Projektablauf

In einer Gesamtbetrachtung gliedert sich das Projekt in fünf Phasen, welche in der Regel aus einzelnen Arbeitspaketen gebildet werden. Die nachfolgende übersicht gibt einen überblick auf die Grundstruktur des Projekts.

Die Phase I des Projekts beinhaltet sämtliche Aktivitäten, die im Vorfeld des Projektbeginns zu unternehmen sind und ist mit Beginn des Projekts abgeschlossen.

Übersicht: Grundstruktur des Projekts

Phase

Arbeitspaket

Bezeichnung

I

1

Vorbereitung

2

Projektmanagement

II

3

Analyse von PPP zur Anwendung im Grenzraum

4

Modellentwicklung

III

5

Wissenstransfer - Workshops

6

Interdisziplinäre Diskussion und Verfeinerung der Modelle

7

Fallstudien und Planspiele - PPP-Best Practice

IV

8

Erstellung und Präsentation eines Leitfadens

9

Projektabschluss

V

 

Nachhaltige Pflege und Weiterentwicklung der Projektergebnisse
für die fortgesetzte Anwendung im Grenzraum von Sachsen und Polen

In der vorrangig analytischen P, soll untersucht werden, in welchen konkreten Infrastrukturbereichen das PPP-Konzept auf der deutschen und polnischen Seite des Grenzraums zur Anwendung kommen kann. Den zweiten Schwerpunkt bildet die grundsätzliche Identifizierung potenzieller Einsatzmöglichkeiten des PPP-Ansatzes für die Bereitstellung von grenzüberschreitenden Infrastruktureinrichtungen. Neben den potenziellen Einsatzmöglichkeiten ist hier insbesondere die grundsätzliche Umsetzbarkeit von grenzüberschreitenden PPP-Projekten zu überprüfen. Als wissenschaftliche Instrumente kommen bei allen drei Untersuchungssträngen die Quellenrecherche (u.a. offizielle Statistiken, wissenschaftliche Veröffentlichungen) und formalisierte Umfragen unter Vertretern der Zielgruppe auf beiden Seiten des Grenzraums zum Einsatz (Versenden und Auswerten von Fragebögen, persönliche Interviews). Ausgehend von den gewonnenen Erkenntnissen wird die prinzipielle Eignung einschlägiger PPP-Standardmodelle für den Einsatz im Grenzraum überprüft, welche bereits in anderen deutschen und auch polnischen Regionen zum Einsatz gekommen sind. Auf Basis dieser Prüfung ist zu entscheiden, inwiefern die vorhandenen Standardlösungen im Hinblick auf eine Anwendbarkeit unter den spezifischen Umfeldbedingungen auf der deutschen und der polnischen Seite des Grenzraums anzupassen sind. Im Ergebnis dieser Phase soll u.a. ein Grundmodell für grenzüberschreitende PPP-Projekte entwickelt werden.

In der interaktiven Phase III ist zunächst vorgesehen, den Adressaten des Projekts eine grundlegende Einführung in das PPP-Konzept zu geben. Dazu werden auf beiden Seiten des Grenzraums Workshop- Gruppen aus dem im Rahmen der Analyse angesprochenen Personenkreis gebildet. Die im Falle einer reinen Adaption von Standardlösungen potenziell auftretenden Probleme und die Möglichkeiten entsprechender Anpassungen sollen im Rahmen von Rund-Tisch Gesprächen diskutiert und herausgearbeitet werden. Um die Grundlage für eine spätere Praxistauglichkeit zu schaffen, ist es vorgesehen, externe Experten aus der PPP-Praxis in das Projektteam zu integrieren. Deren Einbezug soll in Form einer direkten Beteiligung an den durchzuführenden Workshops sowie in Form der gemeinsamen Modelldiskussion bei Rund-Tisch-Gesprächen stattfinden. Es wird angestrebt, mit jeweils einem Juristen sowie einem wirtschaftlich-technischen Berater auf deutscher und polnischer Seite zusammenzuarbeiten. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Finanzierungsfragen ist geplant, auf der polnischen Seite zusätzlich einen erfahrenen Experten aus dem Bereich Finanzierung/öffentliche Finanzen einzubeziehen.

Im Anschluss ist innerhalb des Arbeitspakets „Fallstudien und Planspiele“ geplant, die Erkenntnisse aus den vorangegangen Arbeitspaketen bei der Bearbeitung von mindestens einer komplexen Fallstudie in den einzelnen sächsischen und polnischen Workshop-Gruppen anzuwenden. Hierbei ist vorgesehen, mindestens ein Infrastrukturprojekt auf deutscher und polnischer Seite auszuwählen, das sich in der vorbereitenden Planung oder bereits in der Umsetzung befindet. Diese Infrastrukturprojekte sollen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit in Form eines Public-Private Partnerships untersucht werden.

Im Bereich grenzüberschreitender PPP-Projekte ist eine spezielle Fallstudie geplant, die in Abhängigkeit von der vorgefundenen Situation im Grenzraum vorsieht, zwei ähnlich gelagerte Infrastrukturprojekte, die sich schon getrennt auf deutscher und polnischer Seite in der Planung befinden und ein hohes Synergiepotenzial aufweisen, exemplarisch zu verbinden. Alternativ kann die Fallstudie auch ein beispielhaftes Projekt zum Gegenstand haben. Als Referenzprojekte könnten dann bereits bestehende grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte aus anderen Regionen dienen, bei denen sich das PPP-Konzept als innovative Variante zur Realisierung anbieten würde. Für die Bearbeitung der Fallstudie ist geplant, eine spezielle Workshop-Gruppe „TRANSBORDER-GROUP“ zu bilden, die sich aus Vertretern der sächsischen und polnischen Workshop-Gruppen zusammensetzt.

In der abschließenden Phase IV sollen die gewonnenen Erkenntnisse in Form eines anwendungsorientierten Leitfadens aufbereitet und zusammengestellt werden. Dieser Leitfaden soll eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer geeigneten Bereitstellungsvariante (konventionell oder PPP) für künftige Infrastrukturvorhaben sein und als „Richtschnur“ für die erfolgreiche Umsetzung von PPP-Projekten unter den besonderen Bedingungen im sächsisch-polnischen Grenzraum fungieren.

Auch wenn mit dem Abschluss der Phase IV das Projekt formell beendet wird, soll sich daran im Sinne der nachhaltigen Verankerung der Projektergebnisse eine Phase V anschließen. Es wird angestrebt, mit im Grenzraum von Sachsen und Polen angesiedelten Institutionen in Kontakt zu treten, um diese für die spätere nachhaltige Pflege und Weiterentwicklung der Projektergebnisse zu gewinnen.