04.02.2009 - Mittelsachsenkurier

1 Million für Elektronenstrahl-Technologien

Freiberg (pm). Das Institut für Werkstofftechnik (IWT) der TU Bergakademie Freiberg hat am Donnerstag, 29. Januar, die weltweit modernste Elektronenstrahl-Universalanlage für thermische Elektronenstrahl-Technologien eingeweiht. Über eine Millionen Euro Fördermittel flossen in die neue Anlage, mit der Technologien entwickelt werden können, die in vielen Bereichen der metallverarbeiten Industrie zum Einsatz kommen. Mit der Anlage werden die Wissenschaftler verschiedenste Materialien schweißen, löten oder strukturieren, aber auch härten, umschmelzen, legieren und beschichten, um deren Randschichteigenschaften in punkto Verschleiß und Korrosionsschutz zu verbessern.

 

Die Freiberger Forscher stellen sich anspruchsvollen Aufgaben und wollen mit der neuen Anlage innovative Lösungen, z.B. für Motor- und Getriebekomponenten, Werkzeuge oder medizinische Implantate, entwickeln. „Der heutige Tag ist für uns die Krönung eines langen erfolgreichen Weges auf dem Gebiert der thermischen Elektronenstrahl-Technologien. Mit dieser universell nutzbaren Elektronstahl-Anlage verfügen wir jetzt am Institut für Werkstofftechnik über beste Voraussetzungen, Zukunftsthemen für unsere Industriepartner noch effizienter zu bearbeiten sowie eine intensive anwendungsorientierte Grundlagenforschung zu betreiben“, stellt Rolf Zenker, Professor für Strahltechnologien, fest, der das achtköpfige Team, dem vier Promovenden angehören, anleitet. Die Elektronenstrahl-Anlage baute und installierte die Forma pro-beam systems GmbH aus Neukirchen bei Chemnitz nach den Vorgaben der Freiberger Forscher. An der Finanzierung beteiligten sich der Bund, das Land Sachen, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie die private Technologiestiftung Freiherr von Dobeneck. Mitarbeiterin Dr.-Ing. Anja Buchwalder ist von der Elektronenstrahl-Technologie überzeugt: „Das Verfahren ist äußerst energieeffizient, flexibel und umweltfreundlich. Mit der neuen Anlage sind wir nun in der Lage, strahlführungstechnische Lösungen umzusetzen, für die bisher die technischen Möglichkeiten fehlten.“ Die Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland ist ebenso wie eine enge interdisziplinäre Partnerschaft mit anderen Fakultäten und Instituten der Freiberger Universität eine Selbstverständlichkeit für das Forscherteam. Studenten der Studiengänge Werkstofftechnik, Fahrzeugbau: Werkstoffe und Komponenten sowie Wirtschaftsingenieurwesen erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung ebenfalls Einblick in die hochmoderne Technik.

 

Weitere Ausbildungsangebote werden zurzeit auch für andere Fachrichtungen erarbeitet.