Geschichte

1974 wurde die Palette der werkstofforientierten Fachrichtungen an der TU Bergakademie Freiberg um die Fachrichtung "Werkstoffeinsatz" erweitert und ein gleichnamiger Wissenschaftsbereich gegründet. Das war die Keimzelle für das heutige Institut für Werkstofftechnik mit der zugehörigen Studienrichtung. Ausgewählte Etappen seiner Geschichte werden nachfolgend skizziert.

Januar 1974:

Gründung des Wissenschaftsbereiches Werkstoffeinsatz mit nachstehenden Mitarbeitern:

  • Doz. Dr.-Ing. Siegfried Böhmer (Dozent für Wärmebehandlung und kommissarischer Leiter)
  • Doz. Dr.-Ing. Werner Kurzmann (Dozent für Werkstofftechnik)
  • Dr.-Ing. Jochen Schubert (Lektor für Fügetechnik)
  • Dr.-Ing. Klaus Rößler (Oberassistent)
  • Dipl.-Ing. Horst Helbig (Oberassistent)
  • Dipl.-Ing. Gerhard Wagner (Assistent)
  • Dipl.-Ing. Wolf-Dieter Jentzsch (Forschungsstudent)

Der neue Wissenschaftsbereich vertrat in Lehre und Forschung nachstehende Gebiete:

  • Beanspruchungsverhalten metallischer Konstruktionswerkstoffe
  • Werkstoffeinsatz
  • Wärme- und Oberflächenbehandlung
  • Materialprüfung
  • Fügetechnik
  • Korrosion und Korrosionsschutz
  • Werkstofftechnik für andere Grundstudiengänge der Bergakademie Freiberg

September 1974:

Berufung von Dr. sc. techn. Heinz-Joachim Spies zum ordentlichen Professor für Werkstoffeinsatz, Leitung des Wissenschaftsbereiches von 1974 bis 1989, bzw. des Institutes (1990 bis Januar 1993). Während der Ausübung der Funktion des Direktors der Sektion Metallurgie und Werkstofftechnik (1976 bis 1983) sowie der Sektion Werkstoffwissenschaft (1988 bis 1989) und des Dekans des Fachbereiches Werkstoffwissenschaft (1990) wurde er von Doz. Dr.-Ing. Kurzmann bzw. Prof. Dr. sc. techn. Pusch vertreten. Acht Studenten der Matrikel 1973 und 15 Fernstudenten der Matrikel 1970 setzen ihre Ausbildung in der neuen Fachrichtung Werkstoffeinsatz fort. Das Kernstück des Fachstudiums bildete die Erläuterung der Beziehungen zwischen Technologie - Struktur - Werkstoffeigenschaften und Bauteileigenschaften als werkstoffwissenschaftliche Grundlage für die Auswahl von Werkstoffen und die Ableitung von Zielgrößen für die Werkstoffentwicklung und -veredlung. Wesentliche neue Bestandteile der Ausbildung waren die Lehrveranstaltungen:

  • Beanspruchungsverhalten (einschließlich Werkstoffverhalten im Bauteil), ergänzt durch ein Komplexpraktikum, das in den Vorlesungen Wärmebehandlung und Werkstoffprüfung vermitteltes Wissen mit einbezog
  • Werkstoffeinsatz
  • Werkstoff- und verarbeitungsgerechtes Konstruieren, einschließlich konstruktiver Beleg
  • Materialökonomie
  • Kunststoffe und Kunststoffverarbeitung
  • Anorganisch-nichtmetallische Werkstoffe
  • Sonder- und Verbundwerkstoffe einschließlich konstruktiver Aspekte

Die Lehrveranstaltungen für die Grundstudienrichtung Werkstoffingenieurwesen Wärme- und Oberflächenbehandlung, Materialprüfung, Fügetechnik und Korrosion sowie die Grundlagen der Werkstoffwissenschaft wurden durch fachrichtungsspezifische Vorlesungen ergänzt. Die in anderen Fachrichtungen übliche Literaturarbeit wurde durch die experimentelle Untersuchung eines Schadensfalls ersetzt.

