12.07. Kulturgeschichte: "Die Glasharmonika - Instrument um 1800"

Am Dienstag, den 12. Juli 2022 findet um 16.30 Uhr die Vorlesung Kulturgeschichte "Die Glasharmonika - Instrument um 1800" im Hörsaal SPQ-1301 statt.

Da es nur sehr wenige Glasharmonikaspieler gibt und die wenigsten mit ihrem
Instrument reisen, wird diese Veranstaltung in Freiberg etwas ganze Besonderes!

Referent ist Bruno Kliegl aus Augsburg mit seiner Glasharmonika.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts lassen sich in Europa solche Glasspiele
nachweisen. Benjamin Franklin, als amerikanischer Diplomat seit 1757 in London
tätig, erfand um 1760 die Glasharmonika, indem er abgestimmte gläserne Schalen
auf einer gemeinsamen Achse befestigte und diese durch Fußantrieb in Bewegung
setzte. Durch Druck der angefeuchteten Finger auf die rotierenden Ränder der
Schalen entsteht ein musikalisch brauchbarer Ton. Reisende Virtuosen machten das
neue Instrument weithin bekannt. Durch die angeblich nervenschädigende Wirkung
auf den Spieler, vor allem aber durch die Verbreitung des Hammerklaviers, geriet
das Instrument ab etwa 1830 in Vergessenheit, erst seit 1981/83 wird es wieder
gebaut und gespielt.
Bruno Kliegl ist einer der wenigen Glasharmonikaspieler Europas. Er studierte
Musikwissenschaft, Philosophie und Germanistik und spielt sowohl das historische
Gläserspiel und die berühmte von Franklin entwickelte Glasharmonika als auch
das 1984 von Sascha Reckert erfundene moderne Verrophon. Bruno Kliegl widmet
sich der Aufgabe, die Originalliteratur für Glasinstrumente wiederzubeleben und
Werke anderer Epochen für Glas zu erschließen. Er unternimmt deshalb für
seine Auftritte eingehende musik- und kulturhistorische Recherchen. Die
Glasharmonika ist ein für die Zeit um 1800 bemerkenswertes Instrument, dessen
Klang den damaligen Zeitgeist verkörpern kann, wie kaum ein anderes.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Wann: Dienstag, 12.07.2022 um 16.30 Uhr
Wo: SPQ-1301