SACK-Reversiergerüst

SACK-Reversiergerüst mit Universalwalzeneinbau für das Walzen von SchienenMit der Berufung von Dr.-Ing. Otto Emicke zum Professor auf den Lehrstuhl für Walzwerkskunde und Transportwesen an der Bergakademie im Jahre 1928 beginnt auch die Geschichte der Walzwerke am heutigen Institut für Metallformung. Das Duo-Reversiergerüst der Firma SACK wurde schon in der Konstruktionsphase als reines Versuchswalzwerk nach den Plänen von Prof. Emicke ausgelegt und im Juni 1930 offiziell in Betrieb genommen. In überarbeiteter und modernisierter Form wird das Walzwerk auch heute noch für umfangreiche und anspruchsvolle Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Walzens von Flach- und Langprodukten am Institut für Metallformung verwendet. Vorteilhaft für die Umsetzung vieler Forschungsvorhaben erweist sich immer wieder die Voraussicht bei der ursprüngliche Konstruktion mit einem verschiebbaren Walzenständer, welcher den Einsatz von unterschiedlichen Walzen mit Ballenlängen von 500 bis 800mm als Flach- oder Kaliberwalzen erlaubt. Durch die großen Ständerfenster ist neben der Duo-Konfiguration auch die Verwirklichung von Quarto-Walzeneinbauten sowie einem Universalwalzeneinbau für das Walzen von Schienenprofilen möglich. Zusätzlich lassen sich vor oder nach dem Gerüst weitere Einrichtungen anbringen, beispielsweise Versuchsanlagen zur Entzunderung oder Kühlstrecken. Für die Auswertung von Walzversuchen ist das Gerüst mit Einrichtungen zur Messung von Drehzahl, Walzkraft und Walzmoment sowie von Anstich- und Endwalztemperaturen durch Pyrometer ausgerüstet. Auf Grund der ausgedehnten Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet des Leichtbauwerkstoffes Magnesium wurde das Gerüst zusätzlich mit einer Walzenheizung ausgestattet, welche eine Vorwärmung der Arbeitswalzen im Duo-Einbau auf bis zu 160°C erlaubt.

Schon zu seiner Erbauungszeit unterschied sich das Freiberger SACK-Versuchswalzwerk durch seine Eigenheiten bei der Konstruktion und Auslegung stark von vielen Versuchs- und Lehrwalzwerken der damaligen Zeit und auch über 85 Jahre nach der ersten Konstruktionsidee dieser mit viel Weitsicht von Prof. Emicke und der Maschinenfabrik SACK gefertigten Anlage leistest es dem Institut wertvolle und zuverlässige Dienst bei der Forschung und im Rahmen der studentischen Ausbildung. Aus diesem Grund hat sich das Institut für Metallformung auch verpflichtet, dieses Walzwerk in seiner nahezu ursprünglichen Konzeption als einzigartigen Sach- und Zeitzeugen der Technik- und Wissenschaftsgeschichte für nachfolgende Generationen zu erhalten.

Technische Daten

Arbeitswalzendurchmesser im Duo-Einbau: 300…400mm
Arbeitswalzendurchmesser im Quarto-Einbau: 200…300mm
Walzenballenlänge: 500…800mm
Antriebsleistung: 160kW
maximale Walzkraft: 2400kN
maximales Walzmoment: 60kNm
Walzgeschwindigkeit: 0.1…2m/s
maximale Anstichdicke: ca. 150mm (Duo-Einbau) / ca. 40mm (Quarto-Einbau)
minimale Endwalzabmessung: ca. 4mm (warm) / ca. 2mm (kalt)
maximale Walzgutbreite: ca. 300mm
Bei Nutzung von Kaliberwalzen ergeben sich andere Anstich- und Endabmessungen in Abhängigkeit von der eingesetzten Kalibrierung.

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