Mai 1975:

Rundtischgespräch zum Ausbildungsprofil von Werkstoffeinsatzingenieuren mit Teilnehmern aus der Polen, Ungarn, der BRD und den Hochschulen der DDR.

Juni1975:

Durchführung des Kolloquiums "Metallische Werkstoffe, Umwelteinflüsse, Korrosionsschutz" im Rahmen des Berg- und Hüttenmännischen Tages, Vorbereitung und Durchführung weiterer Kolloquien im Abstand von zwei Jahren bis 1999.

März/April 1976:

15 Fernstudenten schließen ihr Studium in der Fachrichtung Werkstoffeinsatz mit der Verteidigung ihrer Diplomarbeit erfolgreich ab.

Juni 1976:

Erste Sommerschule "Ökonomischer Einsatz von Konstruktionswerkstoffen", 14. bis 18.06.1976 in Siebenlehn, Fortsetzung 1979, 1982 und 1986.

November 1978:

Der 50. Absolvent, Herr Jürgen Fiedler, verteidigt am 20. November 1978 seine Diplomarbeit.

Februar 1979:

Berufung von Dr. sc. techn. Gerhard Pusch zum Dozent für Werkstoffprüfung.

März 1982:

Frau Petra Aswendt verteidigt am 11.03.1982 die 100. Diplomarbeit.

Juni 1983:

Durchführung des ersten Kolloquiums "Schadensanalyse". Durchführung weiterer Kolloquien 1987, 1991 und 1997. Die Kolloquien beinhalteten die Vorstellung aktueller Schadensfälle aus den Bereichen des Maschinen-, Anlagen- und Apparatebaues unter Einbeziehung bruchmechanischer Bewertungskriterien und ihre Bedeutung im Qualitätssicherungsprozess.

1986:

Der technische Bereich der Sektion Metallurgie und Werkstofftechnik wird auf die Werkstätten und das Elektroniklabor reduziert. Die Materialprüfung, die Schweißtechnik und das Korrosionslabor werden dem Wissenschaftsbereich Werkstoffeinsatz zugeordnet, unabhängig davon wird eine bereichsübergreifende Nutzung der Laboratorien gewährleistet.

September 1987:

Dozent Dr. sc. techn. Gerhard Pusch wird zum Außerordentlichen Professor berufen und Frau Dr. sc. nat. Ulrike Ebersbach zur Dozentin für Korrosion.

Januar 1988:

Übergabe des 500-kN-servohydraulischen Prüfsystems "MTS 880"; Gemeinschaftsinvestition der Bereiche Gebirgsmechanik, Anorganisch nichtmetallische Werkstoffe und Werkstoffeinsatz.

Mai 1988:

Die Sektion Metallurgie und Werkstofftechnik wird in die Sektionen "Werkstoffwissenschaft" und "Metallurgie und Gießereitechnik" geteilt. Der Wissenschaftsbereich Werkstoffeinsatz und die zugehörige Fachrichtung ändern ihren Namen in "Werkstofftechnik". Dem Wissenschaftsbereich Werkstofftechnik wird das Versuchsfeld "Nitrierung" zugeordnet. In der Sektion "Werkstoffwissenschaft" sind die Wissenschaftsbereiche "Metallische Werkstoffe", "Werkstofftechnik" und "Anorganisch-nichtmetallische Werkstoffe" zusammengefasst.

