Lexikon

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A


EB- Anlassen

siehe EB-Glühen/-Anlassen (EBG)

 

EB-Auftragen/-Beschichten/-Cladding (EBA)

Ein vorher aufgebrachter oder während des Prozesses eingebrachter Zusatzstoff wird durch Einwirken des Elektronenstrahls auf eine Temperatur oberhalb TS des Zusatzstoffes und des Grundwerkstoffes erwärmt, wobei der Zusatzstoff teilweise oder vollständig, der Grundwerkstoff nur bis in eine geringe Tiefe (0,05...0,25 mm) in den flüssigen Zustand überführt wird. Im Ergebnis der nachfolgenden raschen Erstarrung bildet sich eine auf dem Grundwerkstoff festhaftende Schicht mit anderer chemischer Zusammensetzung und Struktur- bzw. Gefügeausbildung als der Grundwerkstoff.

 

EB-Ablatieren

EB-Ablatieren ist ein Synonym für EB-Profilieren

 

B


EB-Beschichten      

siehe EB- Auftragen/-Beschichten/-Cladding (EBA)

 

EB-Bohren - gehört zu EB-Abtragen

EB-Bohren ist ein Verfahren zur Erzeugung von Löchern geringer Durchmesser in dünnen Blechen (< 5mm) durch Einwirken des EB mit hoher Energiedichte. Das Material geht in den flüssigen (dampfförmigen) Zustand über und wird nach dem Durchdringen des Materials durch das Verdampfen einer organischen Folie unter dem Blech aus dem Schmelzbad heraus geschleudert.

 

C


EB- Cladding

siehe EB- Auftragen/-Beschichten/-Cladding (EBA)

 

D


EB-Dispergieren/Dispersionslegieren (EBD/EBDL)

Die Randschicht eines Werkstoffes und ein Zusatzstoff werden mittels EB bis in eine bestimmte Tiefe (0,1...3,0 (10) mm) auf eine Temperatur oberhalb TS des Grundwerkstoffes erwärmt und die nicht geschmolzenen Partikel des Zusatzstoffes in der aufgeschmolzenen Schicht eingelagert. Bei der anschließenden Erstarrung durch Selbstabschrecken wird dieser Zustand „eingefroren“.

 

G


EB-Glühen/-Anlassen (EBG)

Der Werkstoff wird bis in eine bestimmte Tiefe auf eine Temperatur erwärmt, bei der die gewünschten Werkstoffveränderungen (Rekristallisations- und Ausscheidungsvorgänge) herbeigeführt werden.

 

EB-Gravieren - gehört zu EB-Abtragen

EB-Gravieren ist ein Verfahren zum Einbringen von Vertiefungen in eine Oberfläche durch Einwirkung des EB mit hoher Energiedichte, bei dem Material schmilzt und  z.T. abdampft. Die Vertiefungen werden i. d. Regel in Form eines lateralen „Punkt“- oder Linienmusters  ausgebildet (Tiefe: < 100 µm, Durchmesser bzw. Breite < 500 (1000) µm).

 

H


EB-Härten (EBH)

Der Werkstoff wird bis in eine bestimmte Tiefe (0,1...2 mm) auf eine Temperatur (dicht) unterhalb des Schmelzpunktes erwärmt und nach kurzer Haltedauer (0,1...einige Sekunden) durch Selbstabschreckung abgekühlt, so dass eine martensitische Umwandlung abläuft.

 

K


Kombinationstechnologien

Kombination einer EB-Randschichtbehandlung (z.B. EB-Härten, EB-Umschmelzen, EB-Legieren) mit einer oder mehreren artfremden Randschichtbehandlungsverfahren (z.B. Nitrieren, Borieren, PVD-/CVD-Hartstoffbeschichtung). Das Ziel sind Eigenschaftsverbesserungen, die mit den jeweiligen Einzelverfahren nicht möglich wären. Zu den Verfahrensvarianten zählen EB-Härten + PVD bzw. PVD + EB-Härten von Werkzeug- und Vergütungsstählen; EB-Härten + Plasmanitrieren von Kalt- und Warmarbeitsstählen; Nitrieren + EB-Härten von Vergütungsstählen; EB-Umschmelzen + Nitrieren von Gusseisen; EB-Legieren + PVD von Gusseisen und Al-Legierungen, u.a. Besondere Eigenschaften sind die Verbesserung der Stützwirkung für dünne, harte Schichten durch eine EB-Behandlung (insbesondere bei weichen Substraten) sowie die Verbesserung des Verschleiß- und Korrosionsverhaltens gleichermaßen.

