Der Förderkreis Gastechnik tagte mit den „Freunden der Freiberger Gastechnik“ in Schwarzenberg

Fahrt mit der Grubenbahn
Die Freunde der Freiberger Gastechnik trafen sich zum 31. Mal am 16. September 2022 in Schwarzenberg zu ihrem traditionellen „Gaserstammtisch“.

Erster Höhepunkt des Treffens war die Einfahrt in das Besucherbergwerk Pöhla. Die Anfänge des Bergbaus auf Eisen, Zinn, später auf Silber, Kupfer, Blei, Arsen, Kobalt, Nickel u. a. Erze in diesem Gebiet gehen bis auf das frühe Mittelalter zurück. Durch Übertagebohrungen in den 1950er/ 1960er Jahren entdeckte man hier große Komplexerzlagerstätten mit Uran, Zinn, Wolfram, Eisen und Silber. 1967 kam die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut nach Pöhla. Die Bergleute trieben einen ca. 8 km langen Hauptstollen auf ca. 600 m ü.M bis zum Fuße des Fichtelbergs. In den Jahren 1976/77 wurden die Zinnkammern als Experimentalabbau aufgefahren. Vorrangiges Ziel der Wismut blieb aber der Abbau von Uranerz. Mit der politischen Wende endete der Wismutbergbau im Erzgebirge. Heute können die auch geologisch überaus interessanten Zinnkammern als einmalige Zeugen der Wismut-Bergbaugeschichte von Besuchern besichtigt werden.

Anschließend wurden die Teilnehmer am Veranstaltungsort im Hotel Neustädter Hof mit einem traditionellen Begrüßungstrunk offiziell begüßt. Professor Adolf Kochs und Professor Hartmut Krause würdigten Leben und Werk des am 8. August im 87igsten Lebensjahr verstorbenen Initiator und Mitbegründer des Förderkreises Gastechnik, Dr. Klaus Zschoke. 

Prof. Krause informierte über die derzeitigen Schwerpunkte in Lehre und Forschung am Lehrstuhl für Gas- und Wärmetechnische Anlagen der TU Bergakademie Freiberg. Unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Energie- und hier insbesondere der Gasversorgung standen die am Lehrstuhl angesiedelten Forschungsprojekte rund um das Thema Wasserstoff im Mittelpunkt des Interesses. So gab es zum Beispiel zahlreiche Fragen rund um das Vorhaben Reallabor Energiepark Bad Lauchstädt zur Entwicklung von Lieferketten zu Erzeugung, Speicherung, Transport, Vermarktung und Nutzung von grünem Wasserstoff in Mitteldeutschland. 

Unter kräftiger sangesfreudiger Mitwirkung der Teilnehmer klang das Treffen traditionell mit dem zünftigen Schichtwechsel aus. Organisatoren und Veranstalter konnten sich über zahlreiche positive Rückmeldungen der Teilnehmer freuen. 

Zinnkammern als Experimentalabbau
Teilnehmer des diesjährigen Treffens