1990:

Überführung der Sektion in den Fachbereich "Werkstoffwissenschaft", Dekan des Fachbereiches wird Prof. Dr. Spies.
Die Empfehlung, die Vertrauensfrage zu stellen, wurde von ihm als ersten Dekan an der Bergakademie aufgegriffen. Im Ergebnis einer bereits am 27.02.1990 durchgeführten Abstimmung wird er in seiner Funktion bestätigt.
Aus dem WB "Werkstofftechnik", den zugeordneten Laboratorien und Versuchsfeldern entsteht das Institut für Werkstofftechnik mit den folgenden Hochschullehrern:

  • Professur für Werkstoffeinsatz: Dr. sc. techn. Heinz-Joachim Spies
  • Professur für Werkstoffprüfung: Dr. sc. techn. Gerhard Pusch
  • Dozentur für Werkstofftechnik: Dr.-Ing. Werner Kurzmann
  • Dozentur für Wärmebehandlung: Dr.-Ing. Siegfried Böhmer
  • Dozentur für Korrosion: Dr. sc. nat. Ulrike Ebersbach

Dem Institut für Werkstofftechnik gehörten zu diesem Zeitpunkt ferner an: 21 Wissenschaftliche Mitarbeiter, 6 Forschungsstudenten und 10 technische Mitarbeiter.

April 1990:

Beratung des Vorstandes der VDI-Gesellschaft für Werkstofftechnik in Freiberg auf Einladung des Institutes, Vorstellung der Ausbildung von Werkstoffingenieuren an den Hochschulen und Universitäten der DDR, Beratung der künftigen Zusammenarbeit (Juli 1991 Gründung des VDI/AWT-Arbeitskreises Werkstofftechnik Freiberg).

September 1990:

Der Schulausschuss des VDEh kommt bei einer Beratung in Freiberg zu dem Ergebnis, dass die Freiberger Ausbildung in den metallurgischen und werkstofftechnischen Studienrichtungen in ihren Grundproportionen und ihrer Qualität mit der Ausbildung in vergleichbaren Studienrichtungen der RWTH Aachen, der TU Clausthal und der TU Berlin übereinstimmt.

September 1990:

Dem Antrag des Institutes auf Ausbau des Versuchsfeldes Nitrierung zu einem Technologietransfer- und Demonstrationszentrum für Randschichttechnik wird stattgegeben. Dem Institut werden vom BMFT 1.000.000,- DM für Ausrüstungen (Plasma-CVD-Anlage und Glimmentladungsspektrometer sowie Messtechnik) und 250.000,- DM für die Weiterführung von Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt.

Oktober 1990:

Beratung von an Werkstoffinstituten tätigen Hochschullehren aus ganz Deutschland über die Ausbildung von Werkstoffingenieuren am 24.10.1990 in Chemnitz, Fortsetzung 26.09.1991 in Oberursel. Die angestrebte Bildung eines Fakultätentages Werkstoffingenieurwesen wird leider nicht verwirklicht.

November 1990:

Im Rahmen der Feier zum 225. Jahrestag der Gründung der Bergakademie Freiberg erfolgt die Ehrenpromotion der Professoren W. Dahl (RWTH Aachen) und H. Blumenauer (TU Magdeburg), auch in Würdigung ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Institut.

Oktober 1992:

Berufung von Prof. Dr. Pusch zum ordentlichen Professor für Werkstoffdiagnostik und Werkstoffkunde.

November 1992:

Hochschullehrer, Mitarbeiter, Absolventen und anerkannte Persönlichkeiten von Hochschulen und Forschungseinrichtungen der alten Bundesländer protestieren beim damaligen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen, Herrn Prof. Dr. K. Biedenkopf, gegen die Nichtberufung von Herrn Prof. Dr. Spies. Die Intervention des Rektors, Prof. Dr. Schlegel, beim Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst in dieser Angelegenheit bleibt ohne Erfolg.
Prof. Dr. Heinrich Oettel (Dekan 1991 bis 1997, Prorektor für Forschung 1997 bis 2000) beschreibt diesen Vorgang in der Festschrift zum 300. Jahrestag der Gründung der Stipendienkasse für die akademische Ausbildung im Berg- und Hüttenfach zu Freiberg in Sachsen, Beiträge zur Geschichte der TU Bergakademie Freiberg auf Seite 349 wie folgt:
"Für die Besetzung der Professur Werkstofftechnik im Fachbereich Werkstoffwissenschaft war entsprechend des durchgeführten Berufungsverfahrens H.-J. Spies vorgesehen. Dagegen erhob die Personalkommission des Fachbereiches Metallurgie und Werkstofffertigungstechnologie aus für den Autor wenig nachvollziehbaren Gründen Einspruch, obwohl die zuständige Personalkommission des Fachbereiches Werkstoffwissenschaft eine Weiterbeschäftigung von Spies empfohlen hatte. Da trotz großer Bemühungen keine Einigung der beiden Personalkommissionen in dieser Frage erzielt werden konnte, blieb diese Professur bis zum Jahre 2000 formal unbesetzt. Spies erhielt die Erlaubnis, im Institut bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden tätig zu sein und Lehrveranstaltungen halten zu dürfen. Und er tat das auch im Interesse seiner Studenten. Er musste sich aber über von ihm selbst eingeworbene Drittmittel bezahlen. Einen vergleichbaren Fall hat es in der Hochschule nicht gegeben."

