Nachteilsausgleich

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Chancengleichheit und Diskriminierungsverbot

Die Hochschule sorgt dafür, dass "Studenten mit Behinderung oder chronischer Krankheit in ihrem Studium nicht
benachteiligt werden und die Angebote der Hochschule möglichst ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen können." (§5 Abs. 2, Nr. 12 Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz; siehe auch § 2 Abs. 4 Hochschulrahmengesetz).

Damit setzen sie die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) um, welche stipuliert: „dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung
… und lebenslangem Lernen haben. Zu diesem Zweck stellen die Vertragsstaaten sicher, dass für Menschen mit Behinderung angemessene Vorkehrungen getroffen werden.“ (Art. 24 Nr. 5 UN-BRK)

Zusammenhang zwischen gesundheitlicher Beeinträchtigung und Studienerschwernis

Im Falle einer (chronischen) Erkrankung oder Behinderung, die zwar die Prüfungsfähigkeit nicht vollständig ausschließt, die aber eine annähernd behebbare Benachteiligung in einer Prüfung impliziert, kann ein geeigneter Nachteilsausgleich beantragt werden.

Das Instrument des Nachteilsausgleichs soll helfen, die Darstellungsfähigkeit an das Niveau der anderen Prüflinge anzugleichen, nicht aber eine mangelnde Leistungsfähigkeit auf inhaltlicher Ebene. Es kann also nicht zu einer Verringerung der fachlichen Anforderungen kommen, sondern um eine Absicherung der Teilhabe an einer Prüfung, die dann zwischen Studierenden mit oder ohne Nachteilsausgleich vergleichbar bleibt. Siehe auch die Informationsseiten des Beauftragten für Studierende mit Behinderung, Herrn Dr. Gert Schmidt.

Formen und Verfahren der Gewährung eines Nachteilsausgleichs

Ein Nachteilsausgleich nimmt typischerweise die Form einer Verlängerung der Klausurbearbeitungszeit, ein Zulassen besonderer technischer Hilfsmittel, eine Anpassung der Darbietung der Aufgaben (größere Schriftart), und selten auch eine Anpassung der Form, des Ortes, oder der Zeit der Prüfung an.

Dieser Antrag erfolgt formlos beim Prüfungsausschuss. Dazu ist ein in der Regel fachärztliches Attest beizubringen, aus dem der Grund und die Art der Benachteiligung explizit hervorgeht (bei LRS wäre auch ein Gutachten aus der Schulzeit möglich). Es besteht zwar kein Anspruch auf eine bestimmte Form des Nachteilsausgleichs, aber ein fachärztliches Attest kann hier durchaus aufzeigen, welche Instrumente geeignet sind, den Nachteil auszugleichen. Das Attest sollte folgende besondere Angaben machen:

  • Seit wann liegt welche Behinderung oder Erkrankung vor? Seit wann besteht die Behandlung?
  • Wird die Behinderung oder Erkrankung voraussichtlich weiter andauern oder ist eine Veränderung des Krankheitsbildes und Gesundheitszustandes zu erwarten?
  • Welches Ausmaß und welche Folgen haben die gesundheitlichen Einschränkungen für die Studier- oder Prüfungsfähigkeit? In welcher Häufigkeit (stunden-/tage/-wochenweise) stellt sich die eingeschränkte Prüfungsunfähigkeit dar?
  • Welche konkreten, für die Prüfung relevanten, krankheitsbedingten Einschränkungen folgen aus der Behinderung oder Erkrankung (z. B. Schmerzen, Schreibbehinderung, Konzentrationsstörungen, o. ä.)?
  • Kann eine Aussage getroffen werden, welche Nachteilsausgleiche (siehe oben) aus ärztlicher Sicht angemessen sein können?
  • Sind Klinikaufenthalte oder Eingriffe absehbar?
  • Steht der Arzt für Rückfragen zur Verfügung?
Es versteht sich von selbst, dass ein solches Attest in deutscher Sprache verfasst werden muss. Zur Not ist auch möglich, Atteste in englischer oder französischer Sprache einzureichen. Einreichungen dann bitte beim Vorsitzenden Ihres Prüfungsausschusses.
Der Antrag ist frühhzeitig einzureichen, damit (i) dieser geprüft werden kann und (ii) die nötigen Vorbereitungen getroffen werden können.