Internationale Ressourcenpolitik und Entwicklungsökonomik

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Ressourcenreichtum und wirtschaftliche Entwicklung

Natürliche Ressourcen sind primär ein „Bodenschatz“, der als Produktionsfaktor positiv in die Wirtschaftstätigkeit eingeht und der meist einen bedeutsamen intrinsischen Wert verkörpert.
Auf der Angebotsseite ist die Wirkung von Ressourcenreichtum eines Landes eine Frage des Preises der Ressource und seiner Produkte, als auch eine Frage der Technologie seiner Nutzung und Substitutionsmöglichkeiten (die Kritikalität der Ressource).
Dementsprechend stellt das Vorhandensein natürlicher Ressourcen eine positive Entwicklungsbedingung dar: Investitionen in die Gewinnung, die Veredlung und die Weiterverarbeitung natürlicher Ressourcen als auch die damit einhergehende technologische Entwicklung haben das Potential, Ökonomien strukturell zu transformieren, so dass sich eine langfristige Wirtschaftsentwicklung einstellen kann.
Das ist aber keinesfalls in jedem Falle automatisch garantiert. Tatsächlich zeigt sich empirisch, dass ressourcenreiche Ökonomien in der Vergangenheit eine eher geringere wirtschaftliche Entwicklung erlebt haben als ressourcenarme Länder. Die Hypothese des sogenannten Ressourcenfluchs (resource curse) gründet sich nicht nur auf Politikversagen, Schwächen bei marktgründenden und -absichernden Institutionen oder Korruption, sondern auch auf ökonomische Gesetzmäßigkeiten (z.B. "holländische Krankheit“, Preisfluktuationen, angenommene geringe Vernetzungsintensität der Ressourcenwirtschaft mit anderen Wirtschaftssektoren, zeitliche Dimension endlicher Ressourcen). Darüber hinaus sind es auch die Bedingungen der Internationalisierung, auf Ebene multinationaler Unternehmen und auf Ebene der bi- und multilateralen Handels- und Ressourcenpolitiken, die Chancen und Risiken für nachholende Entwicklung in ressourcenreichen Ökonomien bedingen. Hieraus ergeben sich interessante wissenschaftliche Fragestellungen, die sich meist an den marktlichen Bedingungen und der Qualität der Institutionen in ressourcenreichen Ländern orientieren.

 

International Business - ausländische Direktinvestitionen und nachholende Entwicklung

Oft werden ausländische Direktinvestoren (also Investoren mit einem langfristigen Interesse an der Investition und der Kontrolle dieser Investition) gerade für Entwicklungsländer als besonders wichtig herausgehoben. So sollen sie neben direkten positiven wirtschaftlichen Wirkungen (Beschäftigung, Investitionen, Kapital, Wettbewerb, Internationalisierung, etc.) auch indirekte Technologieeffekte (gewollt oder als Übertragungseffekte) bewirken und damit die Qualität der Innovationssysteme in der Wirtschaft des Gastlandes erhöhen.
Die Analyse, ob und vor allem unter welchen Bedingungen solche Effekte tatsächlich stattfinden und entwicklungsförderlich sein können, ist eine spannendes Forschungsfeld, dass durchaus kontrovers diskutiert wird.
So wird in vielen Fällen davon ausgegangen, dass eine wirtschaftliche Nutzung beispielsweise natürlicher Ressourcen überwiegend durch ausländische Direktinvestitionen geleistet werden muss. Dies wird typischerweise an nicht in ausreichendem Maße vorhandenen Technologien und Internationalisierung der heimischen Industrie festgemacht. In wie weit ausländische Firmen hier einen positiven Beitrag zur Entwicklung leisten können hängt letztlich von der Qualität der institutionellen Bedingungen im ressourcenreichen Gastland ab.

 

Zukunft des Multilateralismus in internationalen Wirtschaftsbeziehungen

Mit dem nunmehr jahrzehntelang anhaltenden Erstarken der chinesischen Wirtschaft ergeben sich für die internationale Wirtschaft insgesamt besondere Chancen und Herausforderungen. Das bisherige System eines globalen multilateralen Paradigmas um die Institutionen Weltbank, Internationaler Währungsfonds und der UN zeichnete sich durch eine Art der Steuerung aus, an der alle Länder zumindest einen gewissen Anteil haben konnten. Außerdem unterliegt sie dem Prärogativ der Transparenz der Entscheidungen und Mittelverwendung.
Chinas Politik der wirtschaftlichen Internationalisierung der vergangenen Jahre ("One belt one road" und andere wirtschaftliche Korridore, Entwicklungspolitik über Infrastrukturinvestitionen verknüpft mit der Akquirierung von natürlichen Ressourcen, die Asian Infratructure Investment Bank / AIIB, etc.) deuten das Erwachen eines neuen Zeitalters an. Diesbezügliche Foschung orientiert sich am aktuellen Rand und diskutiert theorie- oder modellbasiert Prognosen über mögliche Zukünfte internationaler Wirtschaftsbeziehungen.

Die "regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft" (RCEP)

 

Internationale Wirtschaftsbeziehungen - Ressourcenpolitik

Viele natürliche Ressourcen müssen von internationalen Märkten importiert werden und sind aber kritisch in dem Sinne, dass deren Versorgung mit Risiko behaftet ist. Das gilt beispielsweise heute um so mehr für die sogenannten „seltenen Erden“, welche in der Informationstechnologie und in den Ausbau einer Energieversorgung durch erneuerbare Energieträger Einsatz finden. Dies galt schon immer in besonderer Weise für Energie und Energienträger. Die Analyse der internationalen Ressourcenpolitik fokussiert auf ökonomische Wirkungen, die durch strategisches Verhalten auf den Ressourcenmärkten zu erwarten sind.
Eine internationale Ressourcenpolitik, die darauf zielt, die für Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit notwendige Versorgung der deutsche Wirtschaft mit natürlichen Ressourcen abzusichern, ist nur dann nachhaltig, wenn sie die Interessen aller beteiligten Länder berücksichtigt. Die Bedingungen der internationalen Ressourcenpolitik haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert, nicht zuletzt durch die steigende Rohstoffnachfrage neuer Akteure, wie insbesondere den nachholenden Wirtschaften (emerging markets).
Die Institution der Welthandelsorganisation (mit ihrem Streitschlichtungsverfahren dispute settlement body) ist heute noch die letzte Instanz im multilateralen System des Welthandels. Das Beispiel Chinas und seiner Ressourcenpolitik ist hier besonders lehrreich. Es zeichnen sich hier jedoch grundlegende Veränderungen ab und die Analyse der Bedingungen dieses Wandels auch auch dessen Effekte sind ein spannendes Forschungsfeld.

 


 

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