Februar 1993:

Prof. Dr. Gerhard Pusch übernimmt am 1. Februar 1993 die Leitung des Instituts für Werkstofftechnik.

März 1994:

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Fachrichtung und des Instituts findet am 17. und 18. März 1994 ein Kolloquium zum Bruchverhalten von Konstruktionswerkstoffen und randschichtverfestigten Stählen statt.

Juli 1995:

Erster Kurs des Zusatzstudiums "Korrosion und Korrosionsschutz" unter Leitung von Dr. rer. nat. Manfred Paul in Zusammenarbeit mit dem Institut für Korrosionsschutz, Dresden.

September 1995:

Am 29. September 1995 verteidigt Herr Mirko Bader als 300. Absolvent seine Diplomarbeit.

Juni 1996:

Im Rahmen der Festveranstaltung "125 Jahre Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung wird Herr Dr.-Ing. Wolfram Baer für seine Dissertation "Bruchmechanische Bewertung ferritischer Gusseisenwerkstoffe sowie artgleicher Schweißverbindungen bei statischer Beanspruchung" am 4. Juni 1996 in Berlin mit dem Adolf-Martens-Preis ausgezeichnet.

September 1996:

Frau Dr.-Ing. Montia C. Nestler wird am 5. September 1996 auf dem 10. Internationalen Kongress der International Federation for Heat Treatment and Surface Engineering (IFHTSE) in Brighton mit dem "Young Author Award" für Ihren Vortrag über ein Gemeinschaftsvorhaben der Firma Sulzer Metco GmbH und des Institutes für Werkstofftechnik ausgezeichnet.

April 1998:

Statusseminar "Stickstoff im Randgefüge von Aluminium- und Titanwerkstoffen", Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Institut für Werkstofftechnik der TU Berlin in Freiberg.

Mai 1998:

Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) Halle, auf deren Basis die Ausbildung im Rahmen der Lehrveranstaltung Fügetechnik zum Europäischen Schweißfachingenieur (SFI) geregelt wird.

Oktober 1998:

Herr Dipl.-Phys. Bert Reinhold erhält am 19. Oktober 1998 auf dem 11. Kongress des IFHTSE in Florenz den "Young Author Award" für einen Vortrag über eine Gemeinschaftsarbeit des IWT und der Firma HQM Leipzig.

Juni 1999:

Aus Anlass des 65. Geburtstages von Herrn Prof. Heinz-Joachim Spies fand am 29. Juni 1999 ein Ehrenkolloquium statt, an dem mehr als 130 Fachkollegen aus Hochschuleinrichtungen, Forschungsinstituten und Firmen teilnahmen.
Prof. Dr. Heinrich Oettel, Prorektor für Forschung, überbrachte in Vertretung des Rektors die Glückwünsche des Rektorates der TU Bergakademie Freiberg und würdigte das Wirken von H.-J. Spies in Lehre und Forschung. Prof. Grosch, TU Berlin, überreichte ein Ehrenheft der Zeitschrift "Härterei-Technische Mitteilungen" 3/99.