 

L


EB-Legieren (EBUL)

Die Randschicht eines Werkstoffes und ein Zusatzstoff, der vorher aufgebracht oder während des Prozesses zugegeben wird, werden bis in eine bestimmte Tiefe (0,1...3,0 (10) mm) mittels EB auf eine Temperatur oberhalb TS von Grund- und Zusatzstoff erwärmt. Beim nachfolgenden Erstarren durch Selbstabschreckung bildet sich durch Ablauf bestimmter metallurgischer Prozesse eine Schicht mit veränderter chemischer Zusammensetzung und Struktur-/Gefügeausbildung.

 

EB-Löten - gehört zu EB-Fügen

EB-Löten ist ein thermisches Verfahren zum stoffschlüssigen Fügen von Werkstoffen, wobei durch Einwirkung des EB eine flüssige Phase durch Schmelzen eines Lotes entsteht und die Schmelztemperatur der zu fügenden Partner nicht erreicht wird.

 

P


EB-Profilieren - gehört zu EB-Abtragen

EB-Profilieren entspricht prozesstechnisch dem EB-Gravieren, wobei die Profiltiefen > 100 µm…3 (5) mm und der Durchmesser bzw. die Breite der Profile > 0,5…1…(3) mm betragen.

 

EB-Perforieren - gehört zu EB-Abtragen

EB-Perforieren entspricht prozesstechnisch dem EB-Bohren, wobei zahlreiche Löcher in Form von lateralen „Punkt“-Mustern mit hoher Ablenkfrequenz in kurzer Zeit erzeugt werden.

 

R


EB-Randschichtbehandlung (EB-RSB)  

In Abhängigkeit von der gewählten Behandlungstemperatur (TB) im Vergleich zur Schmelztemperatur (TS) des Grundwerkstoffes werden die technologischen Varianten Festphasenprozesse (TB < TS) und Flüssigphasenprozesse (TB > TS) unterschieden.

Das bekannteste und am meisten verbreitete Verfahren ist das EB-Randschichthärten. Inzwischen haben aber auch das EB-Umschmelzen (ohne Zusatzstoff) und das EB-Umschmelzlegieren (mit Zusatzstoff) in Form erster Anwendungen Zugang zur industriellen Praxis gefunden. Dennoch werden die technisch-technologischen Möglichkeiten dieser und weiterer Flüssigphasentechnologien bei weitem nicht genutzt.

 

S


EB-Schweißen (EBS) - gehört zu EB-Fügen

EB-Schweißen ist das unlösbare Verbinden von Fügepartnern unter Anwendung von Wärme durch Einwirken des EB mit oder ohne Schweißzusatzstoff.

 

EB-Strukturieren

EB-Strukturieren ist ein Synonym für EB-Gravieren

 

T


EB-Tiefschweißen - gehört zu EB-Fügen

EB-Tiefschweißen ist das Verbinden von Fügepartnern durch Einwirkung des EB mit hoher Energiedichte, bei dem sich eine Dampfkapillare (Keyhole) ausbildet und die Fügepartner nach dem Erstarren unlösbar miteinander verbunden sind. In der Regel sind mit diesem Fügeverfahren große Schweißtiefen realisierbar (Al bis 300 mm, Stahl bis 150 mm, Cu bis 100 mm, Ti bis 100 mm).

 

U


EB-Umschmelzen (EBU)

Der Werkstoff wird mittels Elektronenstrahl bis in eine bestimmte Tiefe (0,1...3,0 (10) mm) auf Temperaturen oberhalb der Schmelztemperatur (TS) erwärmt und erstarrt rasch nach Beendigung der EB-Einwirkung durch Selbstabkühlung, wobei sich Struktur- und Gefügeaufbau ändern, nicht aber die chemische Zusammensetzung.

 

W


EB-Wärmeleitschweißen - gehört zu EB-Fügen

EB-Wärmeleitschweißen ist das Verbinden von Fügepartnern durch Einwirkung des EB mit geringer Energiedichte, wobei beide Partner in den schmelzflüssigen Zustand übergehen und nach dem Erstarren unlösbar miteinander verbunden sind. In der Regel ist dieses Fügeverfahren auf Schweißtiefen < 3…5 mm beschränkt.