich
  4. die Ausbildungspraxis an der jeweiligen Bergschule bzw. später Bergakademie. Als integraler Bestandteil des Ausbildungsprozesses sollen dabei nicht nur die akademische Vermittlung von Wissen, sondern ausdrücklich auch die vor Ort (z.B. im Laborunterricht oder im Bergwerk) eingeübten Praktiken berücksichtigt werden.

 

Der an beiden Orten ca. zur selben Zeit (um 1765) aufgenommene wissenschaftliche Unterricht, die sehr ähnliche Grundstruktur der Ausbildungspraxis sowie der mehrschichtige Wissenstransfer zwischen diesen beiden alten Bergbaustandorten bilden eine aussagekräftige Basis für die gewählte komparatistische Herangehensweise. Ziel des Projektes ist es, über die klassische Institutionsgeschichte hinausgehend die Entstehungsmodalitäten einer spezifischen Gruppe von technischen Experten in einer Zeit vielfacher, hier besonders sozialer und wissenschaftlicher, Umbrüche nachzuzeichnen.

Tagung:

Im Rahmen dieses DFG-Projekts findet vom 20. bis 22. Februar 2009 ein internationales Symposium zum Thema "Staat, Bergbau und Bergakademie: Montanexperten im 18. und frühen 19. Jahrhundert" statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Veranstaltung.