September 1999:

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Studienrichtung Werkstoffeinsatz/Werkstofftechnik fand am 10. September 1999 eine Festveranstaltung mit anschließendem Großem Fachschaftsabend in der Neuen Mensa statt. Die aus diesem Anlass herausgegebene Festschrift dokumentiert die erbrachten Leistungen in Lehre und Forschung.

Oktober 2000:

Herr Dr.-Ing. habil. Horst Biermann, Institut für Werkstoffwissenschaften an der Universität Erlangen-Nürnberg, folgt dem Ruf auf die C4-Professur "Werkstofftechnik" und übernimmt ab 1. Oktober 2000 die Leitung des Instituts.

Oktober 2000:

Herr Prof. G. Pusch bekommt den Julius-Weisbach-Preis der TU Bergakademie Freiberg in Anerkennung seiner hervorragenden Leistungen in der Lehre.<

November 2000:

Frau Dr.-Ing. Barbara Larisch wird für ihre Dissertation "Untersuchungen zur Erzeugung und Bewertung von Duplexschichten des Typs Nitrierschicht/Hartstoffschicht" am 24. November 2000 mit dem "Bernhard-von-Cotta-Preis" der TU Bergakademie Freiberg ausgezeichnet.

2002:

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wird die Nitrierhalle wieder in Betrieb genommen.

September 2002:

Erster Kurs des Fortbildungsseminars "Bruchmechanik: Grundlagen, Prüfmethoden und Anwendungsbeispiele" vom 25. bis 27. September 2002 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM). Jährliche Fortsetzung bis 2012.

Januar 2003:

Prof. Dr. Horst Biermann wird Dekan der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie.

März 2003:

Bestellung von Herrn Dr.-Ing. habil. Rolf Zenker zum Honorarprofessor für das Fachgebiet "Elektronen- und Laserstrahlbehandlung von Bauteilen" am 25. März 2003.

Oktober 2003:

Prof. Dr. Heinz-Joachim Spies wird am 9. Oktober 2003 von der AWT die Adolf-Martens-Medaille verliehen. Er ist der 20. Wissenschaftler, dem diese Ehrung zugeteilt wird.

Oktober 2004:

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Studienrichtung Werkstoffeinsatz/Werkstofftechnik und des Institutes für Werkstofftechnik fand am 1. Oktober 2004 in der "Alten Mensa" ein Festkolloquium statt, das am Abend mit dem Großen Fachschaftsabend in der Neuen Mensa gekrönt wurde. Seit 1974 erwarben 355 Studentinnen und Studenten das Diplom in der Studienrichtung Werkstoffeinsatz/Werkstofftechnik (Stand 31.05.2004), darunter 174 Frauen. Von 1974 bis Mai 2004 wurden 64 von Hochschullehrern des Institutes betreute Dissertationen und 3 Habilitationen erfolgreich verteidigt. Von den 174 weiblichen Absolventen promovierten 16 Absolventinnen am Institut für Werkstofftechnik und mindestens 11 weitere Absolventinnen an anderen Einrichtungen. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die Gleichstellung von Frauen im Ingenieurstudium im Gegensatz zu der Situation in den alten Bundesländern am Institut für Werkstofftechnik nie ein Problem darstellte.

Februar 2005:

  • Am 4.2.2005 fand anlässlich des 65. Geburtstages von Prof. Dr.-Ing. habil. G. Pusch ein wissenschaftliches Kolloquium statt, auf dem im wissenschaftlichen Teil zu den Themen "Bauteilbewertung in der Verkehrstechnik", "30 Jahre Bruchmechanik in Freiberg" sowie "Werkstoff- und Bauteilverhalten bei mehrachsiger Beanspruchung" Vorträge gehalten wurden
  • Prof. Dr.-Ing. habil. G. Pusch wird auf dem Jahrestreffen des Arbeitskreises Bruchvorgänge des Deutschen Verband für Materialforschung und -prüfung e. V. (DVM) mit der "August-Wöhler-Medaille" geehrt.

April 2005:

Übergabe des grundlegend rekonstruierten Gebäudes "Schweißtechnik" nach fast 2jähriger Bauzeit. Neben der Schweißtechnik wurde in den Gebäudekomplex auch die Werkstatt sowie ein Labor für die Ermüdungsprüfung eingerichtet.

Dezember 2005:

Inbetriebnahme der HBFG-Großinvestition "250-kN-Planar-Biaxialprüfmaschine".

Dezember 2005:

22 Schüler der 8. Jahrgangsstufe des Freiberger Geschwister-Scholl-Gymnasiums führen erste Versuche im Schülerlabor "Science meets School" durch.

Januar 2006:

Prof. Dr. Horst Biermann wird zum Dekan der Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie wieder gewählt.

April 2006:

Prof. Dr. Tamas Ungar (Eötvös Lorand Universität Budapest, Ungarn) unterstützt die Lehre und Forschung des IWT im Rahmen einer einjährigen Mercator-Gastprofessur.

Mai 2006:

Herr Dr.-Ing. Lutz Krüger, Nordmetall R & C GmbH, folgt dem Ruf auf die Professur "Werkstoffprüfung und Bauteilfestigkeit" in Nachfolge der Professur "Werkstoffdiagnostik" von Prof. Pusch.

Dezember 2006:

Inbetriebnahme der mit Eigenmitteln gebauten Plasmaanlage zum Nitrieren mit dem Aktivgitter (Active Screen Plasma Nitriding, ASPN) in der Nitrierhalle des IWT.

Dezember 2006:

Gründung des Freiberger Hochdruckforschungszentrums aus Mitteln der Dr. Erich Krüger-Stiftung. Vom IWT wird das Projekt "Festigkeits- und Versagensverhalten neuer Materialien unter schlag- und stoßartiger Belastung" bearbeitet.

Januar 2007:

Beginn des Aufbaus eines Prüflabors zur Hochgeschwindigkeitswerkstoffprüfung. Dazu wurde eine Versuchsanlage nach dem "Split-Hopkinson-Bar-Versuch" für hochdynamische Druckversuche sowie ein Fallwerk am IWT konzipiert und realisiert.

Mai 2007:

Bewilligung und Einrichtung eines Sonderforschungsbereichs "TRIP-Matrix-Composite – Design von zähen, umwandlungsverstärkten Verbundwerkstoffen und Strukturen auf Fe-ZrO2-Basis" an der TU Bergakademie Freiberg. Sprecher des SFB 799 ist Prof. Dr.-Ing. habil. H. Biermann. Das IWT ist mit mehreren Teilprojekten im SFB 799 vertreten.

Oktober 2007:

Dr.-Ing. Peter Hübner erhält den Ruf auf die Professur "Fügetechnik" an der Hochschule Mittweida (FH).

November 2008:

Inbetriebnahme der Großinvestition "Universal-Elektronenstrahlanlage", die aus Fördermitteln der DFG, des Landes Sachsen, einer privaten Stiftung sowie Eigenmitteln des IWT finanziert wurde.

Januar 2009:

Erstes Kolloquium "Thermische Elektronenstrahl-Technologien" anlässlich der Einweihung der "Universal-Elektronenstrahlanlage" mit mehr als 80 Teilnehmern.

Januar 2009:

Inbetriebnahme eines geführten Fallwerkes für die schlagdynamische Werkstoffprüfung mit einem Fallgewicht von 200 kg und Fallgeschwindigkeiten bis zu 4,5 m/s. Die maximalverfügbare Energie beträgt 2000 Joule.

Juni 2009:

Ehrenkolloquium anlässlich des 75. Geburtstags von Prof. Dr.-Ing. habil. H.-J. Spies.

September 2009:

Festveranstaltung und Absolvententreffen anlässlich "35 Jahre Institut und Studienrichtung Werkstofftechnik/Werkstoffeinsatz" mit ca. 200 Teilnehmern (Absolventen, ehemalige und aktive Mitarbeiter).

Dezember 2009:

Inbetriebnahme eines 250-kN servohydraulischen Universalprüfsystems LANDMAK 250. Das Prüfsystem soll schwerpunktmäßig für Forschungsarbeiten im SFB 799 eingesetzt werden und ist sowohl für dehnungsgeregelte LCF-Tests als auch für Stauch- und Zugversuche mit Geschwindigkeiten bis 1 m/s geeignet.

2009:

Bewilligung des Forschungsclusters "Atomares Design und Defect Engineering (ADDE)" an der TU Bergakademie Freiberg. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative. Die Leitung hat Prof. Rafaja (Institut für Werkstoffwissenschaft der TU Bergakademie Freiberg). Das IWT ist mit mehreren Teilprojekten beteiligt.

2009:

Bewilligung des Forschungsclusters "ECEMP – European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden" an der TU Dresden. Auch diese Förderung erfolgt im Rahmen der Sächsischen Landesexzellenzinitiative. Die Leitung hat Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr. h.c. Werner Hufenbach (Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden). Das IWT ist mit einem Teilprojekt auf dem Gebiet der Nickelbasis-Superlegierungen beteiligt.

März 2010:

Ehrenkolloquium anlässlich des 70. Geburtstags von Prof. Dr.-Ing. habil. G. Pusch.

März 2010:

Inbetriebnahme eines 100-kN servohydraulischen Universalprüfsystems LANDMAK 100. Das Prüfsystem soll schwerpunktmäßig für Forschungsarbeiten des Forschungsclusters ADDE eingesetzt werden und ist für dehnungsgeregelte LCF- und TMF-Tests konzipiert.

September 2010:

Prof. Dr. Alexey Vinogradov (Osaka City University, Japan) unterstützt die Lehre und Forschung des IWT im Rahmen einer 5monatigen Mercator-Gastprofessur.

Juli 2011:

Bewilligung und Einrichtung eines Sonderforschungsbereichs "Multifunktionale Filter für die Metallschmelzefiltration – ein Beitrag zu Zero-Defect-Materials" an der TU Bergakademie Freiberg. Sprecher des SFB 920 ist Prof. Dr.-Ing. habil. Christo G. Aneziris (Institut für Keramik, Glas und Baustoffe). Dss IWT ist mit mehreren Teilprojekten im SFB 920 vertreten.

Dezember 2011:

Abschluss der Komplettrenovierung des Erdgeschosses des Hauses "Metallkunde" mit neuen Praktikums-, Labor- und Büroräumen.

Dezember 2011:

Inbetriebnahme eines hochauflösenden, analytischen Rasterelektronenmikroskops REM MIRA 3 mit Niedervakuummodus. Die große Probenkammer ermöglicht in Verbindung mit einer in-situ Verformungseinrichtung die Beobachtung der Schädigungsprozesse und Mikrostrukturveränderungen u. a. bei den Forschungsarbeiten im SFB 799 und SFB 920.

Januar 2012:

Zweites Kolloquium "Thermische Elektronenstrahl (EB)-Technologien", welches Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. R. Zenker anlässlich seines 65. Geburtstages gewidmet war. An der zweitägigen Veranstaltung nahmen ca. 120 Gäste teil.

Januar 2012:

Übergabe eines Ultraschall-Ermüdungsprüfsystems für die Forschungsarbeiten im SFB 920. Es sollen bei Prüffrequenzen bis 21 kHz Wöhlerversuche bis in den Bereich sehr hoher Lastwechselzahlen (Very High-Cycle Fatigue Bereich) kosten- und zeitgünstig realisiert werden.

Juli 2012:

Der SFB 799 geht in die zweite Förderperiode. Das IWT ist mit sieben Teilprojekten und 13 geförderten Stellen beteiligt.

September 2012:

Prof. Dr.-Ing. habil. H. Biermann wird im Rahmen der Festveranstaltung des DGM-Tags 2012 in Darmstadt mit dem DGM-Preis "Durchbruch" für herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ausgezeichnet.

September 2012:

Auf dem 11. DGM-Weiterbildungsseminar "Bruchmechanik" konnte der 200. Teilnehmer begrüßt werden.

Februar 2013:

Prof. Dr.-Ing. habil. Horst Biermann wird zum dritten Mal zum Dekan der Fakultät gewählt.

März 2013:

24. Internationales Kolloquium "Mechanisms of Fatigue" an der TU Bergakademie Freiberg. An der zweitägigen Veranstaltung nahmen über 90 Gäste aus dem In- und Ausland teil.

Juli 2013:

Konzipierung, Aufbau und Inbetriebnahme eines "Split-Hopkinson Pressure Bar" Versuchsstandes für Bruchmechanik-Versuche.

September 2013:

Übergabe einer 20-kN-Hochtemperatur-Prüfmaschine mit Induktionsheizung, Vakuum-/Schutzgaskammer sowie Verformungsmessung. Diese Investition erfolgte über den SFB 920 und soll u. a. zur Charakterisierung der Hochtemperatur-Festigkeit und Formstabilität kohlenstoffgebundener Filterwerkstoffe bei Temperaturen bis 1.500 °C dienen.

Oktober 2013:

Übergabe des zweiten Ultraschall-Ermüdungsprüfsystems für die Forschungsarbeiten im DFG-Schwerpunktprogramm 1466 "Life∞-Unendliche Lebensdauern für zyklisch beanspruchte Hochleistungswerkstoffe".

November 2013:

Gründung der DGM/DVM-Arbeitsgruppe "In situ-Prüfung im Rasterelektronenmikroskop". Die Leitung der Arbeitsgruppe hat Frau Dr.-Ing. Anja Weidner (IWT) übernommen.

September 2014:

Festveranstaltung und Absolvententreffen anlässlich "40 Jahre Institut und Studienrichtung Werkstofftechnik/Werkstoffeinsatz" mit ca. 200 Teilnehmern (Absolventen, ehemalige und aktive Mitarbeiter).

Januar 2015:

Drittes Kolloquium "Thermische Elektronenstrahl (EB)-Technologien". An der zweitägigen Veranstaltung nahmen ca. 100 Gäste teil.

Januar 2015:

Anschaffung einer Elektronenstrahlschmelzanlage der Firma ARCAM AB (Schweden) im Rahmen des "Emmy-Noether"-Forschungsprogramms.

März 2015:

Durchführung eines Industrie-Kolloquiums in Kooperation mit der Firma Stange Elektronik GmbH und Gründung des Kompetenzzentrums "Nitrieren/Nitrokarburieren" am IWT.

April 2015:

Inbetriebnahe eines servohydraulischen Axial-Torsional-Prüfsystems am IWT.

Juni 2015:

Abschluss der Modernisierungsarbeiten in der Materialprüfhalle.

Juli 2015:

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 920 geht in die zweite Förderperiode.

August 2015:

Inbetriebnahme eines neuen Kammerofens zum Gasnitrieren und Gasoxinitrieren im Rahmen eines Forschungsprojektes

Juni 2016:

Das Schülerlabor feiert 10jähriges Jubiläum.

Juli 2016:

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 799 geht in die dritte Förderperiode.

Mai 2017:

Nach umfassender Sanierung und Rekonstruktion wurde das Korrosionslabor wieder an das Institut übergeben.

September 2017:

Nachdem die Elektronenstrahlschmelzanlage (ARCAM A2X) nach Kassel umgesetzt wurde, konnte ein artgleiches Modell am IWT in Betrieb genommen werden.

Januar 2018:

Viertes Kolloquium "Thermische Elektronenstrahl (EB)-Technologien".

September 2018:

Inbetriebnahme einer 20-kN Resonanzprüfmaschine (RUMUL Mikroton) innerhalb eines Forschungsprojektes.

Juli 2019:

Der Sonderforschungsbereich (SFB) 920 geht in die dritte Förderperiode.

September 2019:

Festveranstaltung und Absolvententreffen anlässlich "45 Jahre Institut und Studienrichtung Werkstofftechnik/Werkstoffeinsatz" mit ca. 200 Teilnehmern (Absolventen, ehemalige und aktive Mitarbeiter).